Fehlgedeutete Radarsignale: Der Massenmord an Indianerkindern, den es nie gab
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Am Ende entpuppt sich der „Massenmord an Indianerkindern“ als Störsignale von Bodenmessgeräten. „Die toten Kinder von Kamloops“, über die etwa der WDR berichtete, hat es nie gegeben. Seit Jahren geistert diese Geschichte durch die internationalen Medien. Gerichtsfeste Beweise gab es nie – bis heute.
„Seit Mai 2024 spricht nun selbst der Indianerverband von Kamloops nur noch von gefundenen ‚Bodenanomalien‘ statt von vergrabenen Kindern“, schreibt der Historiker Simon Akstinat am 5. Juni 2024 im Cicero. Er war damit in Deutschland der Erste, der sich ein Herz fasste und aussprach, worum es sich handelt: eine Zeitungsente – größer noch als Correctivs Deportationsente. Und das will etwas heißen.

Die Kamloops Indian Residential School war von 1890 bis 1969 ein katholisches Internat.
Akstinat schloss vor einem Jahr mit den Worten: „Doch wie auch immer sich diese Geschichte um die angeblichen Gräber weiter entwickeln mag, eines steht fest: Gefunden wurde in Kamloops und bei allen anderen Internatsschulen Kanadas auch drei Jahre nach der weltweiten Sensationsmeldung bis heute genau gar nichts.“

So berichtete der WDR über die nicht existierenden Kinderleichen
Daran hat sich bis heute, vier Jahre später, nichts geändert. Im Jahr 2021, unmittelbar vor Beginn der landesweiten Suchprogramme, sorgten Berichte über Kamloops weltweit für Entsetzen. Sie vermuteten, „dass hunderte indigene Kinder Opfer von Missbrauch und Mord geworden seien. Die Vorwürfe führten zu Brandanschlägen, Vandalismus und der Schändung von etwa 120 Kirchen in Kanada“, wie Vatican News berichtet.

So berichtete die Deutsche Welle über etwas, das einfach nicht stimmt
Regierungsprogramm fand nichts – und wird eingestellt
Man muss sich das vor Augen führen: Der größte Gewaltausbruch gegen Kirchen im 21. Jahrhundert basierte auf einer frei erfundenen Geschichte. „Aber kann man sich denn derart festlegen?“, mag sich manch einer fragen. Man kann nicht nur, man sollte. Denn wer eine Behauptung aufstellt, muss sie belegen können. Es ist das elementare Prinzip jeder Wissenschaft – und auch jeder seriösen Berichterstattung. Die Beweislast liegt bei jenen, die den Fund behaupten.

So berichtete „Die Zeit“ über den angeblichen Leichenfund
Von 2021 bis 2025 finanzierte die kanadische Regierung Programme zur Suche nach den Gräbern auf ehemaligen Internatsgeländen indigener Kinder – inzwischen wurde das Programm eingestellt, offiziell mit der Begründung, man habe nichts Belastbares gefunden.

So berichtete die FAZ über die angeblichen Kinderleichen
Wie zu erwarten war, kommt das nicht überall gut an. „Ein Mitglied des Komitees, das die Regierung mit der Suche beauftragte – das National Advisory Committee on Residential Schools, Missing Children and Unmarked Burials – bezeichnete den Schritt als ‚Verrat‘“, berichtet Vatican News. Das Mitglied forderte „weitere Unterstützung für indigene Gemeinschaften, um vermisste Kinder zu finden und zu gedenken“, heißt es weiter.
Zu den Aufgebrachten gehört Kimberly Murray von der Kanehsatà:ke Mohawk Nation. Sie wurde von der Regierung als Sonderbeauftragte eingesetzt („Independent Special Interlocutor for Missing Children and Unmarked Graves and Burial Sites associated with Indian Residential Schools“) und war damit ausdrücklich mit der Suche nach den „vermissten Kindern und nicht gekennzeichneten Gräbern“ beauftragt.

