Ehrendoktor für die Kanzlerin: Wer bezahlt den Preis für Merkels Preise?
Ein Beitrag von
- Von der Pariser Hochschule Sciences Po hat Angela Merkel jetzt ihren 21. Ehrendoktortitel bekommen.
- Mit den Worten „Wir schaffen das“ habe sie die Ehre Europas gerettet, so die Begründung.
- Im deutschen Alltag fragen sich immer mehr Menschen, ob wir es geschafft haben und wenn ja, was.
Würde man alle Doktortitel von Kanzlerin a.D. Angela Merkel hinter einander nennen, klänge es wie eine ratternde Eisenbahn auf losen Schwellen: tok, tok, tok, tok. 21 Ehrendoktortitel hat Merkel seit dieser Woche, und derjenige in Chemie kommt auch noch hinzu. Weitgehend unbeachtet von der deutschen Öffentlichkeit sammelt die Alt-Kanzlerin seit dem Ausscheiden aus dem Amt Auszeichnungen, Orden und Preise.

Im Mai verlieh ihr Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eine seltene Sonderausgabe des Bundesverdienstkreuzes, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) legten mit den jeweils höchsten Landesorden ihrer Bundesländer nach.In festlicher Robe durfte Merkel nun am Dienstag die akademische Ehrung der renommierten Pariser Hochschule Sciences Po entgegennehmen. „Sie haben mit drei Worten die Ehre Europas gerettet: ‘Wir schaffen das’ “, sagte Hochschul-Direktor Mathias Vicherat am Dienstagabend in Paris in Anspielung auf Merkels berühmt gewordene Leitlinie in der Flüchtlingskrise 2015.




Merkel bekommt Preise, Deutschland zahlt den Preis für ihre Politik. Sechs Beamte wurden verletzt, als die Polizei am zurückliegenden Wochenende mit massivem Personalaufgebot die Eskalation der seit Tagen andauernden Straßenschlachten rivalisierender syrischer Clans verhindern wollten. Meldungen über Ausschreitungen von Migranten in deutschen Freibädern gibt es inzwischen aus allen Teilen des Landes. Ausschreitungen in Berlin und anderen Städten in der zurückliegenden Silvesternacht, Hilferufe überlasteter Landräte und Bürgermeister wegen überfüllter Aufnahme-Einrichtungen sind längst nicht mehr zu überhören, und die von Merkel ehedem angestrebte Verteilung von Migranten auf alle europäischen Ländern funktioniert bis heute nicht.


Haben wir es geschafft?
Unter anderem, weil Frankreich genug eigene Probleme mit Unruhen in seinen Vororten hat. „Wir schaffen das.“ Haben wir es geschafft? Die Antwort auf diese Frage fällt in vielen Kommunen heute durchwachsen aus. Von der hohen, humanistischen und idealistischen Warte akademischer Eliten wie an der Pariser Sciences Po mag die Kanzlerin die „Ehre des Kontinents“ gerettet haben, aus der Sicht der Behörden in Brennpunktbezirken sieht es ganz anders aus.

Gerade von internationalen Organisationen, von Mitarbeitern der UN, von Hilfswerken und Nichtregierungsorganisationen ist Angela Merkel immer verehrt worden, weil sie – wie etwa auch Ex-US-Präsident Barack Obama – jene liberale, offene Weltordnung verkörperte, die im friedlichen, regelbasierten und fairen Welthandel zusammenrückt, abrüstet und auf die Stärke des Rechts statt das Recht des Stärkeren setzt.
Eine Welt, die es so nie gab und die fast zeitgleich mit dem Ausscheiden Merkels aus dem Amt im Russland-Krieg versank, in De-Globalisierung und verschärfter Konkurrenz zu China. Eine Welt, von der in vielen Studierstuben noch immer geträumt wird. Deshalb warten noch viele Preise auf die Kanzlerin. Gleichgesinnte bestätigen sich feierlich ihrer Weltsicht. Der Alltag draußen geht einfach weiter.
Mehr NIUS:
Die skurrilsten Beschlüsse des Linken-Parteitags
Regierungs-Kommission fordert die AfD-Rente – die große NIUS-Analyse zu den 33 Empfehlungen
Bericht: Das will die AfD an deutschen Schulen und Universitäten verändern
Erst „faschistische Politik“ unterstellen, dann Reue bekunden: Linken-Chef bittet CDU um Entschuldigung
„Den Garaus machen“: Linke-Fanatiker ruft auf Parteitag zu Mord an Kapitalisten auf
33 Empfehlungen im Wortlaut: Das sind die wahren Pläne der Renten-Kommission
Neues Heizungsgesetz: Deutsche Umwelthilfe kündigt Klimaklage vor Bundesverfassungsgericht an
Neuer Linken-Chef Pantisano: Es gibt keinen Unterschied zwischen der CDU und den Faschisten
Mehr NIUS:
Erst „faschistische Politik“ unterstellen, dann Reue bekunden: Linken-Chef bittet CDU um Entschuldigung
„Den Garaus machen“: Linke-Fanatiker ruft auf Parteitag zu Mord an Kapitalisten auf
33 Empfehlungen im Wortlaut: Das sind die wahren Pläne der Renten-Kommission
Neues Heizungsgesetz: Deutsche Umwelthilfe kündigt Klimaklage vor Bundesverfassungsgericht an
Neuer Linken-Chef Pantisano: Es gibt keinen Unterschied zwischen der CDU und den Faschisten
Climate-Trouble: „Sie steckten mich in einen fensterlosen Raum“ – wie ein kritischer Professor aus seiner Universität gemobbt wurde
Kretschmer kritisiert AfD-Strategie: „Das bloße Ausgrenzen bringt nichts“
Aus Angst vor einer AfD-Regierung: Innenminister planen neue deutsche Sicherheitsarchitektur
Ralf Schuler
Artikel teilen


Kommentare