FDP-Aussteiger Zastrow über seine alte Partei: „Ich bin heimatvertrieben. Das hat Christian Lindner geschafft“
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30 Jahre war er Mitglied der FDP, 20 Jahre führte er den Landesverband in Sachsen. Doch im Januar dieses Jahres entschied sich Holger Zastrow, aus seiner Partei auszutreten. Gründe gab es genug.
„Ausschlaggebender Punkt war am Ende die Rede von Lindner vor den Bauern“, erzählt Zastrow im Nachrichten-Talk „Stimmt!“. Am Brandenburger Tor hätte sich der FDP-Chef als Versteher des Mittelstandes inszeniert, während die Protestierenden ihn ausbuhten. „Der hat die Bindung zu seinen eigenen Leuten völlig verloren. Das hat mich erschaudern lassen, das hat mich emotional ergriffen. Da habe ich gemerkt, es ist vorbei“, so der FDP-Aussteiger.

FDP-Aussteiger Holger Zastrow bei „Stimmt!“
Seit der Regierungsbeteiligung der FDP verlieren die Liberalen an Zustimmung. „Du bist in einer Regierung mit den Grünen, die dir den ganzen Tag vorschreiben, wie du zu leben hast, wie du zu heizen hast, dich fortzubewegen hast“, so Zastrow im NIUS-Talk. Als Liberaler dürfe man da nicht mitmachen. Das sei eine „Urkatastrophe für die FDP“ und werde sie ihre Stamm-Wählerschaft kosten. Aber „wir haben nicht den Mut, das zu tun, was Christian Lindner einst gesagt hat, besser nicht regieren als falsch regieren“.
„Mir tut das immer noch weh“
Erst habe man die Handwerker verloren, dann die Gastronomen und letztlich die Landwirte, die der FDP als Selbstständige stets verbunden waren. „Wer wählt uns noch?“, fragt Zastrow im Stimmt-Talk. „Die FDP ist zum Wahlverein von Christian Lindner geworden“, findet der Dresdner. Der Kurs der Partei habe ihm körperliches Leid beschert. Und dennoch fiel der Austritt nicht leicht. „Mir tut das immer noch weh und leid. Die liberale, freiheitliche Mitte der Gesellschaft hat keine Heimat mehr. Das hat Christian Lindner geschafft“.
Zastrow bedauert, dass Menschen wie Guido Westerwelle nicht mehr da sind, um den freiheitlichen Geist der FDP hochzuhalten. „Er fehlt sehr.“ Stattdessen führten Figuren wie Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die nun zur Europawahl antritt, zu einem weiteren Exodus innerhalb der Partei, ist Zastrow überzeugt. „Es gibt viele Gründe, warum ich aus der FDP ausgetreten bin, sie ist einer, Frau Strack-Zimmermann.“ Ihre Kriegs-Rhetorik sei „fatal.“

Sie hatten ein freundschaftliches Verhältnis: Zastrow mit Guido Westerwelle.
Doch Holger Zastrow verzagt nicht. Mit seinem neu gegründeten „Team Zastrow“ will er dieses Jahr bei der Stadtrats- und Stadtbezirkswahl in Dresden antreten. Über 80 Leute haben sich seinem Team bereits angeschlossen.
Die ganze Sendung „Stimmt!“ gibt es hier:
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