Faeser-Behörde veröffentlicht infames Video: Klinsmann, Poldi und Co. sollen „Schuld am Rechtsruck in Deutschland“ sein?
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„Sind Poldi, Klinsi und Co. schuld am Rechtsruck in Deutschland?“
Eine Frage, die die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) in einem Video pünktlich zur EM im eigenen Land aufwirft und wie folgt selbst beantwortet: „Steile These, aber da könnte schon was dran sein“.
Die These: Die Tatsache, dass 2006 viele Menschen zusammen mit Deutschland-Flaggen, -Hüten, -Wachsmalfarben im Gesicht und -Fähnchen an den Autos ein Fußballfest feierten, ist ein Grund für die Entstehung von Pegida und sowieso für die Radikalisierung der Rechten in Deutschland. Stichwort: Patriotismus. Und weil Poldi, Klinsi und Co. dieses Fußball-Fest mit ihrer sportlichen Leistung erst möglich gemacht haben, sind sie auch irgendwie schuld am „Rechtsruck“.
95,5 Millionen Euro Steuergeld bekommt die Bundesoberbehörde, die bei Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) angesiedelt ist und laut Auftrag eigentlich die „Förderung des Bewusstseins für Demokratie und politische Partizipation“ zum Ziel hat. Ob das Zusammenrühren vom Sommermärchen 2006 und dem Erstarken der politischen Rechten in Deutschland darunterfällt, ist fraglich.
Deutschland kennt man nur „für Kriege und den Mauerfall“
Dabei stellt die Bundeszentrale für politische Bildung eine bemerkenswerte Behauptung auf: „Kurzer Throwback: Wir sind im Jahr 2006, Angela Merkel ist seit ein paar Monaten Kanzlerin, Taylor Swift bringt gerade ihre erste Single raus – und Deutschland kennt man in der Welt vor allem für zwei angefangene Weltkriege und vielleicht noch den Mauerfall.“
Dass Deutschland zu diesem Zeitpunkt eine weltweite Wirtschaftsmacht war, die besten Autos der Welt baute und Tausende Weltmarktführer die beste Ingenieurstechnik des Planeten exportierte („Exportweltmeister“), hatte es nicht in die Aufzählung geschafft, wofür man Deutschland international kennen könnte. Auch nicht Jan Ullrich, Timo Boll, Dirk Nowitzki oder andere Sport-Riesen, die in den Jahren vor der WM 2006 längst international für Furore gesorgt hatten.

Die Bundeszentrale für politische Bildung gehört zum Geschäftsbereich von Innenministerin Nancy Faeser (SPD).
Dann war Deutschland plötzlich für Nationalismus bekannt: „Und da durften die Deutschen wieder Flagge zeigen, ohne dass es irgendwie nationalistisch wirkte, weils ja ‚nur‘ Fußball war. Plötzlich gab es alle möglichen Fan-Artikel in Schwarz-Rot-Gold, alles, was ihr euch vorstellen könnt. Alles. Und für die Mannschaft lief es auf dem Platz auch richtig gut. Ein neues Phänomen entstand: Fans trafen sich gemeinsam zum Public-Viewing in Deutschland-Farben. ‚Party-Patriotismus‘ wurde das genannt“, so die junge Frau in dem Video.
Jedoch nicht ohne Folgen, wie es in dem Video weiter heißt: „Die Party war im Halbfinale zwar vorbei, aber die Patriotismus-Afterhour, die ging weiter, auch außerhalb vom Fußball. Etwas weniger als 10 Jahre später laufen mit Pegida patriotische Europäer mit Deutschlandfahnen durch Dresden.“ Ein Politikwissenschaftler wird zitiert, die die These bestätige: „Politikwissenschaftler Clemens Heni sagt, ohne die WM 2006 wäre das so nicht möglich gewesen. Und Pegida war erst der Anfang für die Radikalisierung der Rechten in Deutschland.“
Die Bundeszentrale für politische Bildung stellt also das Sommermärchen, die Entstehung von Pegida und den „Rechtsruck“ in Deutschland in eine kausale Linie.
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