Welt-Premiere für das Kanzler-Paar: Friedrich Merz reist mit Ehefrau Charlotte zum G7-Gipfel nach Kanada
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Es ist seine ganz persönliche Welt-Premiere. Am Sonntag reist Kanzler Friedrich Merz (CDU) gemeinsam mit seiner Ehefrau Charlotte zum G7-Gipfel nach Alberta in Kanada. Das ganz große Parkett, die höchste Liga der großen Politik. Mehr geht nicht.
Mit jeder Rede, bei jedem Auftritt und in fast jedem Gespräch ließ Merz klar erkennen, was für ihn politische Priorität ist: Deutschland muss zurück auf die Weltbühne der starken Nationen. Der Gipfel der sieben großen Industrienationen (G7: USA, Deutschland, Japan, Kanada, Großbritannien, Italien, Frankreich) ist jene Runde, in der Merz jetzt mitspielen wird.
Alles gegeben und am Ziel der Karriere-Träume
In Alberta wird es um die großen Themen gehen: die Unterstützung der Ukraine, den Welthandel, Migration, seltene Rohstoffe und letzte Vorbereitungen für den Nato-Gipfel eine Woche später in Den Haag. Merz in seinem Element. Und am Ziel seiner Karriere-Träume. Dreimal hat er Anlauf genommen für den CDU-Vorsitz, hat im Wahlkampf den großen Politikwechsel versprochen, einen faktischen Einreisestopp und hat mit Olaf Scholz immer wieder hart abgerechnet, um am Ende mit gut 28 Prozent das zweitschlechteste Ergebnis in der Nachkriegsgeschichte der Union einzufahren. In den Koalitionsverhandlungen hat er alles geopfert, was die SPD gefügig machte: Schuldenbremse, wirkliche Sozialreformen, sanfte Migrationspolitik. Alles für diesen Job, alles für diese Bilder im Kreise der Weltlenker.

Das Ehepaar wird auch beim G7-Gipfel in Kanada anwesend sein.
Ehefrau Charlotte Merz war oft dabei, hat ihn während der Tournee durch die tristen Mehrzweckhallen im Kampf um den CDU-Vorsitz begleitet, auf Parteitagen in der ersten Reihe gesessen und wird jetzt mit dabei sein, wie „ein Sprecher“ der Bundesregierung auf NIUS-Anfrage bestätigte, wenn ihr Mann gemeinsam mit Donald Trump, Giorgia Meloni, Emmanuel Macron oder Keir Starmer der Weltpolitik seinen Stempel aufdrücken wird. Eine Seilbahn-Fahrt wird die Regierungschefs und ihre Partner auf den Gipfel des Gipfels transportieren, wie ein Merz-Vertrauter scherzt.
Und schon im Vorfeld ist Merz’ Stil bei den Vorbereitungen spürbar: Versuchte Angela Merkel (CDU) stets mit eigenen Absätzen den Rest der Welt auf „Rechtsstaatlichkeit und Demokratie“ festzulegen, meiden die Unterhändler von Merz philosophische Höhenflüge, die von anderen als Belehrungen wahrgenommen werden. Beim letzten G7-Gipfel in Kanada (Malbaie) 2018 geriet Merkel heftig mit Trump aneinander, stemmte sich vor ihm auf den Tisch, um ihn zu einer Unterschrift unter die Abschlusserklärung zu bewegen, die im Grunde nicht viel mehr enthielt als eine Wiederholung der Beschlüsse vom vorherigen Gipfel. Die G7 waren längst zu einem hohlen und irrwitzig teuren Spektakel verkommen. Auf dem Rückweg erklärte Trump aus Ärger über den damaligen kanadischen Ministerpräsidenten Trudeau seine Unterschrift für nichtig und beschimpfte Trudeau.
Großes Kino, kleiner Ertrag. Das soll mit Merz ausdrücklich anders werden. Und die Genugtuung, es endlich geschafft zu haben, dürfte unausgesprochen immer auch mit dabei sein.
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Ralf Schuler
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