Grünen-Mitarbeiter werfen Vertuschung vor: Warum berichtet die Tagesschau nicht über die Vorwürfe gegen die Spitzenkandidatin Terry Reintke?
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Ein handfester Sexismus-Skandal erschüttert die Grünen-Fraktion im Europaparlament!
Im Zentrum: Terry Reintke, Abgeordnete und Fraktionschefin aus Gelsenkirchen, die für die Grünen bei der Europawahl im Juni als Spitzenkandidatin antreten wird.
DAS IST PASSIERT: Der Stern enthüllte am Wochenende Vorwürfe gegen einen Grünen-Abgeordneten. Die Überschrift: „METOO-VORWÜRFE! ‚Ich hatte richtig Angst vor ihm‘: Von einem grünen Polittalent, das Grenzen ausgetestet und sie überschritten haben soll.“ Kaum wurde der Abgeordnete mit den Vorwürfen konfrontiert, legte er sein Mandat nieder („Ich bin überzeugt, dass ich mir nichts habe zuschulden kommen lassen“).
BRISANT: Nach Veröffentlichung des Artikels schrieben 100 ehemalige und aktuelle Mitarbeiter der Grünen in Brüssel einen offenen Brief an die Fraktionsspitze um Spitzenkandidatin Terry Reintke. Der Vorwurf: Reintke habe mehr als ein Jahr von den Vorwürfen gewusst – und NICHTS unternommen! Wörtlich heißt es in dem Brief, der dem Stern vorliegt: „Wir weigern uns, uns an der Abwiegelung unserer Führung zu beteiligen, die weder dem Ernst der Lage, noch der Führungsverantwortung und der Erfahrungen der Betroffenen gerecht wird.“ Sie fordern, dass „jene, die es versäumten zu handeln, zur Verantwortung gezogen werden“. Gemeint ist: Frontfrau Terry Reintke … Auf eine NIUS-Anfrage, wie sie zu den Vorwürfen in dem offenen Brief steht, reagierte Reintke nicht.

Grüne Spitzenfrauen: Partei-Chefin Ricarda Lang und EU-Spitzenkandidatin Terry Reintke
SPANNEND: Ein MeToo-Skandal mitten in den Reihen der Grünen-Fraktion, vertuscht von der Fraktionsspitze? Das passt nicht in das Image der Feminismus- und Anti-Sexismus-Partei. Aber offenbar ist der Skandal um Terry Reintke kein Thema für die Tagesschau! Weder im TV noch auf der Webseite ist bisher ein Wort über den Fall berichtet worden. NIUS fragte nach: warum eigentlich nicht? Die Antwort des Tagesschau-Senders NDR: „ARD-aktuell trifft die Auswahl der Nachrichten nach journalistischen Kriterien und tagesaktueller Relevanz.“
BEMERKENSWERT: Parteichefin Ricarda Lang wurde am Dienstag auf einer Pressekonferenz zu den Vorwürfen befragt. „Solche Berichte machen mich natürlich betroffen. Es ist klar, dass wir dies sehr ernst nehmen“, so die Parteichefin. Auf Partei- und Fraktionsebene habe man sich Ombudsstrukturen gegeben, sie sehe sich damit „im politischen Raum weiterhin als Vorreiter“. Im Sinne der Betroffenen werde sie sich nicht zu konkreten Fällen äußern. Lang wurde in der Frage gar nicht mit einem Namen konfrontiert, sagte aber: „Malte Gallée persönlich hat sich jetzt entschieden, sein Mandat niederzulegen und diesen Schritt respektieren wir.“
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