CDU fordert: „ZDF muss Böhmermann-Sendekonzept auf den Prüfstand stellen“
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Jetzt erreicht der Böhmermann-Skandal den Bundestag!
Der ZDF-Moderator hatte in seiner Sendung vom vergangenen Freitag dazu aufgerufen, „Nazis“ zu „keulen“. Mit Nazis waren unliebsame AfD- und FPÖ-Politiker gemeint, keulen ist ein Wort aus der Tiermedizin und bedeutet: ein krankes Tier töten, um eine Seuche zu verhindern. Ein Tötungsaufruf, von hunderttausenden Menschen angeklickt, finanziert von öffentlichen Geldern.
NIUS fragte die medienpolitischen Sprecher aller Bundestags-Fraktionen, was sie zu dem Vorgang denken.
„Das Problem bei Böhmermanns Sendung ist, dass er sich in ein Spannungsfeld hineinbegibt, das er nicht auflösen kann“, sagt Christiane Schenderlein (CDU) zu NIUS. Die medienpolitische Sprecherin der Unions-Fraktion weiter: „Er versucht Investigativjournalismus mit Comedy und Satire zu verbinden. Daran scheitert er leider regelmäßig. Wenn eine Recherche sich als unvollständig oder falsch herausstellt, dann kann Böhmermann es nicht einfach als satirische Überspitzung darstellen. Gleichzeitig hat nicht jede humoristische Einlage einen journalistischen Wert. Erst im Dezember hat Jan Böhmermann für seine Sendung zum Thema ‚ritualisierter sexueller Gewalt‘ eine Programmbeschwerde kassiert.“
Ihre Forderung mit Blick auf das gebührenfinanzierte Format: „Ich denke, dass das ZDF das Sendekonzept auf den Prüfstand stellen muss.“

Christiane Schenderlein, CDU-Abgeordnete aus Sachsen
Hier ist die Szene mit dem „Nazis keulen“-Spruch:
CDU: laut Böhmermann „Nazis mit Substanz“
Böhmermann arbeitet sich auch regelmäßig an den Unions-Parteien ab. Mit Bezug auf CDU-Chef Friedrich Merz sprach er im Juli 2023 von „Nazis mit Substanz“. Das ZDF distanzierte sich damals von ihrem Frontmann, der laut Welt am Sonntag für seine Sendung ein Jahresgehalt von 682.000 Euro bekommt.
Martin Renner, medienpolitischer Sprecher der AfD, spricht von einer „unsäglichen Grenzüberschreitung“, die mittlerweile ein „Geschäftsmodell“ sei. Seine Partei wurde in der Böhmermann-Sendung mehrfach thematisiert. Renner weiter: „Wer nur durch Provokation und Grenzüberschreitung lebt – und ein entsprechendes Publikum adressiert – scheitert früher oder später an der Notwendigkeit, die Dosis des kalkulierten Skandalons immer weiter erhöhen zu müssen.“ Er setze sich weiter für eine Abschaffung des Gebühren-Modells ein.
Die medienpolitischen Sprecher von SPD, Grünen, FDP und Linken reagierten bis zum Erscheinen dieses Textes nicht auf die Anfrage zum Fall Böhmermann.
Broder: „Das verräterische Nazi-Verständnis von Jan Böhmermann“
In einem bemerkenswerten Kommentar äußerte sich auch Welt-Autor Henryk M. Broder zu Wort und attestierte Böhmermann, er würde sich „im Grenzbereich zwischen KZ-Humor und Veterinärmedizin“ bewegen. Unter der Überschrift „Das verräterische Nazi-Verständnis von Jan Böhmermann“ schreibt Broder: „Die Idee des Keulens auf Menschen zu übertragen, könnte auch als eine Maßnahme gegen ‚lebensunwertes Leben‘ verstanden werden.“ Satire sei das schon längst nicht mehr, denn wenn wirklich alles Satire sei, was sich so nennt, müsse „auch ‚Der Stürmer‘ rückwirkend als Satiremagazin anerkannt werden“.
Nazi sei für Böhmermann einfach jeder, der anders denkt: „Nazi ist, wer auf die Nachteile der Zuwanderung hinweist, den Sinn der Energiewende in Frage stellt und einen SUV mit Dieselantrieb fährt.“

Broder ist Sohn zweier Holocaust-Überlebender
NIUS erfuhr von der Staatsanwaltschaft Mainz, dass mehrere Anzeigen wegen der am Freitag ausgestrahlten und weiterhin im Netz auffindbaren Sendung eingegangen sind. Die Anzeigen werden gerade geprüft. Heißt: Ob es ein Ermittlungsverfahren gibt oder nicht, ist derzeit offen.
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