Aus Angst vor Jobabbau: Regierung verlängert XXL-Kurzarbeitergeld bis Ende 2026
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Die Bundesregierung bereitet eine erneute Verlängerung des sogenannten XXL-Kurzarbeitergeldes vor. Nach Bild-Informationen aus Koalitionskreisen einigte sich die Staatssekretärsrunde am Montag darauf, die während der Coronapandemie ausgeweitete Regelung fortzuführen. Die formelle Entscheidung soll am Mittwoch im Kabinett fallen.
Konkret geht es um die maximale Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes, die seit der Pandemie bei bis zu 24 Monaten liegt. Diese Sonderregelung sollte eigentlich zum Jahresende auslaufen. Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) will sie nun per Verordnung bis zum 31. Dezember 2026 verlängern. Für die Maßnahme sind rund 180 Millionen Euro aus dem Haushalt der Bundesagentur für Arbeit vorgesehen.
Das Instrument soll Unternehmen mit Auftragsrückgängen entlasten. Beschäftigte können ihre Arbeitszeit reduzieren und erhalten einen teilweisen Lohnausgleich von der Arbeitsagentur. Sobald sich die Auftragslage verbessert, können Betriebe auf ihr bestehendes Personal zurückgreifen, ohne neue Mitarbeiter einstellen zu müssen.
Intern begründet die Bundesregierung die Verlängerung mit der Sorge vor einem massiven Stellenabbau. In einer internen Einschätzung heißt es, es „kann davon ausgegangen werden, dass es zu einem erheblichen Personalabbau bei den von Kurzarbeit betroffenen Betrieben kommen würde“, falls die Sonderregelung ausläuft. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit bezogen im September 2025 rund 209.000 Menschen Kurzarbeitergeld. Knapp 10.000 Betriebe hatten das Instrument beantragt, um Entlassungen zu vermeiden.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU)
Politisch war die Entscheidung umstritten. Zwar hatte der Koalitionsausschuss die Verlängerung bereits Ende November vereinbart, doch Wirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) legte zwischenzeitlich ein Veto ein. Hintergrund waren offenbar Differenzen innerhalb der Koalition, unter anderem im Zusammenhang mit der Bürgergeld-Reform.
Zudem gibt es wirtschaftspolitische Vorbehalte gegen eine erneute Ausweitung. Arbeitgeberverbände warnen, dass dauerhafte Verlängerungen notwendige Anpassungen in der Wirtschaft verzögern könnten. Das Wirtschaftsministerium zog seine Einwände nun zurück. Im Gegenzug will die Bundesregierung die Auswirkungen des Kurzarbeitergeldes auf den Strukturwandel künftig genauer beobachten und auswerten.
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