Arrow 3 in Deutschland stationiert: „Wir sind dem Feind immer zwei Schritte voraus“
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Seit Ende November verfügt Deutschland über das israelische Raketenabwehr-System Arrow 3. Für den bislang größten Rüstungsexport Israels zahlt die Bundesregierung 3,6 Milliarden Euro, um russische Raketen schon im Weltall abfangen zu können.
Boaz Levy, Chef der Herstellerfirma Israel Aerospace Industries, verspricht umfassenden Schutz. Der deutsche Raketenschirm wird stufenweise ausgebaut und soll bis 2030 voll einsatzbereit sein. Im Handelsblatt gab Levy sein erstes Interview in deutschen Medien. NIUS dokumentiert wichtige Aussagen.
Das Abwehrsystem kostet 3,6 Milliarden Euro – ist es das wert?
„Die Abwehr von ballistischen Raketen ist enorm aufwendig. Es geht nicht nur um den bloßen Abschuss. Man muss die Bedrohung identifizieren, den Gefechtskopf lokalisieren und ihn tatsächlich zerstören. Das Ziel von Arrow 3 ist es, ballistische Raketen in einer Höhe von über 100 Kilometern abzufangen. Wenn ein Gefechtskopf, möglicherweise sogar ein nuklearer, abgefangen wird, muss sichergestellt sein, dass am Boden keinerlei Reste ankommen. Deshalb findet der Abfangvorgang im Weltraum statt.“

Im Dezember nahm die Bundeswehr in Annaburg (Sachsen-Anhalt) ein neues Raketenabwehrsystems Arrow 3 in Betrieb.
Im Hinblick auf russische Hyperschallraketen sagt Levy: „Eine ballistische Rakete folgt einer bestimmten Flugbahn mit extrem hoher Geschwindigkeit und sehr hohem Scheitelpunkt. Hyperschall bedeutet häufig zusätzliche Manövrierfähigkeit. Wenn ein System jedoch darauf ausgelegt ist, Bedrohungen in unterschiedlichen Höhen abzufangen, lassen sich Lösungen für jede derzeit existierende Rakete entwickeln, die gegen Deutschland oder Israel gerichtet sein könnte. Wir sind dem Feind immer zwei Schritte voraus.“
Ein einziger Schuss mit Arrow 3 kostet mehrere Millionen Euro
„Man darf nicht den Preis des Abfangkörpers mit dem Preis der anfliegenden Rakete vergleichen. Man muss die potenziellen Schadenkosten den Kosten der Verteidigung gegenüberstellen. Wenn eine ballistische Rakete ein Stadtzentrum trifft, ist der Schaden um ein Vielfaches höher als die Kosten des Abfangens. Im globalen Vergleich mit anderen Systemen ist Arrow 3 zudem keineswegs übermäßig teuer. Alles, was wir während des aktuellen Kriegs in Israel an Erfahrungen gesammelt und technologischen Optimierungen umgesetzt haben, ist bereits Teil des deutschen Systems. Deutschland wird auch künftig stets die neueste Software und die aktuellen Fähigkeiten erhalten, die wir in Israel entwickeln.“
Wie wichtig Deutschland ist
„Deutschland ist einer der engsten Verbündeten Israels und teilt dieselben Werte und dieselbe Mission, die Zivilbevölkerung in beiden Ländern zu schützen. Wir arbeiten bereits eng mit deutschen Unternehmen zusammen, um technologische Lösungen für zukünftige Herausforderungen zu entwickeln und zu produzieren.“
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