Bizarre Rede im Bundestag: Baerbock fordert „Dankbarkeit auch dafür, dass das Wasser funktioniert“
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Als Bundesaußenministerin ist Annalena Baerbock viel unterwegs. Häufige Reisen gehören zu ihrem Stellenprofil. Besonders oft besucht sie die von Russland überfallene Ukraine.
Von dort brachte sie nun einen bemerkenswerten Appell an das heimische Publikum mit. Vor dem Bundestag forderte die Grünen-Politikerin mehr Dankbarkeit von den Deutschen, konkret „Dankbarkeit auch dafür, dass das Wasser funktioniert“.
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Teil des grünen Wahlkampfs?
Baerbock nannte Dankbarkeit eine „alte Tugend, die wir im Deutschen Bundestag viel zu selten aussprechen“. Womöglich also war der Aufruf an die Deutschen Teil einer Wahlkampfstrategie, mit der sich die Grünen als bürgerliche Kraft inszenieren wollen. Seltsam bleibt das geringe Anspruchslevel einer Ministerin dennoch. Bereits der Umstand, dass in der Bundesrepublik ganz basale Leistungen der Infrastruktur gesichert sind, sollen die Bürger zu Dankbarkeit animieren.
Der Vergleich mit einem Land in Kriegszustand lässt tief blicken. Offenbar wird damit eine Konkurrenz aufgerufen, in der Deutschland noch bestehen kann: Verglichen mit der Ukraine, gibt Baerbock zu verstehen, ist die Lage hierzulande blendend. Als Mitglied der Regierung für den Umstand Beifall zu verlangen, dass in Friedenszeiten die Infrastruktur nicht unter Kriegsfolgen leiden muss, zeugt von einem eigenartigen Wirklichkeitsverhältnis.

Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) im Gespräch mit Innenministerin Nancy Faeser (SPD)
Die Bürger sollen der Regierung applaudieren
Und dabei soll es laut Baerbock nicht bleiben. Im Ganzen sagte sie: In Deutschland sei Dankbarkeit dafür nötig, „jeden Tag einfach ganz normal zur Arbeit gehen zu können; sich nicht zu sorgen, ob eine Rakete oder Drohne einschlägt, wenn das Kind in der Kita ist, Dankbarkeit auch dafür, dass das Wasser funktioniert und dass wir in unserem Land eine Krankenversicherung haben; Dankbarkeit auch dafür, dass wir ein starker Sozialstaat sind, der uns durch all die Krisen in der Vergangenheit getragen hat.“
Mit ihrem Appell zur Dankbarkeit wollte Baerbock letztlich erreichen, dass die Bürger ihre Ansprüche an ein funktionierendes Deutschland auf jenes Niveau herabsenken, das die Regierung noch zu erfüllen vermag. Gerade so aber wurde der Graben zwischen dem, was Deutschland einmal war, und dem, was es momentan darstellt, deutlich.
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