Flüchtlinge, Gendern, Meinungsfreiheit: Das denkt Deutschland wirklich
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- Fast die Hälfte der Deutschen befürchtet negative Konsequenzen, wenn man seine Meinung frei äußert.
- Viele Deutsche bezweifeln, dass die deutsche Klimapolitik irgendeinen Einfluss auf den Klimawandel hat.
- Eine klare Mehrheit spricht sich für die Zurückweisung illegaler Migranten und die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber aus.
NIUS fühlt den Deutschen auf den Zahn! In einer großen, repräsentativen Exklusiv-Umfrage für NIUS unter 10.000 Deutschen wollten wir wissen, wie Deutschland wirklich tickt. Die Ergebnisse des Meinungsforschungsinstituts INSA sind so spannend wie verblüffend. Hier die wichtigsten Fakten.
Meinungsfreiheit
Beim Thema Meinungsfreiheit sind die Deutschen gespalten. 47 Prozent der Befragten befürchten negative Konsequenzen, wenn sie ihre Meinung frei sagen, 44 Prozent tun das nicht („Ich befürchte negative Konsequenzen, wenn ich meine Meinung zu bestimmten Themen frei äußere.“). Neun Prozent sind unentschieden oder machen keine Angaben.
Interessant: Am wenigsten Probleme mit der Meinungsfreiheit sehen Anhänger der Grünen (26 Prozent), während Unterstützer der AfD (75 Prozent) am meisten mit der Meinungsfreiheit hadern. Ein klares Gefälle gibt es zwischen Ost (54 Prozent) und West (46 Prozent), wenn es um die Sorge vor den Folgen freier Meinungsäußerung geht.
Auch bei der Feststellung „Ich habe das Gefühl, dass es in Deutschland keine Meinungsfreiheit (mehr) gibt“ geht ein Riss durch Deutschland. 46 Prozent stimmen dem Satz zu, genauso viele Befragte stimmen nicht zu (8 Prozent weiß nicht/keine Angaben). Mehrheitlich stimmen dem Satz die Menschen zwischen 30 und 59 Jahren und im Osten (65 Prozent) zu. Im Westen sehen das nur 44 Prozent so.

Klima-Politik
Von der Wirksamkeit der deutschen Klima-Politik, DEM Kern-Thema der Ampel-Bundesregierung, sind die Deutschen mehrheitlich nicht überzeugt. Eine knappe relative Mehrheit (46,5 Prozent) ist der Ansicht, dass die deutsche Klimapolitik keinen Einfluss auf die Veränderung des Klimas hat. Dem Satz: „Die deutsche Klimapolitik hat auf Veränderungen des Klimas keinen Einfluss“, stimmen 43 Prozent der Befragten nicht zu (10,5 Prozent weiß nicht/keine Angaben).
Die höchste Zustimmung (53 Prozent) erhält der Satz bei den 30- bis 39-Jährigen und im Osten (54 Prozent). Im Westen sind 45 Prozent der Ansicht, dass die deutsche Klimapolitik das Klima nicht beeinflusst.
Migration
Eine klare Mehrheit spricht sich für die Zurückweisung illegaler Migranten an den deutschen Grenzen aus. Etwa zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) stimmen dem Satz zu: „Flüchtlinge/Asylbewerber sollten an der deutschen Grenze zurückgewiesen werden, wenn sie aus einem sicheren Drittstaat einreisen.“
Interessant: Mit steigendem Alter erhöht sich die Zustimmung zur Aussage. Während 40 Prozent der Befragten zwischen 18-29 Jahren dem Satz zustimmen, sind es bei den Befragten, die zwischen 60 und 69 Jahre alt sind, 78 Prozent und bei den ab 70-Jährigen 75,5 Prozent. Einen deutlichen Unterschied gibt es auch zwischen Ost und West: Im Westen stimmen der Aussage 63 Prozent zu, im Osten sind es 69 Prozent.

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der These „Alle Asylbewerber, deren Antrag abgelehnt wurde, sollten umgehend abgeschoben werden.“ Zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) sprechen sich dafür aus, dass alle Asylbewerber, deren Antrag abgelehnt wurde, umgehend abgeschoben werden sollten. Mit dem Alter steigt die Zustimmung für die umgehende Abschiebung bei einem abgelehnten Asylantrag von 43 Prozent bei den 18- bis 29-jährigen Befragten auf 81,5 bzw. 81 Prozent bei den ab 60-Jährigen. Auch hier fällt die Zustimmung im Osten (74 Prozent zu 67 Prozent) größer aus als im Westen.
Gender-Sprache
Mit deutlicher Ablehnung reagieren die Deutschen auf Gendersprache und Genderstern. Dem Satz „Die Nutzung von geschlechtergerechter Sprache (z.B geschlechtsneutrale Begriffe wie Lehrpersonal etc. oder Genderformen wie Lehrer*in) schadet der deutschen Sprache“ stimmen 64 Prozent der Befragten zu. Nur 27 Prozent sind gegenteiliger Meinung (9 Prozent weiß nicht/keine Meinung). Auffällig: Die Ablehnung steigt mit zunehmendem Alter stark an. Bei Menschen über 70 Jahren lehnen 73 Prozent Gendersprache ab. 68 Prozent der Ost-Deutschen und 62,5 Prozent der West-Deutschen sehen das genauso.

Bei der Frage, wie viele Geschlechter es gibt, herrscht inzwischen erkennbare Verunsicherung. Der Feststellung „Es gibt nur zwei Geschlechter“ stimmen 47 Prozent der Deutschen zu, 42 Prozent sehen das anders (11 Prozent weiß nicht/keine Angabe). Während für die Ost-Deutschen (53 Prozent) die Geschlechterfrage mehrheitlich klar ist, legen sich nur 46 Prozent der West-Deutschen auf zwei Geschlechter fest.
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Ralf Schuler
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