Die Bückling-Bosse: Wie sich Top-Manager bei den Grünen anbiederten
Ein Beitrag von
Wie ein Kartenhaus hat das Urteil des Bundesverfassungsgerichts die illegale Kreditblase der Ampel-Regierung zusammenbrechen lassen, und im politischen Berlin schauen sich jetzt jene betreten an, die von Anfang Bedenken hatten, den Milliardenwucher um des lieben Friedens willen mitzumachen, der Deutschland jetzt an den Rand einer Staatskrise bringt.
Dabei trifft nicht nur die FDP-Mitglieder der Bundesregierung der Vorwurf, trotz dokumentierter Bauchschmerzen um der Macht willen mitgelaufen zu sein – auch in der Wirtschaft hat zweckdienliches Anbiedern in der Hoffnung auf regierungsseitiges Wohlwollen seit längerem Konjunktur. Bedenken, Einwände, kritisches Hinterfragen? Fehlanzeige.

Man versteht sich: BDI-Chef Russwurm und Habeck auf der Industriekonferenz 2023 in Berlin
Russwurms Liebesgrüße aus der Industrie
Im Oktober 2022 steckten selbst die Grünen verwundert die Köpfe zusammen, als Siegfried Russwurm, Präsident des mächtigen Bundesverbands der Deutschen Industrie, auf dem Bonner Parteitag der Öko-Partei das Wort ergriff und darüber sprach, dass die deutsche Industrie dabei sei, wenn es darum gehe, die deutsche Wirtschaft zu „dekarbonisieren“ und die Transformation in den nächsten Jahren hinzukriegen bis zur Klimaneutralität.

Russwurm fand in Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck Ende Oktober einen interessierten Zuhörer ...
Und dann legte sich Russwurm richtig ins Zeug. Jetzt, in der Rezession machten sich viele Menschen Sorgen, so der frühere Siemens-Vorstand und Thyssenkrupp-Aufsichtsrat, „nicht nur Bürger:Innen in ihrer Rolle als Verbraucher:Innen, aber auch Mitarbeitende in vielen Betrieben und manche in ihrer Verantwortung als Unternehmer:Innen...“ Dann gendert sich der Industrie-Boss tapfer durch seine achtzehnminütige Rede und erhält dafür einen eher schlichten grünen Blumentopf mit einer Blattpflanze.
Und weil er das Gendern wohl nicht penetrant genug fand, gestand Russwurm seinem Wirtschaftsminister beim parlamentarischen Abend von BDI, BDA und DIHK im September 2022 ganz offen seine Liebe: „Wir waren ja anfangs skeptisch, aber in den neun Monaten haben Sie uns mehrfach überrascht – positiv!“
Kuscheln bis der Arzt kommt
Kein Wunder, dass die Grünen sich in ihrer Weltsicht mit der angeblich alternativlosen „Transformation“ warm verstanden und von einer breiten gesellschaftlichen Strömung getragen sahen, wenn selbst schon die Industrie auf ihrer Seite steht.

Alte Seilschaften: Bundesaußenministerin Annalena Baerbock mit Siemens-Boss Joe Kaeser bei einer Grünen-Veranstaltung im Jahr 2020
Nicht minder beflissen zeigte sich ehedem Ex-Siemens-Chef Joe Kaeser, der Fridays-for-Future-Frontfrau Luisa Neubauer 2020 gar einen Posten im Siemens-Aufsichtsrat anbot, auf Twitter gegen die AfD wetterte und die sogenannte Seenotrettung von Carola Rakete unterstützt, die nun als Spitzenkandidatin der Linkspartei in den Europawahlkampf zieht. Dass Dax-Top-Verdiener Kaeser (9,27 Mio. Euro Jahresgehalt) für das bedingungslose Grundeinkommen plädierte, ist da eher eine sozialistische Randnotiz.

