Energie-Bilanz der Regierung: Wind-Flaute und Öl-Heizungs-Boom
Ein Beitrag von
Die Ampel-Regierung hat sich nirgends so hohe Ziele wie beim Klimaschutz gesteckt. Die Regierung will nicht weniger als Stromverbrauch, Heizen und Mobilität gleichzeitig auf Wind und Sonne umstellen. Die NIUS-Jahresbilanz zeigt aber, dass nur wenige Ziele erfüllt wurden – und die Vorhaben der Regierung zum Teil sogar klimaschädliche Nebeneffekte hatten.
Windkraft

Der Windkraft-Zubau lag deutlich unter Ziel.
Von „4 bis 5 neuen Windrädern pro Tag“, wie sie Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) versprochen hatte, ist Deutschland meilenweit entfernt. Im vergangene Jahr sind es nicht einmal zwei neue Windmühlen pro Tag gewesen. Auch das Jahresziel von 4 Gigawatt Zubau (etwa 900 Windmühlen) wurde bei Weitem nicht erreicht. Bis Ende des Jahres werden rund 25 Prozent weniger, also nur rund 3 Gigawatt an Wind-Zubau sein.
Wind-Ziel deutlich verfehlt.
Sonnenenergie

Beim Zubau von Solarpanels wurde das Ziel mit 57 Prozent übererfüllt.
9 Gigawatt an Solar-Leistung wollte die Ampel im Jahr 2023 zubauen, insgeamt werden es mehr als 13 Gigawatt an Solarpanels gewesen sein. 57 Prozent mehr als das ursprüngliche Ziel. Das Problem bei der Solarenergie ist nur, dass sie die unzuverlässigtse und ineffienteste der Erneuerbaren Energien ist. Nachts und im Winter scheint bekannterweise die Sonne nicht. In all diese Stunden müssen andere Energieträger einspringen, um eine Industrienation wie Deutschland auch im Winter, auch bei Nacht und auch bei kalten Temperaturen mit Energie versorgen zu können.
Solar-Ziel übererfüllt.
Elektromobilität

Das E-Auto-Ziel von 15 Millionen PKW bis 2030 ist schon jetzt unerreichbar.
15 Millionen E-Autos sollen bis 2030 auf deutschen Straßen unterwegs sein. Derzeit sind es knapp 1,3 Millionen, 2023 sind nur rund 500.000 dazugekommen – von insgesamt 2,8 Millionen Zulassungen (18 Prozent). Mehr als 80 Prozent der Neuwagen sind also noch keine reinen E-Autos. Und nun hat die Ampel im Haushaltsstreit um das 17 Milliarden Euro-Loch noch von heute auf Morgen den staatlichen Zuschuss von 4000 Euro gestrichen – man muss kein Ökonom sein, um zu wissen, dass die E-Auto-Verkaufszahlen nicht befeuern wird. Zahlreiche Experten legen sich bereits heute fest, dass das 15-Millionen-Ziel unerreichbar ist, man im besten Fall bei 10 oder 11 Millionen E-Autos bis 2030 landen könnte.
E-Auto-Ziel unerreichbar.
Wärmepumpen

Der Ärger um das Heizungsgesetz hat einen Boom ausgelöst: bei Wärmepumpen, aber auch bei Öl- und Gas-Heizungen.
Mit dem Heizungsgesetz aus dem Hause von Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) sollte die sogenannte „Wärmewende“ eingeleitet werden, die Elektrifizierung des Heizens. Der Ärger über das Vorhaben, Wut über die bevormundende Politik und Unklarheit über Förderungen haben jedoch dafür gesorgt, dass nicht nur Wärmepumpen sondern klassische Heizungen einen Boom erlebt haben: Laut dem Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie wurden knapp 50 Prozent mehr Gas-Heizungen (1,3 Mio.) und mehr als doppelt so viele Öl-Heizungen (100.000) 2023 verbaut. Parallel sind 2023 rund 400.000 Wärmepumpen eingebaut worden. Ab 2024 sollen es dann laut Ampel-Zielen 500.000 pro Jahr sein.
Wärmepumpen-Ziel erreichbar, aber mit klimaschädlichen Nebeneffekten.
Atom-Ausstieg

