Erdogan-Anhänger in Deutschland und Österreich: Unruhen, Ausschreitungen und Messerstecherei
Ein Beitrag von
- Nach der Wiederwahl des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan kam es in Deutschland und Österreich zu Aufmärschen, Unruhen und Ausschreitungen von Erdogan-Anhängern.
- Tausende Menschen zogen mit türkischen Flaggen durch die Straßen, oft begleitet von stauverursachenden Autokorsos.
- Die Polizei musste eingreifen, um gewalttätige Konfrontationen zu vermeiden und den Verkehr zu regeln.
In Deutschland und Österreich feierten hunderte Türken den Sieg von Erdogan mit spontanen Autokorsos und Aufmärschen. In Städten wie Berlin, Duisburg und Hamburg fuhren Autos, geschmückt mit türkischen Fahnen, hupend durch die Straßen. In Mannheim, Hannover und Stuttgart kam es zu körperlichen Ausschreitungen. In Stuttgart soll es mindestens zwei Schwerverletzte geben.
Tausende Erdogan-Anhänger feiern in Duisburg
In Duisburg versammelten sich nach Polizeiangaben hunderte Fahrzeuge und Fußgänger, wobei die Wahlparty in Hamborn insgesamt 4.000 bis 5.000 Menschen anzog. Trotz der überwiegend ruhigen Atmosphäre mussten die Polizeikräfte vor allem aufgrund von Verkehrsbehinderungen durch Autokorsos und vermehrten Einsatz von Pyrotechnik und Rauchtöpfen eingreifen.

Anhänger des türkischen Präsidenten Erdogan tragen die riesige Nationalflagge durch den Duisburger Norden.
Um kurz vor 21 Uhr konnten selbst die überraschten Polizisten auf der gesperrten Fahrbahn die Menschenmenge nicht mehr kontrollieren. Laut Berichten der WAZ strömte die Menge auf die Duisburger Straße und zog Richtung Marxloh, begleitet von einer riesigen Nationalflagge.
Drei Schwerverletzte und 13 Strafanzeigen in Stuttgart
Um 22.10 Uhr spitzte sich die Situation in der Stuttgarter Innenstadt dramatisch zu. Laut Polizeisprecher Jens Lauer wurde ein Korso-Fahrzeug von einer Gruppe attackiert, bei der ein 26-jähriger Fahrer mit einem Messer verletzt wurde. Gegenüber Bild sagte er: „In der Theodor-Heuss-Straße wurde ein Korso-Fahrzeug von einer mehrköpfigen Personengruppe angegangen. Der 26-jährige Fahrer wurde offenbar durch einen Messerstich verletzt.“
Konfrontation eskaliert: Im Anschluss kam es offenbar auch von der Gegenseite zu einem Messerzug, mit möglicherweise mehreren Messern. Polizeisprecher Lauer erklärte Bild dazu: „Zwei 18 und 19 Jahre alte Männer, die mutmaßlich zur angreifenden Gruppe gehörten, erlitten ebenfalls Stichverletzungen, einer davon lebensgefährlich.“
Die Ermittler sind noch dabei, die genauen Umstände zu klären. Ein Kommissar kommentierte den Vorfall wie folgt: „Was genau passiert ist, muss noch geklärt werden. Wir ermitteln wegen eines versuchten Tötungsdelikts.“ Insgesamt wurden im Zusammenhang mit den Vorfällen 13 Strafanzeigen aufgenommen, darunter sechs wegen Körperverletzung und mehrere wegen Sachbeschädigung. Dank der Reaktion einer großen Anzahl von Beamten konnte die Lage schließlich unter Kontrolle gebracht werden.
Ausschreitungen in Mannheim
In Mannheim kam es nach dem Wahlsieg Erdogans vereinzelt zu Unruhen. Es bildeten sich mehrere Autokorsos in der Innenstadt, wobei es zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen Korsoteilnehmern und Fußgängern kam. Zudem marschierten rund 150 Menschen in der Innenstadt auf, auch hier kam es zu körperlichen Konfrontationen. Wie der RND berichtet, wurden Polizisten mit Gegenständen beworfen, es gab jedoch keine Verletzungen.