Den Mächtigen ganz nah: Kaeser und die damalige Kanzlerin Angela Merkel (CDU) 2019 in Sachsen
Selbst mit der chinesischen KP wusste Kaeser sich zu arrangieren und erzählte auf einer Rückreise aus Peking als Teil der Wirtschaftsdelegation von Kanzlerin a.D. Angela Merkel, dass es ihn nicht störe, dass die Regierung ausländischen Unternehmen ab sofort einen Parteifunktionär in die Leitung der Firmen setze. So habe er wenigstens einen direkten Draht zu den Machthabern, so Kaeser und meinte es ernst. Dass nun ausgerechnet die Siemens-Windkraft-Tochter „Siemens Energy“, deren Aufsichtsratschef Kaeser ist, mit milliardenschweren Staatsbürgschaften gestützt werden muss, entbehrt nicht einer gewissen Originalität.
Vorfahrt für grünen Zeitgeist auch in der Autoindustrie
Zu einem ganz eigenen Höhepunkt an politischer Stromlinienförmigkeit brachte es auch der frühere Volkswagen-Chef Herbert Diess, der VW ganz im Sinne des grünen Zeitgeists komplett auf E-Mobilität umstellen und sämtliche Flotten elektrifizieren wollte. Branchen-Insider schüttelten schon damals den Kopf, weil vollelektrische Mobile auf absehbare Zeit ohne beträchtliche staatliche Zuschüsse und staatlichen Ausbau des Ladesäulen-Netzes kaum für den Massenmarkt taugen. Außerdem war von Anfang an klar, dass China mit seinem Riesen-Markt im Segment der Voll-Stromer kaum zu schlagen sein würde. Einem befreundeten Top-Manager erzählte Diess schon wenig später im Vertrauen, dass er für VW einen chinesischen Investor suche, weil dies die einzige Chance sei, sich gegen mögliche Feindseligkeiten Pekings zu wappnen.

Der damalige VW-Vorstandsvorsitzende Herbert Diess, hier mit Robert Habeck, flog 2022 als Teil der Wirtschaftsdelegation nach Kanada. Im Mittelpunkt der Reise stand die bilaterale Zusammenarbeit im Klima- und Energiebereich.
Angesichts der chinesischen Marktführerschaft bei elektrischen Antriebssträngen wurde Diess einmal gefragt, worin denn künftig das Alleinstellungsmerkmal für deutsche E-Autos bestehen sollte, wenn es nicht mehr die deutsche Ingenieurs-Perfektion sei. „Im Design“, antwortete der damalige Noch-Konzernchef, der aus dem inzwischen eingestellten Verkauf des VW-Beetle eigentlich hätte wissen müssen, dass knuffiges Aussehen allein nicht zum Erfolg führt.
Es kracht im Gebälk
Die einseitige Ausrichtung auf die E-Strategie kostete Volkswagen Milliarden und derzeit Kurzarbeit in einigen Werken für VW-E-Mobile, weil der Markt der technisch euphorischen Früh-Ausprobierer inzwischen weitgehend gesättigt ist und die Nachfrage stagniert. Im Herbst 2022 wurde Diess an der Konzernspitze abgelöst.
Wenn es jetzt im Gebälk der Ampel-Regierung kracht, darf man sich auch an jene eifrigen Claqueure aus der Wirtschaft erinnern oder jene Lobby-Verbände, die sich Grünen-Politiker als Chef-Lobbyisten an die Spitze holten, um möglichst harmonisch im Strom der Zeit zu schwimmen.
Kritik und Rückgrat sind auch in der Wirtschaft mitunter zu Tugenden mit Lieferengpass geworden.
Lesen Sie auch:
Des Kanzlers neue Kleider sind weg: Der Kanzler ist nackt
Mehr NIUS:
Die skurrilsten Beschlüsse des Linken-Parteitags
Regierungs-Kommission fordert die AfD-Rente – die große NIUS-Analyse zu den 33 Empfehlungen
Bericht: Das will die AfD an deutschen Schulen und Universitäten verändern
Erst „faschistische Politik“ unterstellen, dann Reue bekunden: Linken-Chef bittet CDU um Entschuldigung
„Den Garaus machen“: Linke-Fanatiker ruft auf Parteitag zu Mord an Kapitalisten auf
33 Empfehlungen im Wortlaut: Das sind die wahren Pläne der Renten-Kommission
Neues Heizungsgesetz: Deutsche Umwelthilfe kündigt Klimaklage vor Bundesverfassungsgericht an
Neuer Linken-Chef Pantisano: Es gibt keinen Unterschied zwischen der CDU und den Faschisten
Mehr NIUS:
Erst „faschistische Politik“ unterstellen, dann Reue bekunden: Linken-Chef bittet CDU um Entschuldigung
„Den Garaus machen“: Linke-Fanatiker ruft auf Parteitag zu Mord an Kapitalisten auf
33 Empfehlungen im Wortlaut: Das sind die wahren Pläne der Renten-Kommission
Neues Heizungsgesetz: Deutsche Umwelthilfe kündigt Klimaklage vor Bundesverfassungsgericht an
Neuer Linken-Chef Pantisano: Es gibt keinen Unterschied zwischen der CDU und den Faschisten
Climate-Trouble: „Sie steckten mich in einen fensterlosen Raum“ – wie ein kritischer Professor aus seiner Universität gemobbt wurde
Kretschmer kritisiert AfD-Strategie: „Das bloße Ausgrenzen bringt nichts“
Aus Angst vor einer AfD-Regierung: Innenminister planen neue deutsche Sicherheitsarchitektur
Ralf Schuler
Artikel teilen
Kommentare