Machtkampf um Minuten: Wie der Berliner Stromterror das Krisenmanagement entlarvte
Ein Beitrag von
Der mutmaßlich linksterroristische Anschlag auf das Berliner Stromnetz traf eine neuralgische Stelle der kritischen Infrastruktur der Bundeshauptstadt. Die operative Ebene reagierte früh: Feuerwehr, Polizei, Netzbetreiber. Politisch jedoch zog sich die Reaktionszeit in die Länge – und sie zog sich auffällig entlang von Zuständigkeiten und Parteifarben. Die Ausrufung einer besonderen Notlage erfolgte durch SPD-Innensenatorin Iris Spranger erst am Sonntag. Zu diesem Zeitpunkt war bereits eine bitterkalte Nacht ohne Strom vergangen.
Montag, 5. Januar: Die Bühne wird geöffnet
Am Montag traten schließlich alle politisch Verantwortlichen gemeinsam vor die Presse. Aus Krisenkommunikation wurde politische Verantwortungskommunikation. Und genau hier begann die eigentliche Affäre: Zwischen den Zeitangaben der Beteiligten klaffte eine Diskrepanz von rund 60 bis 70 Minuten – diese ist deshalb erklärungsbedürftig, weil sie den Kern staatlicher Führung berührt.
Die Schlüsselfrage lautet: Wann wurde der Regierende Bürgermeister informiert? Und nicht minder wichtig: Wie geschah das? Ging er an sein Handy?
Kai Wegner erklärte öffentlich, er wäre am Samstagmorgen „kurz nach acht“, konkret gegen 8:07 Uhr, von der Innensenatorin unterrichtet worden. Diese Zeitmarke wiederholte er mehrfach, sie wird zur offiziellen Version. Er nannte merkwürdigerweise allerdings noch eine zweite Zeitangabe: 8:03 Uhr.
„Absolut“ – und später überführt
Später, in Interviews, antwortete Wegner auf die Frage, ob er den gesamten Samstag über zu Hause gewesen wäre, mit einem klaren „absolut“. Er hätte den ganzen Tag telefoniert und koordiniert und sich dafür im Homeoffice eingeschlossen. Diese Aussage stellte sich später als falsch heraus.
Denn Tage später kam heraus, dass der Regierende Bürgermeister am Samstagmittag von 13 bis 14 Uhr eine Stunde Tennis gespielt hatte. Aus einer Lüge wurde ein Glaubwürdigkeitsproblem.
Die SPD wusste früher Bescheid
Unstrittig ist: Die beiden SPD-Senatorinnen, Iris Spranger und Franziska Giffey, waren früher informiert als der CDU-Regierende – und sie haben das, bewusst oder unbewusst, auch entsprechend hervorgehoben. Der Grund dafür liegt nahe: Die Berliner Abgeordnetenhauswahl findet am Sonntag, den 20. September 2026, statt. Der Stromterror fällt damit in den Auftakt der Wahlkampfphase – rund acht Monate vor der Wahl.
Franziska Giffey erklärte auf der Pressekonferenz am Montag wörtlich: „Ich bin am Samstag kurz nach sechs von der Innensenatorin informiert worden.“ Und sie fügte hinzu, mit einer Spitze, die im politischen Berlin sofort verstanden wurde: „Mich hat sie nicht aus dem Bett geholt, weil ich auf dem BSR-Betriebshof war.“
Diese Formulierung ist unmissverständlich. Gemeint sein konnte nur der Regierende Bürgermeister. Die Botschaft lautete: Ich war wach, präsent, im Einsatz – der Regierungschef offenbar nicht.
Und sie war nicht die einzige, die Wegner in ein schlechtes Licht zu stellen versuchte. Auch Innensenatorin Iris Spranger plauderte aus, dass um 8:05 Uhr Wegners Handy noch ausgeschaltet war. Machtkampf im Krisenmanagement, Machtkampf um Minuten.
Die Uhrzeitangaben der Rettungskräfte
Wirklich vorbildlich wirkte eigentlich nur die Feuerwehr. So stellte sich die Chronologie des Samstagmorgens aus ihrer Sicht dar:
- 06:12 – Brandmeldung aus einer Kleingartenanlage bei der Berliner Feuerwehr
- 06:13 – Meldung erreicht den Führungsdienst der Leitstelle; Zusammenhang mit Stromausfällen erkannt
- 06:43 – Auslösung des Vollalarms für den Einsatzstab der Berliner Feuerwehr; Information der Innensenatorin
- 08:00 – Einsatzstab der Berliner Feuerwehr nimmt als Vollstab die Arbeit auf
- 08:45 – Auslösung des Modularen Warnsystems (MoWaS); Warnungen an die Bevölkerung über NINA und KatWarn
Mehr als eine Stunde unerreichbar?
