„Geistiger Vampirismus“: So bestahl Kulturstaatsminister Wolfram Weimer Bischof Huber
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Nach heftigen Plagiatsvorwürfen gegen das Medium The European, das zur Weimer Media Group gehört, hat Plagiatsjäger Stefan Weber vor einigen Tagen aufgedeckt, dass der Kulturstaatsminister auch für sein Buch „Das konservative Manifest“ aus dem Jahr 2018 schamlos Gedanken anderer übernommen hat. Nun hat Weber weitere Passagen gefunden, die Wolfram Weimer offenbar nahezu wortgleich aus einem Essay des bekannten Bischofs Wolfgang Huber übernommen hat.
NIUS zeigt die brisanten Stellen:
Beispiel 1:
Hier übernahm Weimer das Zitat wortgleich – und schob lediglich an einer Stelle die Worte „für den Konservativen“ (im Text markiert) ein. Offenbar wollte er es enger an den Buch-Titel „Das Konservative Manifest“ anpassen.
So lautet die Stelle in Weimers Plagiat:
Solche Hinweise verdeutlichen, dass die Identität Europas nicht allein durch wirtschaftliche Interessen definiert und auch nicht allein durch politische Institutionen verbürgt werden kann. Die Frage nach den tragenden Kräften Europas ist auch nicht durch den Hinweis auf die Pluralität der regional verwurzelten Kulturen in Europa zureichend beantwortet. Denn es geht gerade um die Frage, wie diese unterschiedlichen Kulturen sich miteinander verbinden und aufeinander beziehen können. Mit der europäischen Pluralität kann für den Konservativen nicht das gleichgültige Nebeneinander unterschiedlicher Weltanschauungen gemeint sein. Denn das würde faktisch die Rücknahme der geistigen Orientierung in den Bereich des Privaten und die Preisgabe des öffentlichen Raums an einen nichtssagenden Relativismus bedeuten. (Wolfram Weimer, „Das Konservative Manifest“, 2018, S. 47 f.)
Und so lautet die Stelle im Original von Bischof Wolfgang Huber:
Solche Hinweise verdeutlichen, dass die Identität Europas nicht allein durch wirtschaftliche Interessen definiert und auch nicht allein durch politische Institutionen verbürgt werden kann. Die Frage nach den tragenden Kräften Europas ist auch nicht durch den Hinweis auf die Pluralität der regional verwurzelten Kulturen in Europa zureichend beantwortet. Denn es geht gerade um die Frage, wie diese unterschiedlichen Kulturen sich miteinander verbinden und aufeinander beziehen können. Mit der europäischen Pluralität kann nicht das gleichgültige Nebeneinander unterschiedlicher Weltanschauungen gemeint sein. Denn das würde faktisch die Rücknahme der geistigen Orientierung in den Bereich des Privaten und die Preisgabe des öffentlichen Raums an einen nichtssagenden Relativismus bedeuten. (Wolfgang Huber, Theologe 2001, Europa als Wertegemeinschaft - Seine christlichen Grundlagen Gestern, Heute, Morgen)
Beispiel 2:
Auch hier übernahm Wolfram Weimer eine Passage von Bischof Huber nahezu wortgleich. Lediglich ein Bindestrich wurde bei einem Wort eingefügt, sodass aus einer Siebentagewoche eine Siebentage-Woche wurde.
So lautet die Stelle in Weimers Plagiat:
Der Kontinent ist überzogen von Marksteinen christlicher Präsenz, von Kirchen und Klöstern, Schulen und Hospitälern, Wegkreuzen und Kapellen. Der Rhythmus der Zeit trägt eine christliche Gestalt, von der Siebentage-Woche, die mit dem Tag der Auferstehung ihren Anfang nimmt, bis zum liturgischen Kalender, der den Jahreslauf bestimmt. Und vor allem: Das Bild vom Menschen ist von hier aus geprägt: das Bild von der menschlichen Person, die aus dem Gegenüber zu Gott ihre unantastbare Würde empfängt. (Wolfram Weimer, „Das Konservative Manifest“, 2018, S. 47)
Und so lautet die Stelle im Original von Bischof Wolfgang Huber:
Der Kontinent ist überzogen von Marksteinen christlicher Präsenz, von Kirchen und Klöstern, Schulen und Hospitälern, Wegkreuzen und Kapellen. Der Rhythmus der Zeit trägt eine christliche Gestalt, von der Siebentagewoche, die mit dem Tag der Auferstehung ihren Anfang nimmt, bis zum liturgischen Kalender, der den Jahreslauf bestimmt. Und vor allem: Das Bild vom Menschen ist von hier aus geprägt: das Bild von der menschlichen Person, die aus dem Gegenüber zu Gott ihre unantastbare Würde empfängt. (Wolfgang Huber, Theologe, 2001)
Plagiatsjäger Weber zu NIUS: „Jeder Student würde für derartige Plagiate sofort rausgeworfen werden.“ Insgesamt hat Weber in mühsamer Kleinstarbeit 19 Plagiatsstellen gefunden. Doch er ist überzeugt: „Wenn ich fertig bin, werden es über 40 sein.“

Weimer bediente sich bei Bischof Wolfgang Huber.
Weimer warnte kürzlich eindringlich vor Diebstahl geistigen Eigentums
Weimer selbst hatte vor kurzem bei der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse noch mit folgenden Worten vor dem Diebstahl geistigen Eigentums gewarnt: „Auf gleichsam vampiristische Weise saugen KI-Unternehmen das kreative Potenzial aus unzähligen klugen Köpfen, nutzen deren Ideen und Empfindungen, ihre Schaffenskraft, ihre Visionen. Damit wird die große kulturelle Errungenschaft autonomer Kunstwerke und vor allem Bücher zur bloßen Beute. Ich halte das für einen geistigen Vampirismus.“
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Selbst in seinem Manifest hat der Kulturstaatsminister systematisch plagiiert
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