Durch ein „völlig zerbombtes Damaskus gefahren“: Wadephul widerspricht Kanzler Merz
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Nachdem er in der Nacht vom Balkan zurückgekehrt ist, hat Außenminister Johann Wadephul (CDU) am Mittwoch auf dem SZ-Wirtschaftsgipfel gesprochen.
Bei der Veranstaltung äußerte sich der Außenminister erstmals zu der von ihm ausgelösten Syrien-Debatte. Er stehe weiterhin dazu, dass Rückführungen in das vom Krieg zerstörte Land nur eingeschränkt möglich seien. Das sei seine „nüchterne Analyse“ – „als Christdemokrat, als Mensch, als Politiker“.
Er sei durch ein „völlig zerbombtes Damaskus“ gefahren, habe sich von einem Ortsbürgermeister die Situation schildern lassen: „Keine Elektrizität, kein Wasser“. Man dürfe nicht die Empathie und den Blick für die Wirklichkeit dort verlieren, so der Außenminister. Klar sei aber auch: Es brauche Menschen, die das Land wieder aufbauen – und dabei wolle Deutschland unterstützen, so der Außenminister laut SZ. Bundeskanzler Merz hatte hingegen klargestellt, er befürworte eine Rückkehr syrischer Flüchtlinge: „Der Bürgerkrieg in Syrien ist beendet“.

Der Außenminister zeigte sich zu Tränen gerührt – wohlgemerkt bei einem Pressetermin.
Hausarzt und Zahnarzt aus Aleppo
Wadephul weiter: „Syrien ist ein tolles Land, ein diverses Land und ein Land, was dringend Frieden braucht“, sagt Wadephul. „Ich will hier mal offenbaren, dass sowohl mein Hausarzt als auch mein Zahnarzt aus Aleppo kommen.“ Viele Syrerinnen und Syrer seien in Deutschland mittlerweile gut integriert. „Auch über solche Bespiele kann man mal reden.“
Laut Süddeutscher Zeitung (SZ) betonte der Außenminister auf der Bühne des Wirtschaftsgipfels außerdem, dass Deutschland im Ausland nach dem Amtsantritt der schwarz-roten Regierung wieder in einer „Führungs-Vorbild-Rolle“ wahrgenommen werde. „Der internationale Auftritt der Bundesregierung ist sehr geschlossen“, so Wadephul. Der Außenminister weiter: „Ich kann mich vor Einladungen kaum retten.“
Vor dem Hintergrund, dass eine geplante Reise des Ministers nach China kürzlich wegen diplomatischer Differenzen abgesagt wurde, eine irritierende Aussage. Er wolle den Antrittsbesuch nun bald nachholen, erklärt Wadephul. „China ist für uns Partner und Wettbewerber. Es gibt aber auch eine systemische Rivalität.“ Seine persönliche Agenda laute: „Freiheit, Sicherheit, Wohlstand.“
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