In Reem Alabali Radovans Entwicklungsministerium hängt das Foto eines Mädchens mit Kopftuch
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Im Entwicklungsministerium hängt das Foto eines Mädchens mit Kopftuch. Sie ist gerade einmal 15 Jahre alt. Aufgehängt hat es jedoch nicht die aktuelle SPD-Ministerin Radovan. Abhängen möchte sie es wohl aber auch nicht.
Das Foto hängt in einem Besprechungsraum des Ministeriums für Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ). Darauf zu sehen ist ein 15-jähriges Mädchen aus Syrien. Zum Zeitpunkt der Aufnahme befindet sie sich in der Türkei, in die sie aus Syrien floh.
Urheber des Fotos ist der amerikanische Fotograf David Gross. Eigener Aussage zufolge wollte er das Mädchen bewusst durch einen an Rembrandt erinnernden Hell-Dunkel-Kontrast ästhetisch in Szene setzen. Ihre Minderjährigkeit und der Umstand, dass sie ein Kopftuch trägt, schienen ihn hierbei nicht gestört zu haben.

Selbstbewusst präsentiert das Entwicklungsministerium das Foto der 15-Jährigen Ghaidaa in einem Instagram-Beitrag.
Gerd Müller (CSU) ließ das Foto aufhängen
Aufgehängt hat das aus dem Jahr 2014 stammende Foto nach Recherchen von NIUS der ehemalige CSU-Entwicklungsminister Gerd Müller. Von 2013 bis 2021 leitete er unter Angela Merkel das Ministerium. Gegenüber NIUS bestätigte Müller den Vorgang nicht. Seine Nachfolgerin Svenja Schulze (SPD) sagte jedoch, sie habe es nicht aufgehängt. Ebenso verneinte die jetzige Ministerin Reem Alabali Radovan (SPD), es dort platziert zu haben. Es bleibt also nur Müller übrig.
Auf eine Anfrage von NIUS reagierte Müller nicht. NIUS fragte auch Radovan und Schulze, warum sie sich entschieden, das Foto hängen zu lassen. Weiterhin fragte NIUS alle drei Minister, wie sie zu Minderjährigen mit Kopftuch und zu einer Sexualisierung von Minderjährigen stünden, erhielt jedoch von keinem eine Antwort.

Entwicklungsministerin Radovan (SPD) möchte sich nicht dazu äußern, warum sie das Foto hängen lässt.
Fragen zur Minderjährigkeit des Mädchens möchte niemand beantworten
NIUS bat die SPD-Fraktion im Bundestag um eine Stellungnahme, wie das von ihren Ministern propagierte Frauenbild, nach dem Frauen sich vor sexuellen Übergriffen durch Männer selbst mit dem Kopftuch schützen sollen, mit ihrem Vorhaben zusammenpasse, „Catcalling“ unter Strafe zu stellen. Außerdem fragte NIUS, ob das Kopftuch für die SPD womöglich einen Schutz vor „Catcalling“, wie dem Nachpfeifen von Frauen durch Männer, darstelle.
Sowohl Radovan als auch Schulze, die SPD-Bundestagsfraktion und Müller ließen die Fragen von NIUS hinsichtlich der Minderjährigkeit und Sexualisierung des Mädchens auf dem Foto und dessen Implikationen unbeantwortet.
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