Chip-Pflicht für Hunde und Katzen in der EU kommt
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Hunde und Katzen in der EU müssen künftig nach dem Willen des Europaparlaments durch Mikrochips identifizierbar sein. Die Europäische Union will so den illegalen Handel mit den Tieren eindämmen und ihren Schutz verbessern.
Für die Chip-Pflicht gibt es danach mehrjährige Übergangsfristen. Für Hunde greift sie zehn Jahre nach dem Inkrafttreten und für Katzen nach 15 Jahren – jeweils, wenn sie privat gehalten werden. Bauernhofkatzen sind davon ausgenommen. Für Händler gelten die neuen Regeln dagegen bereits nach vier Jahren. Die deutsche Abgeordnete Manuela Ripa, die im Umweltausschuss am Vorhaben mitgewirkt hat, forderte die Bundesregierung auf, schon früher eine Chip-Pflicht einzuführen.
Bisher gibt es in Deutschland keine allgemeine Chip- und Registrierungspflicht für alle Hunde und Katzen. Viele Städte und Bundesländer haben aber bereits Regeln.
Gegen illegalen Handel
Wenn die EU-Vorgaben endgültig in Kraft treten, müssen alle Hunde und Katzen zudem in einer nationalen Datenbank registriert werden. Die Daten können zwischen den EU-Ländern ausgetauscht werden, sodass ein Tier besser einem Halter zugeordnet werden kann. Läuft etwa ein Hund im Urlaub davon, kann so auch in einem Tierheim im Ausland besser ermittelt werden, wohin er gehört. Außerdem soll es so schwieriger werden, Hunde und Katzen, die rechtswidrig gehalten oder in die EU gebracht wurden, weiterzuverkaufen.

Mops Henriette: Das Tier steht beispielhaft für die Problematik sogenannter Qualzuchten, bei denen extreme Zuchtmerkmale zu gesundheitlichen Einschränkungen und Leiden führen.
Für Händler und Züchter wird außerdem festgeschrieben, dass sie die Tiere unter guten Bedingungen halten müssen. Hunde und Katzen mit „extremen Merkmalen“ dürfen zudem nicht für die Zucht verwendet werden, wenn ein „hohes Risiko“ für Leid besteht. Genaue Definitionen dafür legt die EU-Kommission mit Fachleuten bis Juli 2030 fest. Stark gezüchtete Hunde mit extrem flachen Nasen haben etwa oft Atemnot.
Beim Deutschen Schäferhund beispielsweise treten Hüft- und Ellbogendysplasien laut Verein für Deutsche Schäferhunde vergleichsweise häufig auf. Auch Erkrankungen der Wirbelsäule sind dokumentiert. Das hängt unter anderem mit der Zuchtgeschichte zusammen: Über Jahrzehnte wurde ein stark abfallender Rücken und eine ausgeprägte Hinterhandwinkelung als Schönheitsideal bevorzugt.

Ein Klassiker mit Herz: der Deutsche Schäferhund.
Bürger in der Europäischen Union besitzen offiziellen Angaben zufolge mehr als 72 Millionen Hunde und 83 Millionen Katzen. Beim Handel mit den beiden Tierarten wird Schätzungen zufolge jährlich ein Umsatz von rund 1,3 Milliarden Euro erzielt.
Fragen und Antworten
Was bedeutet „Chippen“ bei Haustieren?
Beim Chippen von Haustieren wird ein kleiner Transponder unter die Haut eingesetzt. Dieser enthält eine eindeutige Identifikationsnummer, die mit einem Lesegerät ausgelesen werden kann.
Wo wird ein Chip bei Haustieren eingesetzt?
Der Chip wird in der Regel auf der linken Halsseite unter die Haut des Haustiers gesetzt. Der Eingriff dauert wenige Sekunden und erfolgt mit einer Injektionsnadel.
Tut Chippen dem Tier weh?
Der Einstich ist vergleichbar mit einer Impfung. In der Regel ist keine Betäubung nötig.
Ab wann sollte ein Tier gechippt werden?
Hunde werden meist im Welpenalter ab etwa 8 Wochen gechippt. Katzen können ebenfalls ab diesem Alter gechippt werden, oft im Rahmen einer Impfung.
Ist das Chippen von Hunden Pflicht?
Für Hunde besteht bereits in vielen Bundesländern in Deutschland eine Chip-Pflicht, je nach Rasse oder Größe. Für Katzen gibt es meist keine generelle Pflicht, aber für Freigänger wird es dringend empfohlen.
Was kostet das Chippen von Tieren?
Die Kosten liegen in Deutschland meist zwischen 30 und 60 Euro. Dazu kommen oft wenige Euro für die Registrierung in einer Datenbank.
Was speichert der Chip bei einem Haustier genau?
Der Chip enthält nur eine 15-stellige Nummer. Persönliche Daten werden nicht auf dem Chip gespeichert, sondern in externen Datenbanken hinterlegt.
Wie funktioniert die Zuordnung zum Besitzer?
Nach dem Chippen muss die Nummer bei einem Register wie TASSO oder FINDEFIX hinterlegt werden. Erst dadurch kann ein Tier im Fundfall zugeordnet werden.
Wie lange hält ein Tierchip?
Der Chip ist passiv und benötigt keine Batterie. Er funktioniert in der Regel ein Leben lang.
Was passiert, wenn ein gechipptes Tier gefunden wird?
Tierärzte, Tierheime oder Behörden lesen die Chipnummer aus und gleichen sie mit den Registrierungsdaten ab, um den Besitzer zu kontaktieren.
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