Erst Parteigründung, jetzt Austritte: Wirbel um Kurs der Werteunion
Ein Beitrag von
Wirbel um die frisch gegründete Werteunion (WU) von Ex-Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen. Der Autor und Wirtschaftsexperte Markus Krall und der Ökonom und frühere WU-Vorsitzende Max Otte teilten am Mittwoch auf X wegen inhaltlicher Differenzen ihren Austritt aus der Werteunion mit.
„Die Aussagen aus den Reihen der Werteunion lassen zweifeln“, schrieb Otte, „dass die Partei geeignet ist, die Politikwende in Deutschland mitzugestalten.“ Sein Vorwurf: „Fehleinschätzungen und Selbstüberschätzung“.
„Man möchte programmatisch möglichst unverbindlich bleiben“
Auch Krall deutete in seiner Stellungnahme an, dass ihm die Programmatik der Werteunion zu unscharf und unentschieden sei. „Der Vorstand der Werteunion möchte in seiner Mehrheit eine ‚Wasch-mich,-aber-mach-mich-nicht-nass‘ Partei.

Max Otte
Man möchte diejenigen einsammeln, die mit Entsetzen auf die aktuelle Politik blicken, also vor allem auch die Libertären, die Marktwirtschaftler und diejenigen, die noch an ein christliches Menschenbild glauben, aber man möchte dabei programmatisch möglichst unverbindlich bleiben, weil man sich in einem Anfall von Größenwahn schon als neue Volkspartei sieht. Jedem Wohl und keinem wehe, bloß keinen abschrecken mit Klarheit und Authentizität. Das kann man machen, es ist aber nicht mein Ding und es ist auch keine Politikwende.“
„Schnupper-Mitgliedschaft“ in der Werteunion
Außerdem störte er sich daran, dass aktive und ehemalige Mitglieder von Union und Liberalen eine „Schnupper-Mitgliedschaft“ in der Werteunion erhalten und sich erst nach einem Jahr für oder gegen die Voll-Mitgliedschaft entscheiden können sollen. „Verschwitzte Socken alter CDU- und FDP-Granden eignen sich nicht als Teebeutel.“

Markus Krall 2021 mit seinem Buch „Freiheit oder Untergang“
Krall war zur Gründungsversammlung der Partei am zurückliegenden Wochenende nicht eingeladen worden, wie es aus Reihen der Partei heißt, mit Rücksicht auf seinen angeschlagenen Gesundheitszustand. Er selbst vermutet allerdings das gezielte Fernhalten von unbequemen Geistern wie ihm hinter dem Vorgang.
Fakt ist, dass Krall und Otte allerdings nicht zur neuen Partei gehören, sondern mit ihrem Austritt jetzt lediglich den eingetragenen Verein Werteunion verlassen. Die gleichnamige Partei hat nach eigenen Angaben derzeit 55 Mitglieder, die bei der Gründungsversammlung anwesend waren. Otto, der bei der letzten Bundespräsidentenwahl als Kandidat für die AfD antreten wollte, wird in der Werteunion allerdings als „freier Radikaler“ gesehen, dessen Abgang hinter vorgehaltener Hand nicht wirklich bedauert wird.
Lesen Sie auch: Parteigründung auf dem Rhein: DAS steht im Programm der Werteunion
Mehr NIUS:
Die skurrilsten Beschlüsse des Linken-Parteitags
Regierungs-Kommission fordert die AfD-Rente – die große NIUS-Analyse zu den 33 Empfehlungen
Bericht: Das will die AfD an deutschen Schulen und Universitäten verändern
Erst „faschistische Politik“ unterstellen, dann Reue bekunden: Linken-Chef bittet CDU um Entschuldigung
„Den Garaus machen“: Linke-Fanatiker ruft auf Parteitag zu Mord an Kapitalisten auf
33 Empfehlungen im Wortlaut: Das sind die wahren Pläne der Renten-Kommission
Neues Heizungsgesetz: Deutsche Umwelthilfe kündigt Klimaklage vor Bundesverfassungsgericht an
Neuer Linken-Chef Pantisano: Es gibt keinen Unterschied zwischen der CDU und den Faschisten
Mehr NIUS:
Erst „faschistische Politik“ unterstellen, dann Reue bekunden: Linken-Chef bittet CDU um Entschuldigung
„Den Garaus machen“: Linke-Fanatiker ruft auf Parteitag zu Mord an Kapitalisten auf
33 Empfehlungen im Wortlaut: Das sind die wahren Pläne der Renten-Kommission
Neues Heizungsgesetz: Deutsche Umwelthilfe kündigt Klimaklage vor Bundesverfassungsgericht an
Neuer Linken-Chef Pantisano: Es gibt keinen Unterschied zwischen der CDU und den Faschisten
Climate-Trouble: „Sie steckten mich in einen fensterlosen Raum“ – wie ein kritischer Professor aus seiner Universität gemobbt wurde
Kretschmer kritisiert AfD-Strategie: „Das bloße Ausgrenzen bringt nichts“
Aus Angst vor einer AfD-Regierung: Innenminister planen neue deutsche Sicherheitsarchitektur
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare