Alice Schwarzer über AfD-Wahlerfolge: „Die Menschen sind einfach sauer über dieses ideologische Klima, das bei uns herrscht“
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Alice Schwarzer spricht Klartext. Im Podcast „Weltwoche Daily“ zieht die 83-Jährige eine harte Bilanz über die Integration von Migranten in Deutschland.
Die EMMA-Herausgeberin war soeben mit ihrem aktuellen Buch „Feminismus pur. 99 Worte.“ auf Lesereise und sagt, dass es durchaus ein Stadtbild-Problem gäbe: „Wenn ich dann in kleineren Städten bin, da kommt jedes Mal die Klage darüber, dass die Frauen sich Sorgen machen für sich und ihre Töchter. Das dürfen sie aber nicht sagen. Wenn sie was sagen, sagt man ihnen: Du bist eine Rassistin. Die sind aber keine Rassistinnen, die haben real begründete Sorgen. Und solche Frauen sind dann auch sauer und wählen, wie andere, die AfD.“
Die Migranten, die hier seien, seien nicht gut integriert, so Schwarzer. Man habe hier ähnliche Probleme wie in Frankreich: „Es sind halt diese Länder, die nicht fremdenfeindlich sein wollten und die auch Arbeitskräfte brauchten, die nicht darüber nachgedacht haben, dass die Menschen auch in ihrer Mentalität und kulturell integriert werden müssen. Dass man den Männern sagen muss: Bei uns gibt es Gleichberechtigung und Frauen haben dieselben Rechte, bei uns ist Gewalt illegal gegen Frauen und Kinder.“ Die Männer täten ihr leid, so Schwarzer. Niemand sage ihnen solche Dinge.
„Ich halte überhaupt nichts von der Brandmauer“
Nicht nur beklagt Schwarzer in dem Gespräch das politische Klima, dass die Menschen nicht mehr an Kritik und Austausch interessiert seien. Mehr noch: Für viele Linke sei nicht jeder, der nicht links sei, ein Nazi. Zu den Wahlerfolgen der AfD und einer möglichen Kanzlerin Alice Weidel sagt Schwarzer: „Ich fände es gut, wir würden mit der Dämonisierung der AfD aufhören, ich halte überhaupt nichts von der Brandmauer. Das ist natürlich eine kluge Idee von der Linken, allen anderen zu verbieten, nach rechts Koalitionen zu machen. Wenn jetzt demnächst in einem Bundesland 40 Prozent, damit müssen wir rechnen, die AfD wählen, dann muss man die auch an die Regierung lassen, und dann sollen die zeigen, was sie machen.“
Sie selbst wähle nicht AfD, so Schwarzer. Dennoch hat sie einen klaren Blick für die Migrationsprobleme im Land. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz wird von Deutschlands bekanntester Feministin hart kritisiert: „Ich weiß nicht, wie weit der Bundeskanzler blickt. Der kommt ja aus einer Gegend, wo nicht so viele Migranten sind, dem Sauerland. Und außerdem hat er natürlich ein privilegiertes Leben. Also diese Politiker, die da entscheiden, die wohnen nicht in den Vierteln, wo die Probleme sind, und die hören einfach den Menschen nicht zu. Also, es wird ideologisiert an Stellen, wo man einfach mal die Realität betrachten muss. Wir haben ab 2015 auch versagt mit der Integrationsarbeit. Auch die, die da sind, sind nicht anständig integriert worden.“

Sie selbst wähle nicht AfD, so Schwarzer.
„Viele Realitäten, die schwierig sind, werden geleugnet“
Fehlende Integration, Transideologie, Kriegsrhetorik – für die Kölnerin Alice Schwarzer scheint klar, woher der Frust vieler Bürger rührt: „Die Menschen sind einfach sauer über dieses ideologische Klima, das bei uns herrscht. Viele Realitäten, die schwierig sind, werden geleugnet. Nehmen wir die Probleme mit der Migration, vor allem auch die mit der Integration. Deutschland hat ja versagt bei der Integration. Sie haben den Frauen nicht nicht gesagt: Jetzt seid ihr hier in einer Demokratie, und jetzt könnt ihr Deutsch lernen und ihr habt gleiche Rechte. Sie haben den Männern nicht nicht gesagt: Bei uns sind auch Frauen Menschen und so weiter. Sie haben das alles einfach laufen lassen. Und schon ganz früh nach dem großen Ansturm haben die Islamisten, die Ideologen, die Macht in den Flüchtlingslagern übernommen, haben ihre Gesetze da reingebracht. Das ist alles total unterschätzt worden im Namen einer deklarierten Fremdenfreundlichkeit, die im Prinzip ja richtig ist, aber nicht unter allen Umständen.“
Kritiker werden solche Aussagen wieder zum Anlass nehmen, um Schwarzer als islamophob und transphob zu brandmarken. Vielleicht ist sie aber einfach Realistin.
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