Bundesregierung äußert sich: Tötung von Hamas-Führer Haniyeh sei ein „Irrweg”
Ein Beitrag von
Die Bundesregierung hat nach dem gewaltsamen Tod des Hamas-Führers Ismail Haniyeh vor einer weiteren Eskalation im Nahen Osten gewarnt.
„Wir rufen alle Akteure zu maximaler Zurückhaltung auf. Die Logik gegenseitiger Vergeltungsschläge ist ein Irrweg“, erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes vor Journalisten in Berlin. Er forderte dazu auf, einen klaren Kopf zu bewahren und alles für eine Deeskalation zu tun. „Auch die Chance auf ein Geiselabkommen und einen Waffenstillstand in Gaza darf jetzt nicht verspielt werden.“
Iranische Staatsmedien berichten, dass Haniyeh „von einem luftgestützten Lenkflugkörper getroffen“ wurde – eine Bestätigung Israels steht bis dato aus. Auch Fox News berichten von einem „Raketenangriff“ auf den Terror-Führer.
Die Hamas sprach von einem „tückischen zionistischen Überfall in seiner Residenz in Teheran“. Auch ein Leibwächter Haniyehs starb. Haniyeh hatte am Dienstag an der Vereidigung des neuen iranischen Präsidenten Masoud Pezeshkian teilgenommen.
Seltsamerweise lehnte Haniyeh es ausdrücklich ab, die Nacht in einem Hotel für ausländische Gäste zu verbringen, das ihm die iranischen Revolutionsgarden zur Verfügung gestellt hatten, da er ein Attentat befürchtete, und entschied sich stattdessen für eine geheime Residenz im Norden Teherans, die streng bewacht wurde, berichtet Militär-Journalist Yigal Levin.
„Der mutige und prominente palästinensische Mujahid-Führer, Herr Ismail Haniyeh, machte sich heute im Morgengrauen auf den Weg, um Gott zu treffen, und hinterließ die große Widerstandsfront“, schrieb der oberste Führer des iranischen Mullah-Regimes Ali Khamenei via X. „Das kriminelle zionistische Regime hat unseren Gast in unserem Haus ermordet“, heißt es auf Khameneis Website. „Es wird eine harte Bestrafung geben.“

Das letzte Foto von Ismail Haniyeh, aufgenommen gestern im iranischen Parlament. Haniyeh war zur Amtseinführung des neuen iranischen Präsidenten nach Teheran gekommen.
Auch die Revolutionsgarden sprachen von einem Angriff auf Haniyehs Residenz. „Zeitig in der Früh wurde die Residenz von Ismail Haniyeh in Teheran getroffen, was in seinem und dem Märtyrertod eines seiner Leibwächter resultierte. Der Fall wird untersucht und die Resultate werden bald bekannt gegeben“, kündigten die Revolutionsgarden an.

