Der Sinnlos-Gipfel: Der Kanzler verhandelt ohne Brummi-Branche über E-Auto-Wende
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Sie blasen Kohlenstoffdioxid in Luft und sollen das gefälligst lassen – aber mitreden dürfen sie nicht: Kanzler Olaf Scholz (SPD) hat die Brummi-Branche nicht einmal eingeladen zum großen E-Auto-Gipfel im Kanzleramt!
„Ein E-Auto-Gipfel ohne Beteiligung der LKW-Branche blendet ein Drittel des CO2-Ausstoßes im Straßenverkehr aus“, sagt Prof. Dirk Engelhardt, Chef des mächtigen Bundesverbands Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) zu NIUS. „Die Klimaziele im Verkehrssektor können nur erreicht werden, wenn die Politik endlich die richtigen Rahmenbedingungen für einen klimafreundlichen Straßengüterverkehr schafft.“

Dirk Engelhardt
Hintergrund: „Der Straßengüterverkehr steht für 85 Prozent des Transportvolumens in Deutschland – mit steigender Tendenz. Eine Klimawende beim Gütertransport muss daher bei den 800.000 schweren Lkw ansetzen, die auf Deutschlands Straßen Güter transportieren und fast ausschließlich mit Diesel fahren.“
LKW-Maut-Erhöhrung sorgt für Druck
Die Verägerung der Laster-Lobby ist derzeit besonders groß, weil die Bundesregierung zum 1. Dezember die LKW-Maut fast verdoppelt hat und von den 30 Milliarden Euro Mehreinnahmen kaum etwas an die Trucker zurückfließt, obwohl die Politik immer neue Auflagen macht und die Entwicklung von E-Trucks fordert. Doch diese Entwicklung kostert Milliarden, so Engelhardt. Außerdem bringt die Maut-Erhöhung die Brummi-Branche zusätzlich unter Druck, weil die Mehrkosten auf alle transportierten Güter aufgeschlagen werden und nahezu alle Produkte teurer macht, weil das Ausweichen auf die Schiene für die meisten Alltagsdinge keine Alternative ist.

E-LKW sind aktuell nur für den Nahverkehr tauglich. Der aktuelle Verwendungsanteil ist verschwindend gering.
Derzeit ist eine Million vollelektrischer Autos (von insgesamt 48 Millionen Pkw) auf den deutschen Straßen unterwegs. Weitere 2,34 Millionen Autos fahren mit Hybrid-Antrieb. Die Bundesregierung will beim Auto-Gipfel mit Wissenschaftlern, Vertretern aus Politik und Automobilwirtschaft nach Wegen suchen, das gesteckte Ziel von 15 Millionen E-Autos im Jahr 2030 zu erreichen. Derzeit stagnieren Absatz und Zulassung vollelektrischer Fahrzeuge, sodass Hersteller inzwischen Produktionsstrecken stilllegen müssen. Die Ampel-Regierung will zudem die Privatwirtschaft dazu bewegen, das Ladesäulen-Netz schneller und stärker auszubauen.
„Die Politik muss jetzt die Rahmenbedingungen entscheidend verbessern, damit der Wechsel von Diesel zu E-Mobilität im Gütertransport schnell beginnt. Sonst kann es keine signifikante Verringerung bei den Emissionen des Güterverkehrs geben“, Engelhardt und fordert die Reinvestition der Mauteinnahmen und mindestens 800 Millionen Euro pro Jahr für die Entwicklung von E-Trucks. Außerdem deutlich mehr Ladesäulen und Stellplätze für Brummis, die für ihre Ruhezeiten schon jetzt viel zu wenig Rastplätze finden.
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Ralf Schuler
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