Fidschi-Inseln: Obwohl der Meeresspiegel stabil ist, inszeniert sich Baerbock in überschwemmten Dörfern vor Gräbern
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Außenministerin Annalena Baerbock war auf Südsee-Reise und brachte eindrückliche Fotos mit nachhause. Barfuß stand sie im Sand. Neben ihr Gräber unter Wasser. Die Bewohner der Fidschi-Inseln würden die Klimakrise „direkt vor ihrer Haustür“ spüren. Eine neue Klima-Hilfe ist auch im Gepäck. Doch: offizielle Statistiken zeigen dort einen stabilen Meeresspiegel.
Diese Bilder wurden nach Deutschland geschickt: Annalena Baerbock (Grüne) läuft über den Strand einer Siedlung in Toguru. Barfuß läuft sie über den matschigen Sand, vorbei an Grabsteinen, die versunken im Wasser stehen. Ihre Blicke: betrübt, bedrückt, besorgt ...

Barfuß läuft die Außenministerin durch den Küstenschlamm.
Dazu sprach Baerbock die Worte: „Die Klimakrise bedeutet für kleine Inselstaaten im Pazifik: Felder versalzen, die Heimat im Meer versunken und ein ganzer Friedhof im Salzwasser untergegangen, die Grabmäler jetzt als Mahnmäler in den Fluten.“ Hier zeige sich, dass den Inselstaaten „das Wasser im wahrsten Sinne des Wortes bis zum Hals steht“.
Mission Klimaschutz im Südseeparadies
Der vermittelte Eindruck: Die deutsche Außenministerin ist hoch besorgt – wegen des Klimawandels würden nun Dörfer vom Meer verschlungen werden. Die Orte würden zeigen, „mit welcher Brutalität die Klimakrise zuschlägt“, betonte sie.

Schaut betrübt: Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) auf einer Fidschi-Insel.
Das flach gelegene kleine Dorf Togoru liegt östlich auf der Fidschi-Insel. Da hier das Ozeanwasser ansteigt, werden Teile des Dorfes seit ein paar Jahren vom Wasser überschwemmt. Das ist auch der Grund, warum die Bewohner Stück für Stück umgesiedelt werden.
Im Zentrum ihrer einwöchigen Reise nach Fidschi, Australien und Neuseeland stand: der Klimaschutz. Deutschland und Europa zahlen bereits über die EU beträchtliche Summen in die Südsee-Paradiese.
Baerbock erklärte vor Ort, Partnerschaften auszubauen, um „beim Klimaschutz diese Länder zu unterstützen, die die Klimakrise im wahrsten Sinne des Wortes direkt vor ihrer Haustür spüren.“ In der Region sei die Klimakrise „die größte Sicherheitsbedrohung unserer Zeit.“
Doch steigt der Meeresspiegel im Pazifik wirklich SO dramatisch?

Annalena Baerbock (Grüne) steht mit einer Bewohnerin an den Grabsteinen der Siedlung Toguru.
Zur Erinnerung: Baerbock legt bekanntlich größten Wert auf ihre Außendarstellung. Das letzte Mal, als die Außenministerin barfuß im Sand am Pazifik-Strand posierte, schoss die Fotoagentur „Photothek“ die inszenierten Schnappschüsse. Im Jahr 2022 gab ihr Ministerium 178.764 Euro für die Agentur aus. Und: Baerbocks Star-Visagistin erhält rund 7500 Euro im Monat.
Der Meeresspiegel ist im Pazifik weitgehend stabil
Fakt ist: Die Inseln im Südpazifik sind bekannt dafür, dass diese nur knapp über dem Meer liegen. Und: Schaut man sich Statistiken an, darunter die offiziellen, ergibt sich nicht das Bild eines dramatischen Anstiegs des Meeresspiegels bei den Fidschi-Inseln.

Schlamm-Wanderung fürs Klima.
Ein Blick auf die Zahlen des Meteorologen-Büros des National Tidal Centre (NTC) der australischen Regierung zeigt, dass – Stand 23. April 2024 – der Meeresspiegel in der Region weitgehend stabil ist – und das rückblickend zum Jahr 1991 betrachtet. Das betrifft zum Beispiel die Statistik-Zahlen bei Lautoka auf der großen Fidschi-Insel oder auch die Region Tuvalu weiter nördlich der Fidschi-Insel.
Der Meeresspiegel liegt demnach dort durchschnittlich bei 1,277 Metern. Der Pegel ist dort, abgesehen von leichten Schwankungen, relativ stabil. Im Jahr 2024 bewegt sich der Wert zwischen 0,192 und 2,462 Metern. Ähnliche Werte gab es laut der Statistik schon in den 1990er Jahren und auch immer wieder schwankend in den 2000er Jahre.