Besonders indianisch sieht sie eigentlich nicht aus – nur der Ohrschmuck wirkt bei europäischen Sehgewohnheiten ungewöhnlich.
Ausgerechnet die Frau, die in zwei Jahren selbst keinen einzigen Beweis für solche Gräber gefunden hat, wirft der Regierung nun Untätigkeit vor. In ihrem Abschlussbericht beschreibt sie rechtliche Hürden, fehlende Dokumentation und vereinzelte Familienrecherchen – ohne forensisch bestätigte Leichenfunde vorweisen zu können.
Das steht allerdings nicht im Mittelpunkt ihres Redebedürfnisses. Dass die Regierung auf ihren Abschlussbericht nicht mit einem Maßnahmenprogramm reagiert, liege nicht etwa daran, dass sie keine Beweise geliefert habe. Der Grund, „warum es in diesem Land weder Gerechtigkeit noch Rechenschaftspflicht gibt“, bestehe vielmehr darin:
„We have to go to the perpetrator to provide proper reparations.“
(„Wir müssen uns an die Täter wenden, um angemessene Wiedergutmachung zu leisten.“)
Heißt im Klartext: Murray erklärt die Einstellung des Suchprogramms nicht mit mangelnder Evidenz, sondern mit den angeblichen Verdunkelungsabsichten des Staates.
Wie ein Gerücht zum Fakt wurde
Ausgangspunkt war die im Westen Kanadas gelegene Stadt Kamloops im Mai 2021: Die Tk’emlúps te Secwépemc First Nation veröffentlichte damals eine Pressemitteilung, in der es hieß:
„Am vergangenen Wochenende kam mit Hilfe eines Bodenradar-Spezialisten die nackte Wahrheit der vorläufigen Ergebnisse ans Licht: die Bestätigung der Überreste von 215 Kindern, die Schüler der Kamloops Indian Residential School waren.“
„Vorläufige Ergebnisse“ sollten eine „nackte Wahrheit“ belegen? Die Fehldeutung war – eigentlich – von Anfang an erkennbar. Offenbar traf das Gerücht auf ein regelrechtes Bedürfnis nach Schuld – nach westlicher Selbstkasteiung. 215 Stunden lang hing die kanadische Flagge auf Halbmast.
In Kanada führte die Kamloops-Erzählung zu neuen Gesetzen gegen sogenannten „Residential School Denialism“. Wer das offizielle Narrativ über das Internatssystem infrage stellt, kann seither rechtlich belangt werden. Was genau als „Leugnung“ gilt, bleibt dabei unklar. Die Regelung ist eine Folge der vermeintlichen 215 Kinderleichen von Kamloops.
Auch Papst Franziskus reagierte auf die Meldung und sprach von der „erschütternden Entdeckung der Überreste von 215 Kindern“. 2022 reiste er nach Kanada, wo er Vertreter der indigenen Völker traf und um Vergebung bat – für die Rolle der Kirche bei einer „unterdrückerischen und ungerechten Politik“. Die angeblichen Massenmorde sollen nämlich unter der Obhut des indigenen Internatssystems begangen worden sein, das von Staat und Kirche gemeinsam betrieben wurde.

Papst Franziskus trägt während eines Treffens mit indigenen Gemeinschaften – darunter First Nations, Métis und Inuit – in der katholischen Kirche Our Lady of Seven Sorrows in Maskwacis bei Edmonton (Kanada) am 25. Juli 2022 einen traditionellen Federschmuck. Es war der Beginn seiner „Bußereise“.
Bis heute wurden in Kamloops keine sterblichen Überreste bestätigt, wie auch die indigene Gemeinschaft selbst mehrfach eingeräumt hat. Überhaupt fanden Grabungen nur selten statt, etwa in Pine Creek, gelegen im äußersten Nordwesten Kanadas. Dort wurde im August 2022 eine Ausgrabung im Keller der katholischen Kirche Our Lady of Seven Sorrows unternommen, nachdem dort mittels Bodenradar vierzehn Anomalien gefunden worden waren – ergebnislos. Nur ein Monat zuvor hatte Papst Franziskus hier um Vergebung gebeten. Klar ist: Nicht ein einziges Mal wurden menschliche Überreste entdeckt.
Die zirkuläre Logik des Glaubens
So bleibt am Ende festzuhalten: Indianische Aktivisten stellten auf Basis unzureichender Belege Behauptungen auf, die von den Medien aufgegriffen und zu Tatsachen umgedeutet wurden. Diese fälschlich angenommenen Tatsachen verfestigten sich fortan so sehr, dass sie wie selbstverständlich vorausgesetzt wurden.
Hinzu kommt eine zirkuläre Logik: Dass nichts gefunden wird, deuten Aktivisten nicht als Widerspruch, sondern als Beweis dafür, dass nicht gründlich genug gesucht wurde. Das koloniale Tätersystem habe zu Massenmorden geführt, die nur deshalb nicht bewiesen werden können, weil eben dieses Tätersystem ihre Aufklärung verhindere.
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