Setzt man die Zeitangaben ins Verhältnis zueinander, ergibt sich ein heikler Befund: Zwischen der Information Giffeys „kurz nach sechs“ und der Information Wegners „kurz nach acht“ lagen bis zu 120 Minuten. In einer Lage, die sich bereits als Angriff auf kritische Infrastruktur herausgestellt hatte, einem Terroranschlag; in einer Stadt, in der der Regierende Bürgermeister als wichtigster Mann der Exekutive jederzeit erreichbar sein müsste.
Müsste.
Die naheliegende Schlussfolgerung ist brisant: Entweder ging Wegner über eine Stunde nicht ans Telefon – oder er wurde bewusst nicht informiert. Beides wäre erklärungsbedürftig. Beides wäre im Grunde inakzeptabel.
Und schließlich noch die Tennis-Lüge
Anders als am Montag behauptet, war Wegner ab kurz nach 8 Uhr nicht durchweg zu Hause, sondern stand – nur fünf Stunden später – bereits auf dem Tennisplatz.
Es ist ein Verhalten, das SPD-Wirtschaftssenatorin Giffey wahlkampftaktisch nutzte. Sie äußerte kein Verständnis, betonte wieder (Stichwort „nicht aus dem Bett geklingelt“), dass sie sich im Gegensatz zum Regierenden Bürgermeister vorbildlich verhalten habe.
Der Berliner Stromausfall offenbart nicht nur Schwächen beim Schutz kritischer Infrastruktur. Er legt vor allem offen, wie schnell aus einem Krisenereignis ein innerpolitischer Machtkampf wird – ausgetragen nicht mit Programmen oder Reden, sondern mit einem Kampf um Minuten. Und am Ende bleibt ein Eindruck zurück, der schwer wiegt: Die politische Führung war sich uneins – und nicht gleichzeitig im Bilde. Dabei ist die Rede von einem Terroranschlag, der mindestens ein Menschenleben gekostet hat.
Lesen Sie auch:
NIUS enthüllt, wer hinter der Ideologie vom Berliner Brandanschlag steckt – und wie die Linksextremisten mit Steuergeldern finanziert werden
Mehr NIUS:
Die skurrilsten Beschlüsse des Linken-Parteitags
Regierungs-Kommission fordert die AfD-Rente – die große NIUS-Analyse zu den 33 Empfehlungen
Bericht: Das will die AfD an deutschen Schulen und Universitäten verändern
Erst „faschistische Politik“ unterstellen, dann Reue bekunden: Linken-Chef bittet CDU um Entschuldigung
„Den Garaus machen“: Linke-Fanatiker ruft auf Parteitag zu Mord an Kapitalisten auf
33 Empfehlungen im Wortlaut: Das sind die wahren Pläne der Renten-Kommission
Neues Heizungsgesetz: Deutsche Umwelthilfe kündigt Klimaklage vor Bundesverfassungsgericht an
Neuer Linken-Chef Pantisano: Es gibt keinen Unterschied zwischen der CDU und den Faschisten
Mehr NIUS:
Erst „faschistische Politik“ unterstellen, dann Reue bekunden: Linken-Chef bittet CDU um Entschuldigung
„Den Garaus machen“: Linke-Fanatiker ruft auf Parteitag zu Mord an Kapitalisten auf
33 Empfehlungen im Wortlaut: Das sind die wahren Pläne der Renten-Kommission
Neues Heizungsgesetz: Deutsche Umwelthilfe kündigt Klimaklage vor Bundesverfassungsgericht an
Neuer Linken-Chef Pantisano: Es gibt keinen Unterschied zwischen der CDU und den Faschisten
Climate-Trouble: „Sie steckten mich in einen fensterlosen Raum“ – wie ein kritischer Professor aus seiner Universität gemobbt wurde
Kretschmer kritisiert AfD-Strategie: „Das bloße Ausgrenzen bringt nichts“
Aus Angst vor einer AfD-Regierung: Innenminister planen neue deutsche Sicherheitsarchitektur
Felix Perrefort
Artikel teilen
Kommentare