Seit Mitte April liefert das Kernkraftwerk Isar 2 keinen sauberen Strom mehr.
Erklärtes Ziel der Regierung – vor allem der Grünen – war es, die drei verbliebenen Atom-Kraftwerke abzuschalten – das ist am 16. April nach einer kurzzeitigen Verlängerung auch passiert. Insofern hat die Regierung ihr Ziel mit leichter Verzögerung erfüllt. Ob das eine kluge Entscheidung mit Blick auf CO2-Reduktion, Energiesicherheit und die Strom-Preise war, ziehen zahlreiche Experten jedoch stark in Zweifel. Seither ist Deutschland von einem Strom-Exporteur zum Importeur geworden, die Bundesnetzagentur musste den Kohleausstieg 2030 absagen, damit Deutschland auch in Zukunft sicher genug Strom hat. Mit der Atomkraft ist eine saubere, zuverlässige und vor allem jederzeit verfügbare Energie-Quelle weggefallen.
Atomaus geschafft – mit negativen Folgen für die Energiesicherheit.
Fazit
Die Energie- und Klimaschutz-Bilanz der Ampel-Regierung ist 2023 durchwachsen. Trotz externer Krisen wie Putins Krieg in der Ukraine, der daraus folgenden Gas-Mangellage und explodierter Preise für Energie, hielt die Regierung an all ihren Klimaschutz-Vorhaben stoisch fest – das hat für Verunsicherung und die Ziele konterkarierende Effekte gesorgt, vor allem aber Vertrauen in die Fähigkeit der Regierung zerstört. Doch damit nicht genug:
Wenn im Jahr des Atom-Aus' zum zweiten Mal in Folge Kohlekraftwerke als Notreserve zugeschaltet werden müssen und die Bundesnetzagentur das Kohle-Aus für 2030 als unmöglich erklärt, hat das Vertrauen der Deutschen in das Utopie-Vorhaben „Energiewende“ ebenso gelitten. Aber immerhin: Der Solar-Zubau liegt deutlich über Plan. Problematische Folge: Die sonnigen Sommertage, an denen viel zu viel Solar-Strom im Netz ist, was durch teure Redispatch-Maßnahmen ausgeglichen werden muss, werden dadurch immer mehr.
Mehr NIUS:
Die skurrilsten Beschlüsse des Linken-Parteitags
Regierungs-Kommission fordert die AfD-Rente – die große NIUS-Analyse zu den 33 Empfehlungen
Bericht: Das will die AfD an deutschen Schulen und Universitäten verändern
Erst „faschistische Politik“ unterstellen, dann Reue bekunden: Linken-Chef bittet CDU um Entschuldigung
„Den Garaus machen“: Linke-Fanatiker ruft auf Parteitag zu Mord an Kapitalisten auf
33 Empfehlungen im Wortlaut: Das sind die wahren Pläne der Renten-Kommission
Neues Heizungsgesetz: Deutsche Umwelthilfe kündigt Klimaklage vor Bundesverfassungsgericht an
Neuer Linken-Chef Pantisano: Es gibt keinen Unterschied zwischen der CDU und den Faschisten
Mehr NIUS:
Erst „faschistische Politik“ unterstellen, dann Reue bekunden: Linken-Chef bittet CDU um Entschuldigung
„Den Garaus machen“: Linke-Fanatiker ruft auf Parteitag zu Mord an Kapitalisten auf
33 Empfehlungen im Wortlaut: Das sind die wahren Pläne der Renten-Kommission
Neues Heizungsgesetz: Deutsche Umwelthilfe kündigt Klimaklage vor Bundesverfassungsgericht an
Neuer Linken-Chef Pantisano: Es gibt keinen Unterschied zwischen der CDU und den Faschisten
Climate-Trouble: „Sie steckten mich in einen fensterlosen Raum“ – wie ein kritischer Professor aus seiner Universität gemobbt wurde
Kretschmer kritisiert AfD-Strategie: „Das bloße Ausgrenzen bringt nichts“
Aus Angst vor einer AfD-Regierung: Innenminister planen neue deutsche Sicherheitsarchitektur
Julius Böhm
Artikel teilen
Kommentare