Ein Leben lang gearbeitet und trotzdem arm: Bürgergeld höher als viele Renten
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Rentner, die Cents zusammensuchen oder Mülltonnen nach Pfandflaschen durchwühlen: Sie gehören inzwischen in ganz Deutschland zum Stadtbild. Dabei haben viele von ihnen ein Leben lang gearbeitet und ins Rentensystem eingezahlt. Dass viele Renten geringer ausfallen als Sozialleistungen wie das Bürgergeld, die man beziehen kann, ohne auch nur einen Tag gearbeitet zu haben, ist ein Armutszeugnis für das Land des einstigen Wirtschaftswunders und ein Schlag ins Gesicht all derer, die damals zu eben diesem beigetragen haben.
Grundsicherung für Bedürftige: So nennt die Deutsche Rentenversicherung die Leistungen, mit denen Rentner mit geringer Rente, diese „aufstocken“ können. Dass die Rente eines Menschen, der 45 Jahre gearbeitet und eingezahlt hat, niedriger ist, als das Bürgergeld, das jeder bekommen kann, der nie eingezahlt hat, ist wohl für keinen Menschen mit Gerechtigkeitssinn nachvollziehbar.

Viele Deutsche erhalten trotz lebenslanger Arbeit nur eine geringe Rente.
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Die durchschnittliche Bruttoaltersrente lag 2022 nach mindestens 35 Versicherungsjahren laut Deutscher Rentenversicherung bei 1550 Euro pro Monat. Bei den Männern lag sie im Schnitt bei 1728 Euro, bei den Frauen bei 1316 Euro. Diese Brutto-Löhne müssen versteuert werden, Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung werden abgezogen.
Und, nicht zu vergessen: „durchschnittlich“ heißt, dass ein Teil der Rentner deutlich weniger erhält.
Bei Bürgergeld-Empfängern übernimmt der Steuerzahler die Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung. Alleinstehende erhalten außerdem 563 Euro pro Monat, eine Warmmiete von bis zu 780 Euro (abhängig vom Wohnort) wird ihnen bezahlt, zahlreiche Zusatz-Leistungen wie Kosten für Medikamente oder Erstausstattungen für Wohnungen werden übernommen.

Gesetzlich versicherte Arbeitnehmer in Deutschland sind bei der Deutschen Rentenversicherung pflichtversichert.
60 Prozent der berechtigten Rentner nehmen Grundsicherung nicht in Anspruch
Waren es Ende 2020 noch 414.000 Rentner, die Grundsicherung bezogen, ist ihre Zahl bis vergangenen September laut Statistischem Bundesamt auf 469.000 gestiegen.
Und das, obwohl viele Berechtigte die Leistung nicht einmal in Anspruch nehmen. Ganze 60 Prozent waren es laut Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im Jahr 2019.
Viele Menschen in Deutschland leben von Bürgergeld besser als andere von der Rente: Das ist einer der größten sozialen Konflikte in Deutschland.
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