CDU: Merz macht Merz-Feind zum starken Mann in der Partei!
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Beim Versuch, Friedrich Merz als neuen Parteichef zu verhindern, ist der neue Kampagnen-Chef der CDU gescheitert …
Mit Verwunderung wird in Teilen der Union eine neue Top-Personalie im direkten Umfeld von CDU-Chef Friedrich Merz aufgenommen. Merz hat nach dem Ausstieg seines engen Unterstützers, dem früheren Innenstaatssekretär Markus Kerber, zwei neue Berater engagiert. Demnach soll sein bisheriger persönlicher Referent Luca Macke den Bereich Strategie und Planung übernehmen. „Media Pioneer“ hatte zuerst berichtete über die Beförderung berichtet.
Vor allem aber die Berufung von Christian Wohlrabe, CDU-Kreischef in Berlin-Charlottenburg und Mitglied der Klima-Union, zum neuen Bereichsleiter Kampagnen und Mobilisierung, sorgt für Erstaunen. Der Grund: Wohlrabe hatte Merz bis zu dessen Wahl intern heftig bekämpft.
So sei Merz‘ Vergangenheit beim Finanzinvestor Blackrock ein Problem, twitterte Wohlrabe im November 2018: „Es war abzusehen, dass genau diese Diskussion aufkommen würde. Und man muss kein Linker sein, um das für ein Problem zu halten.“ Oder launig: „Wer in #Merz den Frühling sieht, ist vor allem eines: schlecht in Orthografie :-)“. Während der Kandidatur von Merz für den Parteivorsitz twitterte sich @Wohli sichtlich in Rage: „Ich frage mich gerade, ob Friedrich Merz Vorstandsvorsitzender oder Parteivorsitzender werden möchte. Ist etwas verkopft.“
Im Oktober 2019 schrieb Merz‘ neuer Kampagnen-Chef: „Bei Merz frage ich mich echt, wann er sich von unserer christdemokratischen Diskussionskultur verabschiedet hat. Ihm geht es weder um Merkel noch um AKK, sein Programm heißt Merz“. Als Merz wenig später der damaligen Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel ein „grottenschlechtes“ Erscheinungsbild attestierte, kam das bei Wohlrabe gar nicht gut an: „Bemerkenswert, dass jemand, der sich selbst jahrelang aus dem Spiel genommen und dann ein Parteitagsvotum verloren hat, jetzt meint, dafür prädestiniert zu sein, einen Angriff auf Regierung und Parteiführung zu fahren. Die #CDU hat klare Verfahren und ist kein Karnevalsverein.“
Natürlich brauche die Partei Debatten, schrieb Wohlrabe am 29. Oktober 2019. „Nur geht es Leuten, die meinen, diese über die BILD führen zu müssen, in aller Regel mehr um sich selbst, als um den Inhalt.“ Den „maximal schlechten Stil“ von Merz, „jetzt via ZDF und Bild eine Kampagne führen zu müssen“, merkte Wohlrabe gleich mehrfach an.
Mit großer Zustimmung zitierte er damals den Blog des ARD-Hauptstadtstudios: „Meine Rede: ,Möchte-Gern-Kanzler Friedrich #Merz sucht den offenen Disput in seiner Partei. Dabei geht es ihm nicht um das Wohl der CDU, sondern allein um den eigenen Machtanspruch.‘“
Nach Informationen von „Schuler! Fragen, was ist“ hatte Merz seit längerem versucht, jemanden für den Kampagnen-Job zu finden und soll auch Hinweise auf die Positionierung von Christian Wohlrabe erhalten, diese jedoch zurückgestellt haben. Vielleicht, so wird intern gemutmaßt, wolle Merz einen Coup der frühen Merkel-Jahre kopieren, als diese ihren früheren Kritiker Volker Kauder zu ihrem Fraktionschef im Bundestag machte. Dieser dankte es bis zu seiner Abwahl mit engster Loyalität.
Weder die Parteizentrale der CDU noch Wohlrabe wollten sich zu dem Vorgang äußern.
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Ralf Schuler
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