Grüne Irreführung zum Atom-Aus: Die Wahrheit über den Strompreis!
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- Einen Monat nach dem Atom-Aus feiern grüne Spitzenpolitiker günstigere Strompreise.
- Strompreise fallen traditionell im Frühling.
- Energie-Experte zu Nius.de: Wäre mit solchen Schlussfolgerungen „sehr, sehr vorsichtig“.
Die drei letzten Atomkraftwerke sind seit einem Monat aus – Grund für eine ganze Reihe grüner Spitzenpolitiker, ein mindestens fragwürdiges, wenn nicht irreführendes Narrativ in die Welt zu setzen:
AKW-Aus = Energiesicherheit & günstigerer Strom.
„Ein Monat Atomausstieg: Der Strom wurde billiger (...), erfolgreiche Energiepolitik von Robert Habeck“, twitterte der Europa-Abgeordnete Michael Bloß. Ex-Umweltminister und oberster Atomkraft-Gegner Jürgen Trittin schrieb: „Nach all den Horroszenarien nun die Fakten“, und verwies unter anderem auf den gesunkenen Strompreis. Die beiden Fraktions-Chefinen der Grünen im Bundestag, Britta Haßelmann und Katharina Dröge griffen direkt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) an, der den Atom-Ausstieg kritisiert hatte.
Dabei stützen sich alle Grünen-Politiker auf einen Beitrag des Bayerischen Rundfunks (BR), der die Überschrift „Ein Monat Atomausstieg: Der Strom wurde sogar billiger“ trug und den die Tagesschau und Deutschlandfunk inzwischen übernommen haben.
Fakt ist: Der Börsenstrompreis ist in den vergangenen Wochen gesunken.
Das ist mit dem Beginn des Frühlings aber geradezu traditionell der Fall und hat unterschiedliche Gründe, wie Prof. Dr. Manuel Frondel, Leiter des Bereichs Umwelt und Ressourcen am RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, gegenüber Nius.de erklärt: „Der Strompreis hängt von vielen Faktoren ab: Da sind die längeren Tage im Frühling, die tagsüber für mehr Sonnenstrom sorgen. Dann ist im Frühling traditionell viel günstiger Atom-Strom aus Frankreich auf dem Markt, weil viele Franzosen ihre elektrischen Heizungen weniger nutzen. Auch der Stromverbrauch in Deutschland und das derzeit günstige Gas, das zur Verstromung eingesetzt wird, spielen eine Rolle.“
Der Experte ergänzt: „Mit der Schlussfolgerung, Strom werde nun günstiger, obwohl oder gar weil die Atomkraftwerke seit einigen Wochen abgeschaltet sind, wäre ich sehr, sehr vorsichtig.“
Den Strompreis mit dem Atom-Aus in Verbindung zu bringen, sei „viel zu einfach, zu linear“, so Frondel. Eine seriöse Bewertung sei ohne ein „komplexes Modell mit vielen Daten von Witterung über Sonnenstunden, Import/Export, Gas-Verstromung bis hin zum Verbrauchs-Verhalten von Industrie und Privat-Haushalten“ kaum möglich.
Skurril: Das steht in Teilen sogar im Text, den die Grünen-Politiker für ihre These heranziehen: „Dass die Strompreise an der Börse seit Mitte April gesunken sind, ist normal: Nach dem Ende des Winters ist Strom in Europa immer billiger, weil mehr Wasserkraft zur Verfügung steht und die vielen Stromheizungen alten Typs in Frankreich nicht mehr laufen“, heißt es wörtlich im Text des BR.
Auch die Vize-Präsidentin der Bundesnetzagentur, Barbie Kornelia Halle, die im Text des BR zitiert wird, entkräftet das Grünen-Narrativ: „Erst wenn man ein oder zwei Jahre im Ganzen vergleichen könne, werde man die Auswirkungen des letzten Schritts beim deutschen Atomausstieg sehen können.“ Und auch Bruno Burger, der am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) die Datenbank Energy Charts betreut, sagte dem BR, dass es nur schwer zu erkennen sei, wie groß der Einfluss des AKW-Aus aus dem Strompreis sei und dass etwa das Wetter derzeit ein größeren Einfluss habe.
Kein seriöser Wissenschaftler würde nach vier Wochen den Atom-Ausstieg mit sinkenden Strompreisen oder mehr Energiesicherheit in Verbidnung bringen – bis auf die Energie-Expertin Claudia Kemfert, die sich bei Twitter für ihre eigene Prognose lobte: Nach der Abschaltung der AKW sei „genau das passiet, was ich vorhergesagt hatte: Versorgungssicherheit gewährleistet (...) und so gut wie keine Auswirkungen auf den Strompreis (leicht sindkend).“
Dass die Wissenschaftlerin als Grünen-nahe gilt, sollte in diesem Zusammenhang nicht überraschen ...
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