FC St. Pauli schmeißt Funktionär raus, weil er Polizist ist
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- Carsten Balschat, stellvertretender Amateurvorstand des FC St. Pauli, ist nach Anfeindung vonder Fans wegen seiner Mitgliedschaft in der Deutschen Polizeigewerkschaft (DpolG) zurückgetreten.
- Zahlreiche Fangruppen und -organisationen hatten in einem Offenen Brief erklärt, dass sie aufgrund dessen DpolG-Mitgliedschaft nicht am Ehrenamtsempfang des Vereins teilnehmen werden.
- Auch der Amateurvorstand FC St. Pauli erklärte, dass eine Mitgliedschaft in der DPolG nicht mit einem Amt im Vorstand vereinbar ist. Daraufhin trat Balschat zurück.
Der stellvertretende Amateurvorstand des FC St. Pauli, Carsten Balschat, ist am Wochenende von seinem Amt zurückgetreten. Die Entscheidung erfolgte nach heftiger Kritik seitens der St.-Pauli-Fans, die Balschat wegen seiner Mitgliedschaft in der Deutschen Polizeigewerkschaft (DpolG) scharf anfeindeten. In einem Offenen Brief hatten zahlreiche Fangruppen und -organisationen erklärt, dass sie aufgrund dieser Mitgliedschaft nicht am anstehenden Ehrenamtsempfang des Vereins teilnehmen werden.
„Die Positionen der DPolG sind unserer Ansicht nach nicht mit den politischen Überzeugungen und Werten des FC Sankt Pauli und seiner Fanszene, wie Antirassismus, Antifaschismus und lebendige Fankultur, vereinbar“, hieß es in dem Brief mit dem Titel: „Keine Party mit der DPolG“.
Angesichts der Kritik an Balschat hat sich der Amateurvorstand des FC St. Pauli mit der Personalie auseinandergesetzt. In einer Mitteilung des Vereins hieß es nun, dass man nach intensiver Prüfung man zu dem Ergebnis gekommen sei, dass eine Mitgliedschaft in der DPolG nicht mit einem Amt im Amateurvorstand vereinbar sei. Balschat trat daraufhin von seinem Posten zurück.
Die Kritik an Balschat begann jedoch nicht erst in den letzten Tagen. Bereits auf der Mitgliederversammlung des FC St. Pauli im Dezember 2022 hatte es Unmut gegenüber dem stellvertretenden Amateurvorstand gegeben. Jörn Sturm, Vorsitzender des Amateurvorstands, kritisierte damals die Anfeindungen gegen Balschat: „Es gibt Mitglieder, die anderen Mitgliedern den Einsatz für die eben erwähnten Werte pauschal absprechen und nicht ansatzweise den Versuch unternommen haben, den Menschen zu sehen.“
Der Amateurvorstand des FC St. Pauli ist Vertreter von rund 15.000 Sporttreibenden in 23 Abteilungen des Vereins. Obwohl er organisatorisch nichts mit dem Profifußballbereich zu tun hat, repräsentiert er auch die Werte des Clubs. In einer Vereinsmitteilung betont der FC St. Pauli, man wolle „miteinander sprechen, nicht übereinander. Kritische Diskussionen gehören zu unserem Verein“ Entscheidend sei dabei, dass man „auch bei großen Meinungsverschiedenheiten einen respektvollen Umgang miteinander“ pflegt.
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