Bayerische Staatskanzlei zahlte 40.000 Euro für Staatsempfang bei Weimer-Gipfel
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Die Staatskanzlei des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) zahlte rund 40.000 Euro für einen Staatsempfang beim „Ludwig-Erhard-Gipfel“ von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Dies geht aus der Antwort der Bayerischen Staatskanzlei auf eine schriftliche Frage des AfD-Abgeordneten Oskar Lipp hervor, die NIUS exklusiv vorliegt.
Wörtlich schreibt die Staatskanzlei: „Für den Staatsempfang im Rahmen des Ludwig-Erhard-Gipfels 2025 sind Gesamtkosten in Höhe von 39.525,73 € entstanden.“
Weimers doppelte Rolle
Der Ludwig-Erhard-Gipfel gilt als Prestige- und Lobbyveranstaltung von Wolfram Weimer, der bis zu seiner Berufung zum Kulturstaatsminister durch Bundeskanzler Friedrich Merz als Verleger der Weimer Media Group GmbH tätig war. Auf dem Gipfel in Tegernsee treffen sich jährlich die Spitzen von Politik und Wirtschaft – auf Kosten des Steuerzahlers. Als Speaker waren laut Website diesmal auch zwei frisch ernannte Minister geladen: Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und Digitalminister Karsten Wildberger.
Die Förderungen sind unter anderem deshalb brisant, weil der Ludwig-Erhard-Gipfel vom 7. bis 9. Mai ausgerechnet in jene Zeit fiel, als Weimer bereits Kulturstaatsminister war, zugleich aber noch als Geschäftsführer der Weimer Media Group GmbH tätig war. Aus diesem Amt schied er erst am 8. Mai aus. Gesellschafter des Unternehmens ist er nach wie vor.

Im Netz bewirbt die Weimer Media Group ihren Gipfel unter dem Titel „Meinungsführertreffen“.
280.000 Euro vom Staat
Die 40.000 Euro sind nicht die einzigen Steuermittel, die der Gipfel der Weimer Media Group GmbH erhielt. So förderte die GmbH „Bayern Innovativ“, die zu 100 Prozent dem bayerischen Wirtschaftsministerium gehört, den Gipfel mit 165.000 Euro. Weitere 44.625 Euro stammten von der LfA Förderbank Bayern – ebenfalls im Besitz des Freistaats – im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung. Das Digitalministerium hatte mit der Weimer Media Group ebenfalls einen Kooperationsvertrag im Rahmen des Gipfels abgeschlossen; hier flossen in diesem Jahr 30.000 Euro (2024: 15.000 Euro). Zuerst hatte darüber die Junge Freiheit berichtet.

Auf dem Gipfel war jedes Jahr politische Prominenz zu Gast, etwa CDU-Mann und Parlamentarischer Staatssekretär Philipp Amthor.
Rechnet man die Förderungen zusammen, wurde der Gipfel von Weimer mit insgesamt 280.000 Euro vom Staat unterstützt – und das, obwohl Weimer bereits Mitglied der Regierung war, als der Gipfel stattfand.
Weimer steht derzeit wegen einer Plagiats-Affäre unter Druck. Sein Magazin The European soll in großem Stil fremde Texte übernommen und als eigene Inhalte veröffentlicht haben. Quellenangaben fehlten oft oder waren unvollständig. Betroffen davon waren Journalisten und Buchautoren, aber auch Politiker wie AfD-Chefin Alice Weidel.
Oskar Lipp, wirtschaftspolitischer Sprecher der bayerischen AfD-Fraktion, kommentiert die Vorgänge gegenüber NIUS mit den Worten: „Wenn Herr Weimer sich tatsächlich als konservativ versteht, sollte er sich auch entsprechend seriös verhalten: Dazu gehört, Artikel unserer Parteivorsitzenden Frau Dr. Weidel nicht zu plagiieren oder unsere Ideen – wie etwa die Forderung nach einer Digitalsteuer für US-Plattformkonzerne – zu kopieren, während er gleichzeitig die AfD diffamiert und ausgrenzt. Gleichzeitig organisiert er auf Steuerzahlerkosten elitäre Netzwerkveranstaltungen am Tegernsee, bei denen man nicht weiß, was zwischen Regierung und Konzernen ausgehandelt wird, seien es möglicherweise Ministerposten oder staatliche Aufträge.“
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Pauline Voss
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