Der Meeresspiegel bei Lautoka auf den Fidschi-Inseln ist mit leichten Schwankungen weitgehend konstant im Vergleich zu den Jahren seit 1991 bis heute.
Auch der Meerespegel bei Tuvalu schwankt gering um einen mittleren Wert von 2,034 Metern aktuell. Betrachtet man den Pegel seit 1995 bis heute, so ist auch dieser abgesehen von einigen Ausschwankungen relativ stabil. Der maximale Rekord lag 2006 bei 3,438 Metern. Der absolute Minimum-Wert betrug im Jahr 1998: 0,527 Meter.
Im Jahr 2024 bewegt sich der Maximal-Wert zwischen 3,380 und 3,121 Metern – der Minimal-Wert zwischen 0,983 und 1,040. Zum Vergleich: 1993 lag der Minimal-Wert zwischen 0,793 und 1,513 Metern, der Maximal-Wert zwischen 2,425 und 3,103.
Ozean-Experte erforschte: Meeresspiegel lag 1700 höher als heute
Der schwedische Ozeanograph Nils-Axel Mörner hat sein ganzes Leben lang zu Veränderungen des Meeresspiegels geforscht, 59 Länder bereist – darunter die Fidschi-Inseln. Er fand heraus, dass einige Forscher den Meeresspiegel nicht richtig messen, nicht Ebbe und Flut oder die Verhältnisse des Messortes korrekt beachteten. Er fand auch heraus, dass an einigen Stellen auf den Fidschi-Inseln, wo der Meeresspiegel steigen soll, dieser durch Eingriffe von Menschen verursacht wurde (z.B. neue Küstenbauten).
Der Ozean-Experte Mörner starb im Jahr 2020. In einem Interview mit der Basler-Zeitung erklärte er noch: „Wir konnten nachweisen, dass der Meeresspiegel auf Fidschi ab 1550 bis etwa 1700 rund siebzig Zentimeter höher lag als heute. Dann sank er ab und war im 18. Jahrhundert etwa fünfzig Zentimeter tiefer als heute. Anschließend stieg er auf etwa das heutige Niveau.“
In den letzten 200 Jahren habe sich der Pegel nicht wesentlich verändert. Stattdessen sei er sogar während der letzten 50 bis 70 Jahre „absolut stabil“ gewesen, betonte der Professor. „Sicher trägt das Meer da und dort die Küsten ab, aber anderswo wachsen Inseln auch. Das war schon immer so.“ An gewissen Orten steige zwar der Meeresspiegel tatsächlich an, an anderen Orten sei er jedoch stabil.

Am Dienstag (7. Mai) wurde Annalena Baerbock (Grüne) nach ihrer einwöchigen Reise nach Australien, Neuseeland und Fidschi am Flughafen verabschiedet.
Auf die Frage: „Warum warnen denn viele Klima-Forscher vor versinkenden Inseln?“, entgegnete Mörner: „Weil sie eine politische Agenda haben. Sie sind von der Deutung voreingenommen, der Mensch bewirke den Klimawandel, und das sei eine Bedrohung.“
2010 zeigte noch eine Studie, dass Pazifik-Inseln wachsen
Im Jahr 2010 erzielte eine Studie das überraschende Ergebnis, dass viele dieser Inseln in den vorherigen 60 Jahren sogar gewachsen – statt geschrumpft – sind.
Der Geo-Spezialist Paul Kench untersuchte damals mit Forschern das Schicksal von 27 Pazifik-Inseln. Die Überraschung: Obwohl der Meeresspiegel stieg, schrumpften seit den 1950er Jahren nur vier der untersuchten 27 Inseln. 23 blieben entweder gleich groß oder wuchsen sogar. Darüber berichtete 2010 der Tagesspiegel.
Grund: Teile von Korallenschutt werden von Wind, Wellen und Strömungen an den Stränden der Motus angeschwemmt – und lässt dann die Inseln zumindest an bestimmten Stellen wachsen. Im Meer wiederum wachsen die Korallen weiter. Dadurch füllen sie Lücken auf, die zuvor ein Sturm hinterlassen hat. So kann das Riff dann Nachschub für die Sandstrände liefert, wodurch die Insel wachsen kann.
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