Der Chef wackelt – ohne Merz ist die CDU am Ende
Ein Beitrag von
Ein Kommentar
Friedrich Merz spricht aus, was in vielen Kommunen längst Realität ist: Dass man um eine Zusammenarbeit mit der AfD auf kommunaler Ebene nicht mehr herum kommt. Dennoch hagelt es Kritik – auch aus den eigenen Reihen. Das zeigt, wie wenig Bewusstsein in Teilen der Union darüber existiert, an welchem Scheideweg sich die letzte große Volkspartei befindet.
Auf 26 Prozent kommt man in der letzten Sonntagsfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA noch. Damit trennen die Union nur noch vier Prozent von der AfD. Betrachtet man CDU und CSU getrennt, sind die Blauen sogar schon stärkste Kraft.
Für einige aus der Union erscheint es deshalb sinnvoll, die sogenannte „Brandmauer“ noch einmal zu bekräftigen. Was ihnen nicht bewusst ist, ist die Tatsache, dass die Umfragewerte der AfD nicht trotz der Brandmauer, sondern gerade wegen ihr steigen.

Wegner, Söder, Rhein, Hans: Merz wird aus den eigenen Reihen angegriffen.
Je mehr man sich in der Union darum bemüht, sich von den Blauen zu distanzieren, desto klarer erscheint es den Menschen, dass ein wirklicher politischer Wandel nur noch mit der AfD möglich ist.
Die CDU ist tot
Zumindest, wenn sie jetzt den Fehler begeht und ihren Vorsitzenden absägt. Wenn Merz geht, wird so schnell nichts Konservatives mehr kommen. Dabei ist es gerade jener Glaube an einen Funken Rest-Konservatismus in der CDU, für den Merz und auch Linnemann stehen, der viele Wähler überhaupt noch bei der Stange gehalten hat.

Friedrich Merz und Carsten Linnemann müssen die Partei wieder vereinen.
Niemand braucht eine zweite SPD. Eine Merkel-CDU ohne Merkel. Wie erfolgreich das Konzept einer nichtkonservativen CDU ist, ließ sich bereits an der krachenden Niederlage von Armin Laschet gegen Olaf Scholz erkennen.
Lesen Sie auch: Machtkampf in der Union: Wer ist gefährlicher für Merz – Söder oder Wüst?
Es war jene Sozialdemokratisierung der CDU unter Angela Merkel, die erst den Weg für die AfD geebnet hat. Sie hat für viele Wähler die Lücke gefüllt, die eine CDU, die den Konservatismus hinter sich gelassen hatte, hinterlassen hat. Und nun soll ausgerechnet die Revitalisierung dieses Kurses den gewünschten Erfolg gegen die Blauen bringen? Man muss schon sehr hart auf den Kopf gefallen sein, um zu glauben, dass eine Übernahme der Union durch Politiker wie Kai Wegner, Tobias Hans oder auch Hendrik Wüst der Partei zu alter Stärke verhelfen würden.

Tobias Hans greift Friedrich Merz öffentlich an.
Dass ausgerechnet Personen wie Hans, der im aktuellen Stern-Interview auf die Frage, wie man die AfD klein halten könne, mit CO2-Einsparungen und mehr Elektromobilität antwortet, der Meinung sind, sie hätten etwas Hilfreiches zur Debatte beizutragen, zeigt allerdings, wie schlimm es bereits jetzt um die Union steht.
Darüber hinaus suggeriert der Terminus „klein halten“, dass es sich bei der AfD tatsächlich noch um eine kleine Partei handelt, die man bis dato in Schach hält. Davon kann angesichts fast wöchentlich steigender Umfragewerte wohl kaum die Rede sein.
Brandstifter statt Feuerlöscher
Und so sollte man sich in der Union endlich einmal klar darüber werden, dass eine „Brandmauer“ nichts weiter als eine Luxusvokabel ist, deren Verwendung man sich nur so lange leisten kann, wie der vermeintliche Gegner klein genug ist, um ihn zu ignorieren. Heute geht es nur um den neuen Spielplatz, morgen dann um die Gesetzgebung auf Landes- und Bundesebene.
Das Messer im Rücken von Friedrich Merz heute sind die 23 Prozent von morgen für die AfD. Wer linker Presse und linken Politikern zur Seite springt, um innerparteiliche Machtkämpfe auszufechten, ist kein Feuerlöscher, sondern vor allem ein Brandstifter, dem nicht nur die eigene Partei völlig egal ist, sondern auch der Bürger.
Lesen Sie auch den Kommentar von Politik-Chef Ralf Schuler: Merz sollte die Vertrauensfrage stellen
Mehr NIUS:
Die skurrilsten Beschlüsse des Linken-Parteitags
Regierungs-Kommission fordert die AfD-Rente – die große NIUS-Analyse zu den 33 Empfehlungen
Bericht: Das will die AfD an deutschen Schulen und Universitäten verändern
Erst „faschistische Politik“ unterstellen, dann Reue bekunden: Linken-Chef bittet CDU um Entschuldigung
„Den Garaus machen“: Linke-Fanatiker ruft auf Parteitag zu Mord an Kapitalisten auf
33 Empfehlungen im Wortlaut: Das sind die wahren Pläne der Renten-Kommission
Neues Heizungsgesetz: Deutsche Umwelthilfe kündigt Klimaklage vor Bundesverfassungsgericht an
Neuer Linken-Chef Pantisano: Es gibt keinen Unterschied zwischen der CDU und den Faschisten
Mehr NIUS:
Erst „faschistische Politik“ unterstellen, dann Reue bekunden: Linken-Chef bittet CDU um Entschuldigung
„Den Garaus machen“: Linke-Fanatiker ruft auf Parteitag zu Mord an Kapitalisten auf
33 Empfehlungen im Wortlaut: Das sind die wahren Pläne der Renten-Kommission
Neues Heizungsgesetz: Deutsche Umwelthilfe kündigt Klimaklage vor Bundesverfassungsgericht an
Neuer Linken-Chef Pantisano: Es gibt keinen Unterschied zwischen der CDU und den Faschisten
Climate-Trouble: „Sie steckten mich in einen fensterlosen Raum“ – wie ein kritischer Professor aus seiner Universität gemobbt wurde
Kretschmer kritisiert AfD-Strategie: „Das bloße Ausgrenzen bringt nichts“
Aus Angst vor einer AfD-Regierung: Innenminister planen neue deutsche Sicherheitsarchitektur
Anabel Schunke
Artikel teilen
Kommentare