Ex-Sachsen-FDP-Chef Zastrow verlässt die Partei: „Die Politik der Ampel ist so vollkommen falsch, dass ich es kaum in Worte fassen kann”
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Holger Zastrow, der ehemalige Chef der sächsischen FDP und Bundesvize, verlässt seine Partei. „Die Politik der Ampel ist aus meiner Sicht falsch, und zwar so vollkommen falsch, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Nahezu nichts entspricht meiner Erwartung, nichts ist wirklich gut für unser Land“, schreibt der 55-Jährige in einem Austrittsschreiben, das er auf X veröffentlichte.
Weiter heißt es: „Dass die FDP trotz des rapiden Verlustes an Zustimmung und Anerkennung stur und starr weitermacht, anstatt „Halt! Stopp! Nicht weiter so!“ zu rufen und umzukehren, finde ich entsetzlich. Eine Wahlniederlage nach der anderen, eine uns einst zugewandte Klientel nach der anderen wendet sich ab, aber man macht weiter – bis zum bitteren Ende.“
In der Austrittsbegründung beschreibt Zastrow einen fortwährenden Prozess, der sich bereits seit zehn Jahren fortsetzt und dafür gesorgt hat, dass er seine Partei nicht wiedererkenne. „Solange Guido Westerwelle die FDP führte, war es meine Partei. Mit seinem Sturz begann ein schleichender Entfremdungsprozess.“

Hat sich von seiner FDP entfremdet: Holger Zastrow
Zastrow über die Grünen: „Mit deren Gesellschaftsbild kann ich nichts anfangen“
Anlass für seine Entscheidung sei dabei nicht die Arbeit des FDP-Landesverbands oder der Fraktion im Dresdener Stadtparlament, sondern die Politik der FDP in der Ampel. „Es tut mir in der Seele weh, aber es geht nicht mehr. Ich ertrage die Berliner Politik nicht mehr.“ Besonders die Zusammenarbeit mit den Grünen ist laut Zastrow ein Fehler. „Mit deren Bevormundung, Besserwisserei und Gesellschaftsbild kann ich nichts anfangen.“
In seinem Schreiben kritisiert der Unternehmer auch den FDP-Chef Christian Lindner: „Der Bundesvorsitzende hat einmal gesagt, es sei besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren.“ Jetzt sei die FDP Teil der schlechtesten Regierung in der Geschichte der Bundesrepublik. Eine Regierung, die die Unterstützung der Bevölkerung längst verloren hätte.
Der Dresdner führte die sächsische FDP von 1999 bis 2019 an. Aktuell steht die Partei in Sachsen, wo dieses Jahr im Herbst Landtagswahlen anstehen, zwischen einem und drei Prozent in den Umfragen.
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