Deutsche Staatsbürgerschaft: Einbürgerungen steigen auf neuen Rekordwert
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In Deutschland zeichnet sich ein neuer Einbürgerungsrekord ab: Nach Recherchen der Welt am Sonntag (WamS) erhielten im vergangenen Jahr mehr als 309.000 Menschen den deutschen Pass. Damit würde die Zahl über dem bundesweiten Rekordwert von knapp 292.000 Einbürgerungen im Jahr 2024 liegen.
Die Daten stammen der Zeitung zufolge aus 14 Bundesländern, nur Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt fehlen. Aus den Ländern Niedersachsen, dem Saarland und Schleswig-Holstein gibt es keine Gesamtzahlen, allerdings hätten fast alle Städte und Kreise dieser Länder ihre Einbürgerungsdaten auf Anfrage zur Verfügung gestellt. Teilweise handelt es sich noch um vorläufige Werte.
Beantragen ab 2027 mehr Ukrainer den deutschen Pass?
Mehrere Kommunen berichten demnach, dass sie aktuell rückläufige Antragszahlen feststellen, allerdings bereiten sie sich schon auf den nächsten Einbürgerungsboom vor. Denn im kommenden Jahr dürften nach Einschätzung mehrerer Behörden zunehmend Ukrainer nach dem deutschen Pass streben.
„Da die erste große Fluchtwelle mit dem Beginn des Ukraine-Konflikts am 24.02.2022 einsetzte, erreichen die ersten Geflüchteten die notwendige fünfjährige Voraufenthaltszeit im Frühjahr 2027“, sagte ein Sprecher des Landkreises Aurich der Zeitung.

Das Bundesinnenministerium ist übergeordnet für die Einbürgerung zuständig, die jedoch von Städten und Kommunen umgesetzt wird.
Im März 2027 laufe der bislang gewährte kollektive Schutzstatus aus. „Um Rechtssicherheit zu erlangen, nutzen dann vermutlich viele Geflüchtete die verkürzte Fünfjahresfrist zur Einbürgerung, die durch die neue Zulassung der doppelten Staatsbürgerschaft zusätzlich an Attraktivität gewonnen hat.“ Andere Kommunen rechnen demnach ebenfalls mit steigenden Antragszahlen, betonen allerdings, dass für Ukrainer aus dem aktuellen Schutzstatus heraus kein Rechtsanspruch auf Einbürgerung bestehe.
Eine exklusive NIUS-Recherche legte kürzlich offen: Die Bundesregierung hat für ihre Informationskampagne zur Einbürgerung in der vergangenen Legislaturperiode mehr als 445.000 Euro ausgegeben.

Konkret beliefen sich die verausgabten Kosten für die Informationsmaßnahmen in der 20. Legislaturperiode auf rund 177.775 Euro für die Website www.einbürgerung.de, 17.850 Euro für den „Quick Check“, gut 96.370 Euro für die Gestaltung und den Druck der Broschüre sowie des Flyers „Mein Weg zum deutschen Pass“, 117.556 Euro für Social-Media-Formate und mehr als 36.333 Euro für „Search Engine Advertising“ und „Social Media Ads“, also die Bewerbung im digitalen Raum. Dies ergibt für die 20. Legislaturperiode eine Gesamtsumme von 445.886,25 Euro.
Einbürgerungen wurden erleichtert
Eine Reform des Staatsangehörigkeitsrechts war Mitte 2024 in Kraft getreten. Seither darf, wer Deutscher wird, grundsätzlich die bisherige Staatsangehörigkeit behalten. Zudem reichen als allgemeine Voraussetzung fünf statt bisher acht Jahre Aufenthalt in Deutschland. An diesen Änderungen hält die neue Bundesregierung fest.
Die Zahl von fast 292.000 Einbürgerungen im Jahr 2024 war ein Rekord seit Beginn der Statistik im Jahr 2000 und entsprach einem Anstieg von 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Von den Eingebürgerten stammten 28 Prozent aus Syrien, gefolgt von Menschen aus der Türkei. Der Anstieg 2025 wäre nach den Zahlen der WamS mit sechs Prozent deutlich geringer.
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