Hamas-Führer Ismail Haniyeh feiert den Wahlsieg seiner Partei am 29. Januar 2006 in Gaza.
Drohungen der Hamas auf Vergeltung ließen nicht lange auf sich warten: Die Ermordung Haniyehs sei eine „feige Tat, die nicht unbestraft bleiben wird“, sagte ein Offizieller der Palästinenser-Organisation. Das bedeute eine gravierende Eskalation des Konflikts, der am 7. Oktober mit dem Anschlag der radikalislamischen Terrororganisation auf Israel begonnen hatte. Dabei waren nach israelischen Angaben 1195 Opfer zu beklagen, weitere 251 Menschen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Haniyehs Ermordung werde ihr Ziel nicht erreichen, so die Hamas.
Auch Hisbollah-Anführer getötet
In einem Vorort der Hauptstadt Beirut kam es ebenfalls zu einem Präzisionsschlag der israelischen Streitkräfte. Das kam der hochrangige Kommandeur der Terroristen-Miliz Hisbollah, Fuad Schukr, ums Leben. Erst am Wochenende hatte die Hisbollah einen Fußballplatz in Israel mit Raketen beschossen – zwölf Kinder starben.
Palästinenserpräsident Abbas verurteilt Tötung Hanijas
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verurteilt die Tötung des Hamas-Führers Ismail Haniyeh in einer Stellungnahme als „feigen Akt“. Der Leiter der palästinensischen Autonomiebehörde sprach von einer „gefährlichen Entwicklung“.
Der Generalsekretär der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Hussein Al-Scheik, schrieb auf der Plattform X, seine Organisation verurteile „den Mord an dem nationalen Führer“ Haniyeh. Ein Bündnis der verschiedenen politischen Gruppen im Westjordanland rief als Reaktion auf den Tod Hanijas zu einem Generalstreik auf. Außerdem solle an Kontrollpunkten die Konfrontation mit israelischen Soldaten gesucht werden, hieß es. Ob es sich dabei um Demonstrationen oder Angriffe handeln sollte, blieb unklar.
Der Tod des Hamas-Politbüromitglieds ist ein absolut inakzeptabler politischer Mord, der zu einer weiteren Eskalation der Spannungen in der Region führen wird, teilte das russische Außenministerium mit.
Haniyehs Beerdigungszeremonie wird am 2. August nach dem Freitagsgebet in Katar stattfinden.
Angeblicher Generalstreik in Palästinensergebieten
Hamas-nahe Telegram-Kanäle berichten derweil von einem Generalstreik im arabisch bewohnten Ost-Jerusalem und den Palästinensergebieten in Judea und Samaria.

Geschlossene Läden als Zeichen der Trauer?
Vor der Universität von Teheran versammelte sich eine Gruppe von Trauernden, die mit palästinensischen Fahnen bewaffnet waren und „Tod Amerika“ und „Tod Israel“ skandierten.
Explosion in Damaskus
Zum Nachmittag berichteten syrische Kanäle von einer Explosion in Damaskus im Stadtteil Sayyidah Zaynab – ob diese im Zusammenhang mit der Reihe an Schlägen gegen die islamistischen Kräfte des Nahen Ostens steht, ist bis dato unklar.

Explosion in Sayyidah Zaynab
Mehr NIUS:
Die skurrilsten Beschlüsse des Linken-Parteitags
Regierungs-Kommission fordert die AfD-Rente – die große NIUS-Analyse zu den 33 Empfehlungen
Bericht: Das will die AfD an deutschen Schulen und Universitäten verändern
Erst „faschistische Politik“ unterstellen, dann Reue bekunden: Linken-Chef bittet CDU um Entschuldigung
„Den Garaus machen“: Linke-Fanatiker ruft auf Parteitag zu Mord an Kapitalisten auf
33 Empfehlungen im Wortlaut: Das sind die wahren Pläne der Renten-Kommission
Neues Heizungsgesetz: Deutsche Umwelthilfe kündigt Klimaklage vor Bundesverfassungsgericht an
Neuer Linken-Chef Pantisano: Es gibt keinen Unterschied zwischen der CDU und den Faschisten
Mehr NIUS:
Erst „faschistische Politik“ unterstellen, dann Reue bekunden: Linken-Chef bittet CDU um Entschuldigung
„Den Garaus machen“: Linke-Fanatiker ruft auf Parteitag zu Mord an Kapitalisten auf
33 Empfehlungen im Wortlaut: Das sind die wahren Pläne der Renten-Kommission
Neues Heizungsgesetz: Deutsche Umwelthilfe kündigt Klimaklage vor Bundesverfassungsgericht an
Neuer Linken-Chef Pantisano: Es gibt keinen Unterschied zwischen der CDU und den Faschisten
Climate-Trouble: „Sie steckten mich in einen fensterlosen Raum“ – wie ein kritischer Professor aus seiner Universität gemobbt wurde
Kretschmer kritisiert AfD-Strategie: „Das bloße Ausgrenzen bringt nichts“
Aus Angst vor einer AfD-Regierung: Innenminister planen neue deutsche Sicherheitsarchitektur
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare