Frankreich-Präsident Macron: Deutsche Atompolitik „historischer Fehler“
In einer Rede vor seinen Botschaftern äußerte sich der französische Präsident Emmanuel Macron (45) kritisch gegenüber Deutschlands Haltung zur Kernenergie!
Er betonte, dass es ein „historischer Fehler“ wäre, Europa von der Kernenergie fernzuhalten oder die Investitionen darin zu drosseln. „Es gibt noch Klärungsbedarf mit unseren deutschen Partnern“, betonte Macron.
Macron kritisiert damit den deutschen Atom-Ausstieg, an dem bis zuletzt festgehalten wurde – und betont die Bedeutung der Kernenergie für die CO₂-Reduktion und Arbeitsmarktsituation in Europa. Er warnt vor einem vermehrten Einsatz von Kohle, da dies den Zielen zur CO₂-Reduktion entgegenstehe.
Fakt ist: Bei der Reform des europäischen Strommarktes liegen Deutschland und Frankreich auseinander. Macron setzt auf eine „Renaissance der Kernenergie“ und möchte auch in ältere Atomkraftwerke investieren. Deutschland, welches seine letzten Atomkraftwerke im April stillgelegt hat, steht dieser Entwicklung kritisch gegenüber und fokussiert sich auf erneuerbare Energien.

Die beiden Reaktorgebäude des französischen Kernkraftwerk (AKW) Fessenheim.
Auch international gibt es Kritik an Deutschlands Energiepolitik. Die schwedische EU-Abgeordnete Sara Skyttedal (37, EVP) bemängelt, dass Deutschland seit dem Atom-Ausstieg mehr Kohlestrom importiert, was die Energiewendeziele konterkariert. Sie merkte an, dass die Skepsis Deutschlands gegenüber der Kernenergie dessen Rolle in der europäischen Energiepolitik schmälert.
Daten der Bundesnetzagentur zeigen, dass Deutschland immer mehr Strom importiert und dafür im Juli 469 Millionen Euro zahlen musste, da die Importe die Exporte überstiegen. Trotz höherer Importkosten erscheint der importierte Strom noch wirtschaftlicher als die eigene Kohle- oder Gasgewinnung.
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