Einzige Augenzeugin über den Politiker-Angriff von Dresden: „Natürlich könnten es auch welche von ganz links sein, klar“
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Am Freitag kam es zu einem Angriff auf einen Wahlkampf-Helfer der Grünen in Dresden. Sie hängten am Freitagabend Wahlplakate am Pohlandplatz im Dresdner Osten für den Europawahlkampf auf. Eine Gruppe unbekannter Männer, die vorher bereits unangenehm durch ihr lautstarkes Auftreten aufgefallen ist, näherte sich den Wahlkämpfern. Einer der grünen Plakatkleber möchte deeskalieren und sucht das Gespräch zu den Männern. Diese sagen: „Scheiß Grüne“ – und verpassen dem Mann einen Faustschlag ins Gesicht.
Gestern äußerte sich die einzige Augenzeugin, die Grüne Anne-Katrin Haubold, gegenüber dem Spiegel zu dem Vorfall. Haubold beschreibt die Täter als schwarz gekleidete Männer, die durchaus dem linksextremen Spektrum zugeordnet werden können.

Eine Männergruppe attackierte in Dresden Wahlhelfer der Grünen.
„Ich weiß nicht, wer es am Ende war. Die waren gut getarnt“
Haubold beschreibt im Spiegel-Interview die Täter als eine Gruppe von vier Männern, die schwarz gekleidet waren und Baseballcaps tief ins Gesicht gezogen hatten, weshalb ihre Gesichter nur schwer zu erkennen waren. Der Spiegel konfrontiert Haubold mit dem Hinweis der Polizei Dresden, dass die Täter dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen seien.
Diese Einschätzung, dass es sich um Rechtsextreme handelt, teilt die Augenzeugin Haubold nicht unbedingt. Haubold dazu gegenüber dem Spiegel: „Ich weiß nicht, wer es am Ende war. Die waren gut getarnt. Aber es waren sicher keine, die die Grünen nur jetzt gerade mal ein bisschen doof finden. In ihrer Stimme lag so viel Hass.“

Beim abendlichen Plakatieren in Dresden wurde ein Wahlhelfer von Unbekannten angegriffen.
Haubold erklärt weiter, dass man als Dresdner derartiges Auftreten von rechten Gruppierungen kenne. Und weiter: „Natürlich könnten es auch welche von ganz links sein, klar.“ Das heißt, dass Haubold die Täter ihrem Auftreten nach durchaus auch der linksextremen Szene zuordnen könne. Allerdings sehe Haubold keinen Sinn darin, dass Linksextreme grüne Wahlkämpfer attackieren, erläutert sie weiter.
Auf die Frage seitens des Spiegels, ob rechtsextreme Erkennungsmerkmale, wie Codes oder entsprechende Aufnäher auf der Kleidung der Täter zu erkennen gewesen seien, entgegnet Haubold, dass es aufgrund der Dunkelheit und der Geschwindigkeit der Attacke nur schwer möglich gewesen sei derartige Details auszumachen. Jedoch hätte sie das Auftreten der Gruppe an SA-Schlägertrupps der Dreißigerjahre erinnert.
Das Opfer trug Prellungen von dem Übergriff davon und möchte nicht öffentlich in dieser Sache in Erscheinung treten, erklärt Haubold.
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