Er hätte lieber tanzen gehen sollen: Brasilien-Präsident Lula kontert Merz’ Arroganz-Anfall in Belém
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Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich herablassend über die arme brasilianische Gastgeberstadt der Weltklimakonferenz geäußert – nun kontert Präsident Luiz Inácio Lula da Silva! Merz hätte in eine Bar gehen, dort tanzen und die lokale Küche probieren sollen, „denn dann hätte er gemerkt, dass Berlin ihm nicht einmal zehn Prozent der Qualität bietet, die der Bundesstaat Pará und die Stadt Belém bieten“, sagte Lula. Jeder wisse, dass die Stadt arm sei, aber „ein so großzügiges Volk“ habe „wie kaum ein anderer Ort auf der Welt“.
CDU-Chef Merz hatte sich nach einem Kurztrip zur COP30 nach Brasilien auf einem Handelskongress voller Arroganz über Belém geäußert – eine auch für brasilianische Verhältnisse arme Stadt mit vielen verfallenen Häusern, kaputten Straßen und einigen Elendsvierteln.
„Sohn von Hitler! Mistkerl! Nazi!“
Merz Worte über Belém: „Ich habe einige Journalisten, die mit mir in Brasilien waren, letzte Woche gefragt: Wer von euch würde denn gerne hierbleiben? Da hat keiner die Hand gehoben.“ Und weiter: „Die waren alle froh, dass wir vor allen Dingen von diesem Ort, an dem wir da waren, in der Nacht von Freitag auf Samstag wieder nach Deutschland zurückgekehrt sind.“ Man lebe in Deutschland „in einem der schönsten Länder der Welt“.

Merz und Lula beim Besuch des Kanzlers am 7. November in Brasilien
Lula hatte Belém bewusst als Gastgeberstadt ausgewählt, trotz großer logistischer Probleme wie zu wenig Hotelbetten. Die Bemerkung des Kanzlers griffen etliche brasilianische Medien auf. Das Nachrichtenportal Diário do Centro do Mundo schrieb von einem „unverschämten Vergleich“. Auch der Bürgermeister der Stadt reagierte auf Merz’ Aussagen und bezeichnete diese als „unglücklich, arrogant und voreingenommen“.
Der Bürgermeister von Rio de Janeiro, Eduardo Paes, postete Berichten zufolge auf X, er sei „nicht so höflich“ wie seine Freunde in Pará, und schrieb zu Merz: „Sohn von Hitler! Mistkerl! Nazi!“ Den Post löschte er kurz darauf wieder und schrieb stattdessen: „Das war mein heutiger Frustabbau. Bleibt ruhig im Außenministerium. Es lebe die Freundschaft zwischen Brasilien und Deutschland.“
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