Geheim-Operation Wüst: So wollen die Grünen den Merz-Putsch in der Union anzetteln
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- Grünen-Politiker Anton Hofreiter sieht in CDU-Chef Friedrich Merz ein Hindernis für mögliche Kooperation auf Bundesebene.
- Auch Konstantin von Notz (Grüne) schießt auf Twitter immer wieder scharf gegen Merz.
- Ein Strategie, die innerhalb der Union auf fruchtbaren Boden fallen könnte.
Wenn es nach den Grünen geht, ist die Wahl des Kanzlerkandidaten der Union längst entschieden: Friedrich Merz soll es schonmal nicht werden. Hendrik Wüst, übernehmen Sie!
Haben die Grünen jetzt schon in der Union etwas zu melden? Eigentlich nicht, aber probieren kann man es ja. „Herr Merz macht es immer schwieriger, mit ihm zu regieren, für jeden demokratischen Partner“, sagt etwa Grünen-Politiker Anton „Toni“ Hofreiter im dpa-Interview. Der Grund: Merz hatte unlängst die Grünen als „Hauptgegner“ der Union bezeichnet. Und um die schlimmen Umtriebe des CDU-Chefs möglichst plastisch auszumalen, erklärt Hofreiter Merz kurzerhand zur „Hauptstütze dieser Koalition“.
Hofreiter: „Denn immer, wenn es ganz schwierig wird, sagt zuverlässig irgendjemand: ,Willst Du lieber mit Friedrich Merz regieren?‘ Und meiner Beobachtung nach will das selbst die FDP nicht.“

Spricht offen aus, dass es mit Merz schwieriger für eine schwarz-grüne Koalition wäre: Anton Hofreiter.
Krokodil, dein Name sei Hofreiter: Als ob die Ampel längst zerbrochen wäre, wenn die Union einen für die Grünen verlockenden Vorsitzenden hätte. Nun ist es weder neu noch verboten, Keile in die Mitgliederschaft des politischen Gegners zu treiben und die Schwarz-Grün-Liebhaber in der Union darin zu bestärken, den von der Mehrheit der CDU-Mitglieder gewählten Vorsitzenden zu demontieren. Die Operation ,Merz muss weg‘ scheint jedenfalls bei den Grünen bereits auf Hochtouren zu laufen.
Auch Grünen-Politiker Konstantin von Notz schießt sich seit geraumer Zeit offen auf Merz ein. Das Video eines gegen die AfD pöbelnden Rentners („Du Idiot. Du bist zu blöd für dein Alter…“) teilte er auf Twitter unlängst mit dem Kommentar: „Wenn der @FriedrichMerz nur einen Bruchteil von der politischen Klarheit dieses älteren Herren hätte… aus ihm könnte glatt noch was werden. #noAfD #Sonneberg.“
„Das ist vor allem ein Dokument völliger politischer Hilf- und Orientierungslosigkeit“
Am Auftritt von Friedrich Merz nach der Fraktionsvorsitzendenkonferenz der Union in Rostock, bei dem der CDU-Chef die Grünen als „Hauptgegner“ bezeichnet hatte, arbeitete sich von Notz gleich mehrfach ab. „Das ist vor allem ein Dokument völliger politischer Hilf- und Orientierungslosigkeit“. Und das als Beschimpfung offenbar noch nicht reichte, stellte er Merz wenig später gleich noch in die rechtsextreme Ecke: „Extrem Rechte in allen westlichen Demokratien bekämpfen die liberale, tolerante, ökologisch verantwortlich handelnde und freiheitliche Gesellschaft. Auch in den vielen Ländern, in denen es gar keine Grünen gibt. Merz kann den Grünen den Kampf ansagen, er könnte genauso erklären … aus der Nato rauszuwollen, zukünftig gegen den #CSD zu agitieren oder antiamerikanischer zu werden. Wer sich die Feindbilder der #noAfD aneignet, um ihr zu begegnen, hat nichts verstanden und wird nur verlieren.“ Merke: Wer die Glaubenssätze der Grünen nicht teilt, muss rechtsextrem sein.

Hält sich mit der Kritik an Friedrich Merz nicht zurück: Konstantin von Notz.
Als Merz die „Gefährdung unseres Wohlstands durch die Ampel“ kritisiert, schreibt von Notz: „Ich weiß nicht, wie mittige Leute aus der #CDU diese abstrusen UntergangsNarrative ertragen…“
Die Botschaft der Grünen ist klar: Wer die Option einer schwarz-grünen Koalition auf Bundesebene erhalten will, wählt einen Kanzlerkandidaten nach grünem Gusto. Eine Strategie, die durchaus aufgehen könnte. „Die Grünen (…) sind unsere Partner, weil wir mit ihnen in vielen erfolgreichen Koalitionen regieren“, sagt etwa Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU). „Wenn wir die Grünen zum politischen Hauptgegner erklären, dann sind wir automatisch in einer Glaubwürdigkeitsfalle. Das ist aus meiner Sicht nicht zu Ende gedacht, und es ist auch kein Rezept gegen die AfD.“
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Ralf Schuler
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