Flüchtlingsheim nebenan macht sein Haus „unverkäuflich“: Rentner in Sorge um seinen Lebensabend
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Am südlichen Stadtrand Nürnbergs grenzt der Markt Wendelstein. In dem lokalen Wendelsteiner Mitteilungsblatt, das die Anwohner regelmäßig im Briefkasten vorfinden, liest man in der diesjährigen Weihnachtsausgabe – neben zahlreichen Weihnachtswünschen und dem Grußwort des Bürgermeisters (CSU) – einen aufrüttelnden und zugleich traurigen Aufruf eines Rentners, der offenbar große Angst um seine Zukunft hat. Ein Leserbrief, der nachdenklich macht ...
Geplante Flüchtlingsunterkunft sorgt für Existenzängste
Siegfried Kahl ist 86 Jahre alt und lebt seit über 40 Jahren in Wendelstein. Der Rentner schreibt: „Aufgrund meines fortgeschrittenen Lebensalters ist die Zeit gekommen, mich auf meine wohl letzte Lebensphase vorzubereiten.“ Er möchte sein Haus verkaufen und von diesem Geld in eine betreute Wohneinrichtung in der Nähe seines Sohnes und der Enkelkinder ziehen. Siegfried Kahl schreibt weiter: „Ob mein Lebensabend überhaupt noch wie geplant stattfinden kann, ist fraglich.“
Denn das große Problem ist: Sein Haus grenzt neuerdings direkt an eine geplante Flüchtlingsunterkunft. „Die Hiobsbotschaft haben mir die Vertreter des neuen Eigentümers recht schonungslos an der Haustür überbracht.“ Der Rentner sorgt sich, denn durch die direkt angrenzende Lage an die geplante Flüchtlingsunterkunft ist die Immobilie „möglicherweise unverkäuflich, zumindest aber deutlich abgewertet.“

Der Markt Wendelstein in Mittelfranken, Bayern.
Ein lohnendes Geschäft für den Investor
Im Nachbarhaus des Rentners soll durch eine Nutzungsänderung ein Einfamilienhaus zur Flüchtlingsunterkunft werden. Das leerstehende Haus wurde von einem Investor gekauft – mit dem Ziel, dort 36 Menschen unterzubringen. Für den Investor scheint das ein lohnendes Geschäft zu sein. Pro Flüchtling erhält er zwischen 20 Euro und 35 Euro pro Tag. Daraus ergeben sich über 20.000 Euro im Monat. Für den Umbau, die Einrichtung und die Versorgung der Flüchtlinge ist der Investor verantwortlich.
Von der Politik verraten und verkauft
In einer anderen Ausgabe des Wendelsteiner Mitteilungsblattes ist neben des Appells des Bürgermeisters, doch bitte Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen, ein weiterer Leserbrief von anderen Anwohner aus dem Raubersriederweg zu finden.
So schreibt eine Gruppe von Anwohnern: „Leidtragende sind nicht nur die Asylsuchenden selbst, sondern auch wir Anwohner, die angstvoll in die Zukunft schauen, da uns niemand sagen kann, welche Personengruppen nebenan einziehen werden und wie sich deren Verhalten auf das gewohnte freie und unbeschwerte Leben – vor allem auch der Kinder – auswirken wird.“
Weiter heißt es: „Wir fühlen uns von einer Politik verraten und verkauft, die intransparent handelt und die Probleme nach unten durchreicht.“
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Helena Gebhard
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