Bundeswehr soll „kriegstüchtig“ werden: Pistorius stellt Armee-Reformen vor
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Die Bundeswehr soll „kriegstüchtig“ werden. Entsprechende Reformen will Verteidigungsminister Boris Pistorius am Donnerstag vorstellen. Doch ein Problem bleibt: Die Personaldecke ist dünn, die Truppe wird immer älter und schrumpft.
Verteidigungsminister Boris Pistorius will am Donnerstag um 12:30 Uhr erste Reformmaßnahmen für die Bundeswehr vorstellen. Der SPD-Politiker strebt unter anderem eine neue Kommandostruktur der Streitkräfte an. Laut Entwürfen sollen einem zentralen Operativen Führungskommando vier Bereiche unterstellt werden – nämlich Heer, Luftwaffe, Marine und Digitalabwehr. Fraglich ist noch, wie in dieser Struktur der Sanitätsdienst und die sogenannte Streitkräftebasis eingebunden werden. Letztere ist zuständig für die Logistik, die ABC-Abwehr und die Feldjäger.
Mit den neuen Maßnahmen soll vor allem der Bürokratieaufwand verringert werden. Für einzelne Auslandseinsätze wurden bislang immer individuelle Kontingente zusammengestellt. Entweder Heer, Marine oder Luftwaffe hatten bei bestimmten Operationen den Hut auf. Nun soll alles aus einer Hand geplant werden.

Pistorius, Scholz und der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, wollen die Bundeswehr auf Vordermann bringen.
Auch die Union will Reformen
Nach Angaben des Ministeriums soll damit die Landes- und Bündnisverteidigung neu ausgerichtet werden. Ziel sei eine „kriegstüchtige Bundeswehr“. Dieses Vorhaben unterstützt auch die Union. Notwendig sei, „aus der Friedensarmee Bundeswehr, die maximal durch die Entsendung relativ kleiner Truppenkontingente in Auslandseinsätze vollauf beschäftigt war, eine umfassend einsatzfähige Armee für die Landes- und Bündnisverteidigung zu machen“, erklärte der Fraktionsvize der Union, Johann Wadephul, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.
Ein Problem der Bundeswehr bleibt dabei jedoch die dünne Personaldecke: Trotz großer Personaloffensive ist die Zahl der Rekruten bei der Bundeswehr im vergangenen Jahr fast unverändert geblieben. „Die Bundeswehr altert und schrumpft“, hatte die Wehrbeauftragte des Bundestags, Eva Högl, beklagt. Zuletzt wurde deshalb immer wieder über die Rückkehr zur allgemeinen Wehrpflicht diskutiert.
Gestiegen ist unterdessen der Anteil der 17-jährigen Neuankömmlinge. Mittlerweile ist fast jeder zehnte neue Rekrut minderjährig. Eigentlich hatten SPD, Grüne und FDP im Koalitionsvertrag vereinbart, dass Ausbildung und Dienst an der Waffe volljährigen Soldaten vorbehalten sein soll. Das Verteidigungsministerium erklärte dazu, dass 17 Jahre alte Bewerber nur dann eingestellt würden, „wenn sie ein umfassendes physisches und psychologisches Eignungstestverfahren bestehen“.
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