Der ISIS-Gruß: Warum die ganze Welt diesen Islamisten-Finger fürchten muss
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Riesendiskussion um den Zeigefinger-Gruß von Nationalspieler Antonio Rüdiger! Auf Instagram zeigte er sich mit der Geste des „Islamischen Staats“ (IS), mit der die Terrororganisation überall auf der Welt mordet. NIUS-Chefredakteur Julian Reichelt hatte auf die islamistische Bedeutung dieser Geste hingewiesen und damit eine Debatte ausgelöst.
Nun haben Rüdiger und der DFB sogar Anzeige erstattet. „Wegen Beleidigung bzw. Verleumdung, verhetzender Beleidigung sowie Volksverhetzung“, so Rüdigers Begründung laut einem Bild-Bericht. Der DFB meldete den Tweet der Generalstaatsanwaltschaft offenbar wegen „Hate Speech“.
NIUS dokumentiert die Geschichte des ISIS-Grußes – und erklärt, warum die ganze Welt diesen Islamisten-Finger fürchten muss.
ntv sprach vom „Hitlergruß des IS“
Am 18. Dezember 2016 ermordete der islamistische Terrorist Anis Amri am Berliner Breitscheidplatz elf Menschen und verletzte 55 Menschen, einige von ihnen schwer. Hinterher tauchte das Bild einer Überwachungskamera auf, in die er den ISIS-Zeigefinger hielt. Die BZ berichtete damals so:

Berliner Tageszeitung (BZ) am 04.10.2017.
Auch für andere Medien war immer klar, dass die Geste eine böse Bedeutung hat. Der „schlimme Finger“ (Süddeutsche Zeitung) war für ntv der „Hitlergruß“ des IS, der für die „Zerstörung der westlichen Werte“ steht. Schauen Sie:

Für Verfassungsschutz und Innenministerium hatte der Gruß eine islamistische Bedeutung
Auch für den bayerischen Verfassungsschutz ist die Sache klar. Auf dem Deckblatt der Broschüre „Islamismus erkennen“ ist der Finger sehr groß abgebildet.

Bayerisches Amt für Verfassungsschutz: „Islamismus erkennen“, Neuauflage von 2023
Im Inneren der Broschüre wird das Symbol kurz und knapp beschrieben. Es stehe für das Prinzip des „Tauhid“, die Lehre von „Ein(s)heit und Einzigartigkeit Gottes“. Aus ihr leiten Islamisten die Ablehnung der Demokratie und ihrer Werte ab. Das heißt nicht, dass Rüdiger dies tut, aber es bedeutet sehr wohl, dass es nicht in Ordnung ist, diese Geste zu nutzen – weil sie kompromittierend ist.

Und das wusste auch Innenministerin Nancy Faeser, als sie 2022 einen Schüler scharf verurteilte, der den islamistischen Finger auf einem Foto in ihrem Ministerium zeigte. Auch da konnte niemand in die Köpfe der Jugendlichen schauen, trotzdem beurteilte Faeser das Zeigen des Grußes und anderer Gesten auf dem Foto als „inakzeptabel“. „Wir sind mit dem Projektträger dazu im Gespräch“, twitterte sie damals.
Heute findet sie es unproblematisch. Auf NIUS-Anfrage heißt es jetzt: „Aus Sicht des BMI ist der sog. ‚tauhid‘-Finger als Glaubensbekenntnis zu verstehen und insofern mit Blick auf die öffentliche Sicherheit als unproblematisch einzuordnen. Dies gilt unabhängig von der Tatsache, dass islamistische Gruppen dieses Symbol vereinnahmen und für ihre Zwecke missbrauchen.“ Über den konkreten Einzelfall Rüdiger heißt es aus dem Ministerium: „Dem BMI liegen keine Erkenntnisse darüber vor, dass Herr Rüdiger die Geste in einem salafistischen bzw. islamistischen Sinne verwendet hat.“

Oben im Bild ein Ausschnitt des inzwischen gelöschten Fotos, unten Faesers scharfe Reaktion.
Osama bin Laden verwendete die Geste
Zuletzt verwendeten ISIS-Terroristen, die bei Moskau 139 Menschen in der Konzerthalle „Crocus City Hall“ ermordeten, den Islamisten-Gruß.

Mit dem Symbol zogen ISIS-Kämpfer mordend durch Syrien, enthaupteten Menschen, auch westliche Journalisten, verbrannten sie bei lebendigem Leib.

Am 11. September 2001 ermordete die Terrororganisation al-Qaida 2996 Menschen bei ihrem Anschlag in den USA. Bis heute gilt der 11. September als Zäsur des Grauens von religiösem Terror gegen den Westen. Al-Qaida-Chef Osama bin Laden verwendete die Geste. Auch als Terroristen in Madrid und London, in Brüssel und Paris unschuldige Menschen in Zügen, in Bussen, am Flughafen und beim Tanzen abschlachteten und in die Luft sprengten, nutzten Täter und Anhänger den erhobenen Zeigefinger, um sich zu diesem Grauen zu bekennen.

In Duisburg schlachtete Maan D. einen Menschen ab, wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Gerichtssaal zeigte er die Gesten der Islamisten:

Nachdem die Hamas-Terroristen und sogar palästinensische Zivilisten am 7. Oktober in Israel ein Massaker verübt hatten, dem 1.239 Menschen zum Opfer fielen, tanzten sie danach in den Straßen mit dem islamistischen Gruß:

2022 erteilte die Polizei Mitarbeitern des Düsseldorfer Flughafens eine Gefährderansprache, weil sie den Gruß zeigten:

Spätestes seit Osama bin Laden ist der islamistische Fingergruß ein Symbol für Barbarei und Terrorismus. Dessen muss sich auch Antonio Rüdiger bewusst gewesen sein, als er ihn nutzte. So stuft es auch die renommierte Islamismus-Expertin Susanne Schröter ein.
NIUS gegenüber sagte sie: „Er bedient sich dabei der Bildsprache von Salafisten, die den ausgestreckten Finger als Zeichen eines Machtanspruchs verwenden. Popularisiert wurde sie vor allem von dschihadistischen Gruppen wie dem IS, der sie als Erkennungszeichen, Kampfansage und als Zeichen der Überlegenheit des Islam gegenüber allen anderen Religionen nutzte und noch immer nutzt. Ich gehe davon aus, dass Antonio Rüdiger sich bewusst in dieser Form im Internet präsentiert hat.“
Nach wie vor handelt es sich um den „Hitlergruß“ des IS, wie ntv ihn vor Jahren nannte. Daran ändert sich auch nichts, wenn ihn ein DFB-Nationalspieler nutzt.
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