Arbeitsministerin Bärbel Bas beklagt: „Algorithmen werden überwiegend von Männern programmiert“
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Die Tech-Milliardäre „wollen die Demokratie abschaffen“, ist sich Bärbel Bas auf der SPD-Vorstandsklausur sicher. Deshalb müsse das „digitale Zeitalter konsequent aus Sicht von Frauen“ gedacht werden. Denn: „Algorithmen werden überwiegend von Männern programmiert.“
Arbeitsministerin Bärbel Bas hat am Samstag vor den Bedrohungen der Demokratie durch die Tech-Milliardäre und männliche Programmierer gewarnt. Den „Tech-Milliardären aus dem Silicon Valley“ warf sie vor, bewusste Falschnachrichten zu publizieren. „Mit der Macht ihrer Plattformen verbreiten sie Fake News und starten Desinformationskampagnen.“ Bas ging noch weiter: „Sie wollen die Demokratie beseitigen und der Technologie die absolute Freiheit verschaffen, im Mittelpunkt die Maschine.“
Frauen würden im Internet zunehmend Hass ausgesetzt sein. Einen Grund dafür hatte Bas ebenfalls ausgemacht: „Algorithmen werden überwiegend von Männern programmiert.“ Maschinen würden „lernen, männlich zu denken“. Das führe mitunter auch zu Frauenfeindlichkeit. Deshalb müsse „das digitale Zeitalter konsequent aus Sicht von Frauen“ gedacht werden.

In ihrer Grundsatzrede am Samstag kritisierte Bas auch den eigenen Koalitionspartner.
Bas kritisiert den eigenen Koalitionspartner
Als Vorbild nannte sie den Staat Ruanda. Dort gebe es eine verpflichtende 30-Prozent-Frauenquote für alle entscheidungsbefugten Gremien, einschließlich des Parlaments. Ruanda übertrifft diese Quote im Parlament seit Jahren, gilt gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf jedoch noch immer als eines der ärmsten Länder der Welt.
Gleichzeitig kritisierte Bas die Vorschläge aus der Union für Kürzungen im Sozialbereich. „Das ist die Abrissbirne für Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerrechte“, beschwerte sie sich. Sie nannte als Beispiel Forderungen zur Abschaffung der telefonischen Krankschreibung, Einschränkungen bei der Teilzeit sowie die Forderungen des CDU-nahen Wirtschaftsrates, dass die Kostenübernahme für Zahnarztbehandlungen und für Unfälle auf dem Arbeitsweg gestrichen werden sollten.
Wer so etwas vorschlage, habe keinen Respekt vor dem Leben, der Leistung und den Problemen ganz normaler Menschen, kritisierte Bas, ohne die Union zu nennen. Der Sozialstaat stehe heute vor einer Bewährungsprobe. Er werde in seiner Existenz infrage gestellt. „Er wird als Bremsklotz wirtschaftlichen Wachstums diffamiert.“ Das Gegenteil sei aber der Fall. Ihre Partei werde sich deshalb für eine „digitale soziale Marktwirtschaft“ einsetzen.
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