Die Polizei ist in der Innenstadt in Mannheim im Einsatz, während Menschen um ein Polizeiauto stehen.
Wolfsgrüße in Wien
Auch in Wien feierten zahlreiche Anhänger Erdogans am Sonntagabend den Wahlsieg. Videos in den sozialen Netzwerken zeigen, wie am Reumannplatz Türkei-Fahnen geschwenkt und lautstark gefeiert wurde. Dabei wurde auch der Wolfsgruß gezeigt, ein Symbol der ultranationalistischen Bewegung der „Grauen Wölfe“, wie Die Presse berichtet. Der Wolfsgruß ist in Deutschland nicht strafbar, in Österreich allerdings seit 2019 verboten.
Hupkonzert in Hamburg:
Auch in Hamburg fanden Autokorsos statt. Besonders vor dem türkischen Konsulat nahe des Dammtor-Bahnhofs bildeten sich lange Schlangen hupender Fahrzeuge. Laut Tagesschau schwenkten ungefähr 1.000 Anhänger Erdogans Fahnen auf der Wiese vor dem Konsulat und zündeten Böller und Rauchtöpfe. Die Polizei berichtete von etwa 1.000 Menschen allein auf der Wiese. Die Stimmung sei laut Tagesschau größtenteils friedlich gewesen, und die meisten Anhänger machten sich gegen 22.30 Uhr auf den Heimweg, um die Fernsehansprache des Autokraten zu verfolgen.
Kurdischer Gegenprotest in Hannover: In der niedersächsischen Landeshauptstadt versammelten sich Sonntagabend etwa 250 Anhänger von Erdogan vor dem Steintor, so berichtet die Hannoversche Allgemeine Zeitung. Außerdem kam es zu einem Gegenprotest mit kurdischen Flaggen. Ein unmissverständliches Zeichen der Opposition gegen die politische Führung in der Türkei.
Die Spannungen zwischen den beiden Lagern eskalierten schließlich, sodass die Polizei eingreifen musste, um die beiden Gruppen voneinander zu trennen.

Ein Autokorso in Köln nach dem erneuten Wahlsiegs von Erdogan in der Türkei.
Berlin: In der deutschen Hauptstadt fanden ebenfalls spontane Aufmärsche und Autokorsos statt, die den Sieg des türkischen Amtsinhabers feierten. Autos, geschmückt mit türkischen Flaggen, hupten und blockierten die bekannte Einkaufsstraße Ku’damm. Auch der Busverkehr am Bahnhof Zoo kam in Folge der Autokorsos ins Stocken.
Autokorsos in Süddeutschland
Die Stuttgarter Innenstadt war ein Zentrum der Erdogan-Aufmärsche, wobei besonders in der Theodor-Heuss-Straße und umliegenden Bereichen Menschenmassen zu beobachten waren. „Viele Menschen sind mit türkischen Fahnen und Autokorsos unterwegs in der Innenstadt“, berichtete ein Polizeisprecher. Die Beamten waren bemüht, gewaltsame Zusammenstöße zwischen Befürwortern und Gegnern Erdogans zu verhindern, so die Tagesschau.
Türkische Pfalz: Mainz und Germersheim in Rheinland-Pfalz waren ebenfalls Schauplätze von Feierlichkeiten zu Ehren des türkischen Autokraten. In Mainz fand der größte Autokorso im Stadtteil Hechtsheim statt, während sich in Germersheim Erdogan-Anhänger auf einem Parkplatz versammelten und tanzten.

Ein Auto mit einer türkischen Flagge fährt über die Ludwigstraße in München, um den Wahlsieg Erdogans in der Türkei zu feiern.
In Böblingen meldete die Polizei spontane Zusammenkünfte und Autokorsos. Über 200 Menschen versammelten sich auf dem Parkplatz eines Discounters. Es wurde vereinzelt Pyrotechnik gezündet. Wie die Tagesschau berichtete, wurde der Verkehr an einigen Stellen vollständig lahmgelegt.
Mehr NIUS:
Die skurrilsten Beschlüsse des Linken-Parteitags
Regierungs-Kommission fordert die AfD-Rente – die große NIUS-Analyse zu den 33 Empfehlungen
Bericht: Das will die AfD an deutschen Schulen und Universitäten verändern
Erst „faschistische Politik“ unterstellen, dann Reue bekunden: Linken-Chef bittet CDU um Entschuldigung
„Den Garaus machen“: Linke-Fanatiker ruft auf Parteitag zu Mord an Kapitalisten auf
33 Empfehlungen im Wortlaut: Das sind die wahren Pläne der Renten-Kommission
Neues Heizungsgesetz: Deutsche Umwelthilfe kündigt Klimaklage vor Bundesverfassungsgericht an
Neuer Linken-Chef Pantisano: Es gibt keinen Unterschied zwischen der CDU und den Faschisten
Mehr NIUS:
Erst „faschistische Politik“ unterstellen, dann Reue bekunden: Linken-Chef bittet CDU um Entschuldigung
„Den Garaus machen“: Linke-Fanatiker ruft auf Parteitag zu Mord an Kapitalisten auf
33 Empfehlungen im Wortlaut: Das sind die wahren Pläne der Renten-Kommission
Neues Heizungsgesetz: Deutsche Umwelthilfe kündigt Klimaklage vor Bundesverfassungsgericht an
Neuer Linken-Chef Pantisano: Es gibt keinen Unterschied zwischen der CDU und den Faschisten
Climate-Trouble: „Sie steckten mich in einen fensterlosen Raum“ – wie ein kritischer Professor aus seiner Universität gemobbt wurde
Kretschmer kritisiert AfD-Strategie: „Das bloße Ausgrenzen bringt nichts“
Aus Angst vor einer AfD-Regierung: Innenminister planen neue deutsche Sicherheitsarchitektur
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare