Andreas Rödder legt Vorsitz der CDU-Grundwertekommission nieder: „Persönliche Diskreditierungen und sachliche Unwahrheiten“
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Der Historiker Andreas Rödder legt die Leitung der CDU-Grundwertekommission nieder. Das geht aus einem persönlichen Schreiben an CDU-Chef Friedrich Merz hervor, das NIUS exklusiv vorliegt.
Grund für Rödders Entscheidung sei die bewusste Missinterpretation eines Interviews im Stern vom 18. September durch Repräsentanten der CDU. Im Stern-Interview hatte Rödder erklärt, die CDU dürfe nicht länger über falsche Brandmauern streiten. Das habe nur den Effekt, dass die AfD die CDU immer wieder vorführen könne. „Die CDU muss selbstbewusst auftreten und eigene Positionen formulieren. Sie muss aus der Defensive herauskommen.“
Freiheit sei „unverhandelbare Grundlage“
Nun schreibt Rödder an Merz: „Vor diesem Hintergrund haben Sie am vergangenen Freitag deutlich gemacht, dass ich mich zwischen meiner intellektuellen Freiheit und der Leitung der Grundwertekommission entscheiden müsse.“ Weiter schreibt er: Die Freiheit als Bürger und Wissenschaftler sei „immer die unverhandelbare Grundlage meines politischen Engagements als Christdemokrat“ gewesen. „Daher bleibt mir keine andere Wahl, als die Leitung der Grundwertekommission niederzulegen“, so der 56-Jährige.
Gegenüber NIUS erklärte Rödder: „Ich habe die Leitung der Grundwertekommission niedergelegt, um wiederholte Missverständnisse um meine Rolle zu vermeiden. Ich bleibe aber Friedrich Merz verbunden und unterstütze ihn weiterhin bei der Neuausrichtung der CDU als bürgerliche Kraft in Deutschland.“

Das Schreiben von Rödder an den CDU-Chef Merz
Sachliche Unwahrheiten werfen „kein gutes Licht“ auf Diskussionskultur
Rödder weist in dem Schreiben die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück, er hätte die Grundwerte der CDU verraten. Er habe nichts anderes getan, als über verfassungsgemäße Optionen nachzudenken, um die CDU aus ihrer politischen Defensive zu befreien und ihrer Bedrohung durch die AfD zu begegnen.
„Man kann meine Überlegungen falsch finden und in der Sache zurückweisen.“ Stattdessen aber hätten führende Vertreter der Partei unwidersprochen persönliche Diskreditierungen und sachliche Unwahrheiten verbreitet, „einschließlich der notorischen Falschaussage, ich hätte das C aus dem Parteinamen streichen wollen.“ Dies werfe kein kein gutes Licht auf die Diskussionskultur in der Union.
CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann zeigte sich verständnisvoll: „Der Parteivorsitzende und ich respektieren die Entscheidung von Andreas Rödder. Wir danken ihm für die geleistete Arbeit und freuen uns darüber, dass er sich weiterhin in unserer Partei einbringen möchte.“
Andreas Rödder ist Historiker und lehrt seit 2005 Neueste Geschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
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