DAS sind die Gründe für den Absturz der Grünen
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Wenn es bei der Europawahl einen Verlierer gibt, dann ist es die Grüne Partei. Spitzenkandidatin Terry Reintke und die Parteichefs Ricarda Lang und Omid Nouripour zogen nach Verkündung der Ergebnisse bei der „Wahlparty“ ziemlich lange Gesichter. Die Grünen sind von 20,5 auf 12 Prozent abgestürzt – ein Einbruch um mehr als 40 Prozent.
NIUS erklärt die Gründe für den Absturz der Grünen:
- Das Kernthema der Grünen, der Umwelt- und Klimaschutz, gehört längst nicht mehr zu den Themen, die den Menschen am wichtigsten sind. In Wahrheit hat kein Thema so sehr an Relevanz verloren wie das Klima. Die Friedenssicherung in Europa, soziale Sicherheit und die Migrationspolitik haben das Klima bei den wichtigsten Themen abgelöst.

Das waren die wichtigsten Themen bei der Europawahl.
- Junge Wähler wählen rechts! Bei der letzten Europawahl 2019 waren die Grünen die mit Abstand beliebteste Partei bei jungen Menschen unter 30 Jahren. Bei der Europawahl 2024 durften dann auch 16-Jährige erstmals wählen, was bei den Grünen Hoffnungen weckte, davon überdurchschnittlich profitieren zu können – doch es kam anders. Die Grünen verloren 18 (!) Prozentpunkte bei Menschen unter 30 Jahren, während die Union drei und die AfD zehn Prozentpunkte hinzugewann. Auch bei der noch jüngeren Gruppe der 16- bis 24-Jährigen zeigt sich: Junge Menschen wählen rechts (Union 17 Prozent, AfD 17 Prozent), nicht grün (11 Prozent).
- Annalena Baerbock und Robert Habeck haben sich rund um die „Wahlparty“ nicht blicken lassen – die beiden grünen Bundesminister wollten wohl nicht mit der Wähler-Klatsche in Verbindung gebracht werden. Dabei war für die Mehrheit der Wähler die Europawahl auch so etwas wie eine vorgezogene Bundestagswahl: Auch unter Grünen-Wählern war für 44 Prozent die Bundespolitik wahlentscheidend, bei Wählern anderer Parteien noch deutlich mehr. Die Klatsche für die Grünen ist also auch eine Klatsche für Habeck und Baerbock.

Für die meisten Wähler war die Bundespolitik wahlentscheidend.
- Auch der „Kampf gegen Rechts“, den die Grünen gar plakatiert hatten („Einigkeit, gegen Rechts, für Freiheit“) hat keineswegs verfangen. Statt auf die Grünen zu hören, haben mehr als 45 Prozent der Wähler CDU/CSU und AfD, also klassisch rechten Parteien, ihre Stimme gegeben.

Das prominenteste Wahlplakat der Grünen
Entsprechend enttäuscht zeigte sich Parteichefin Ricarda Lang: „Wenn man auf unser Ergebnis schaut, dann muss man ganz klar sagen: Damit kann man nicht zufrieden sein. Das ist nicht der Anspruch, mit dem wir in diese Wahl gegangen sind, und wir werden das gemeinsam aufarbeiten.“
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