Im Koalitionsvertrag extra erwähnt: die Rückkehr des Transrapid
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Er war ein Traum, der in Deutschland nie erfüllt wurde: Die Magnetschwebebahn Transrapid, entwickelt von Siemens und Thyssen-Krupp. Sie sollte alle 20 Minuten von Hamburg nach Berlin fahren – mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 400 Stundenkilometern. In nur einer Stunde von der Alster an die Spree! 14,5 Millionen Passagiere sollten pro Jahr befördert werden. Kosten des Projekts: 4,55 Milliarden Euro.
Im Februar 2000 wurde der Plan begraben – zu teuer, zu schwierig, zu wenig Bedarf. Statt in Deutschland zu rollen, rollte der Transrapid in China – bis heute. Seit 2002 fährt der vom deutschen Konsortium Siemens und Thyssen-Krupp entwickelte Transrapid zwischen Shanghai und dem Flughafen Pudong mit einer Höchstgeschwindigkeit von 430 Stundenkilometern. Ein Erfolg deutscher Ingenieurskunst – leider nicht bei uns.

Der Transrapid Shanghai
Mittel werden bereitgestellt
Jetzt könnte der Transrapid auch in Deutschland wieder eine Chance haben, berichtet das Handelsblatt. Die Pläne werden wieder hervorgeholt. Im neuen Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD soll die Bereitstellung öffentlicher Mittel zur Förderung innovativer Verkehrsmittel möglich sein. Ausdrücklich genannt im 144-seitigen Dokument: die Magnetschwebebahn.
Die Initiative kam von den Ländern. Ihr Wunsch sei es gewesen, das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVTG) für innovative Ansätze zu öffnen, sagte Verkehrspolitiker Felix Schreiner (CDU). „Magnetschwebebahnen sind ein Bestandteil dieser innovativen Ansätze, auch wenn es realistischerweise Projekte in Großstädten und Ballungsgebieten sein werden.“
Magnetschwebebahnen fahren günstiger
Während der Transrapid grundsätzlich für den Fernverkehr zwischen großen Städten gedacht ist, gibt es auch Magnetschwebebahnen für den Nahverkehr. Gegenüber Eisenbahnen und Metros haben Magnetbahnen im Nahverkehr den Vorteil von günstigeren Betriebskosten und einer schlankeren technischen Regulierung, betont Verkehrswissenschaftler Christian Böttger von der Hochschule für Technik und Wissenschaft in Berlin.

Der Transrapid war schon einmal geplant in Deutschland. Hier ein Prototyp auf der Versuchsanlage im emsländischen Lathen im Jahr 2010.
Die ersten Pläne für eine Magnetschwebebahn in Deutschland reichen weiter zurück als die Transrapidvorhaben. In Berlin gab es Anfang der 80er-Jahre ein solches Transportmittel für den Nahverkehr: die M-Bahn. Sie fuhr auf fünf Rädern an und schwebte dann. Entwickelt wurde die M-Bahn von der Technischen Universität Braunschweig und dem damaligen Elektrokonzern AEG. Sie fuhr zwischen dem Berliner Gleisdreieck und dem Potsdamer Platz – 1,6 Kilometer weit. Nach dem Fall der Mauer wurde die M-Bahn eingestellt – sie stand der U2 im Weg.
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