Habeck-Film bekam fast 200.000 Euro Steuergeld, weil er 90-Prozent-Altfaser-Toilettenpapier am Set hatte
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Der gescheiterte Vizekanzler und Wirtschaftsminister Robert Habeck lässt einen Film über sich drehen – und die Bürger die Rechnung zahlen. 271.000 Euro Steuergeld fließen in Form von in weiten Teilen „automatischen Förderungen“ in den Film „Jetzt. Wohin.“, der ab dem 7. Dezember in die Kinos kommen soll. Ein „sehr persönlicher Dokumentarfilm“ über Robert Habeck, wie es heißt.
Allein 196.000 Euro Förderung kommen vom Bund über den Deutschen Filmförderfonds (DFFF I) und Referenzmitteln der Filmförderungsanstalt (FFA), wie die Pressestelle des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Wolfram Weimer, auf NIUS-Nachfrage mitteilte. Weitere 75.000 Euro kommen von der Filmförderung Nordrhein-Westfalen.
Brisant: Bei den beiden genannten Förderungen handelt es sich um „automatische Förderungen“, wie die Pressestelle mitteilte. Und diese automatischen Förderungen bedürften keiner inhaltlichen Entscheidung, wie es weiter heißt.
Zu den Förderbedingungen heißt es auf der Webseite der Filmförderungsanstalt: „Der DFFF I unterstützt sowohl nationale als auch internationale (Ko-)Produktionen, die ganz oder in Teilen in Deutschland umgesetzt und im Kino ausgewertet werden. Antragsberechtigt im Sinne der Richtlinie sind Hersteller mit Sitz in Deutschland. Gefördert werden Spiel-, Dokumentar- als auch Animationsfilme, wobei die Gesamtherstellungskosten bei Spielfilmen mindestens 1 Mio. Euro betragen müssen, bei Dokumentarfilmen 200.000 Euro und bei Animationsfilmen 2 Mio. Euro.“
Auch ökologische Standards sind einzuhalten, um an das Steuergeld zu gelangen. Seit die frühere Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) die Filmförderung in der vergangenen Legislaturperiode komplett auf „grün“ umgekrempelt hat, werden nur Filme gefördert, die den ökologischen „Muss-Vorgaben“ treu bleiben. Wer aus dem Raster fällt, wird nicht gefördert.
Streng reglementierte Muss-Vorgaben
Auch in der späteren „Übergangsfassung 2025“ ist diese Vorgabe noch enthalten. Darin heißt es unter der Überschrift „Muss-Vorgabe“: „Falls Papier eingesetzt wird, muss RecyclingPapier mit einem Altfaseranteil von mindestens 90 % genutzt werden. Dies gilt für sämtliche Verbrauchsformen (Kopierpapier, Toilettenpapier, Küchenpapier, Umschläge, Papierhandtücher etc.) außer bei Requisiten und bei nachgewiesener technischer Notwendigkeit von 100 %iger Farbechtheit im kreativen Prozess.“
Weitere „Muss-Vorgaben“:
- „Erfolgt die Postproduktion außerhalb der Betriebsstätten des Produktionsunternehmens, so ist sicherzustellen, dass von den beauftragten Unternehmen für die Durchführung dieser Aufgabe ebenfalls ausschließlich Ökostrom verwendet wird.“
- „Inlands- und Auslandsflüge sind nicht gestattet, wenn die entsprechende Bahnfahrt weniger als fünf Stunden dauern würde. Produktionsseitig dürfen, außer wenn im Bild zu sehen, keine Privatjets eingesetzt werden.“
- „Bei jedem dritten im Eigentum der Produktion befindlichen oder von dieser angemieteten/geleasten PKW (ohne Spielwagen) muss es sich um ein CO2-reduziertes Fahrzeug mit geringen Feinstaub- und Stickoxidemissionen handeln.“

Die Steuerkohle bleibt im engsten Kreis
Regisseur Lars Jessen ist „langjähriger Freund, Berater und Weggefährte“ des Grünen-Politikers, wie es im Promotext heißt. Die Steuerkohle bleibt also im engsten Kreis. In der Ankündigung des Films über Habecks Wahlkampf 2025 wird auch gleich klar, wie der Wind inhaltlich wehrt.
„Kaum ein deutscher Politiker hat in den letzten Jahren stärker polarisiert: Für die einen ist er Hoffnungsträger, für die anderen Projektionsfläche aller Enttäuschungen“, heißt es. Der Fakt, dass Habecks Wirtschaftspolitik etliche Unternehmen und das Fundament des Landes ruiniert hat, scheint in „Wohin. Jetzt.“ nicht thematisiert zu werden. Stattdessen werden Kritiker offenbar als „Enttäuschte“ hingestellt.

Ex-Vizekanzler Robert Habeck: Einer seiner größten Fans ist er selbst.
Soweit, so selbstreferenziell. Kann man machen. Die Frage, warum der Steuerzahler dafür bezahlen muss, wenn Robert Habeck sich von seinem Kumpel beim Wahlkampf filmen und das Ganze zum rührseligen Heldenmythos zusammenschneiden lässt, ist allerdings brisant.
„Auf seiner Suche spricht Jessen mit Weggefährt:innen aus allen Phasen von Habecks Leben: aus Politik, Schulzeit, sowie mit Neuro- und Kommunikationswissenschaftler:innen, Denker:innen, Erzähler:innen, Schauspieler:innen und Journalist:innen“, heißt es im Promotext. Man ahnt, was kommt. Viel Pathos, viele wohlgesonnene Stimmen – und am Ende die gleiche Conclusio wie zu Regierungszeiten: Nicht Habeck hat versagt, sondern die Welt war einfach noch nicht bereit für ihn.
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