FDP-Politiker Hartmut Ebbing wegen Kindesmissbrauch angeklagt
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Der frühere Bundestagsabgeordnete der FDP, Hartmut Ebbing, steht unter dem schweren Vorwurf, einen siebenjährigen Jungen sexuell missbraucht zu haben. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat gegen den 69-Jährigen Anklage erhoben, wie die Bild berichtet. Ebbing, der bereits im vergangenen Jahr wegen des Erwerbs und der Verbreitung kinderpornografischer Schriften zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde, soll über ein Datingportal Kontakt zur Mutter des Kindes aufgenommen haben.
Wie die Bild unter Berufung auf Ermittlerkreise berichtet, soll die Frau, eine Lehrerin, ihre eigenen Söhne sexuell missbraucht und Bilder dieser Taten an Ebbing weitergeleitet haben. Auch gegen sie richtet sich eine Anklage – wegen „sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen und der Herstellung und Verbreitung kinderpornografischer Inhalte“. Die Verurteilung Ebbings aus dem Vorjahr durch das Amtsgericht Tiergarten in Berlin war offenbar nicht öffentlich bekannt geworden. Im September 2021 soll der heute 69-jährige Ebbing während eines Besuchs in Goslar den Jungen schließlich sexuell missbraucht haben. Später soll die Mutter weitere Nacktfotos „mit eindeutig sexuellem Bezug“ von ihrem sieben- und auch ihrem neunjährigen Sohn an Ebbing geschickt haben.

Ebbing wurde im vergangenen Jahr wegen Verbreitung kinderpornographischer Schriften zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.
Das Strafverfahren gegen Ebbing soll am 10. März vor dem Landgericht Braunschweig eröffnet werden. Im Falle einer Verurteilung könnte die laufende Bewährungsstrafe aus dem Vorjahr in die Strafe einfließen.
Ebbing an der Seite von Volker Beck bei der Deutsch-Israelischen Gesellschaft
Im Jahr 2017 wurde der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Hartmut Ebbing für die FDP in das Parlament gewählt, aus dem er 2021 ausschied. Ebbing war aktiv in dem Verein für Kinder- und Jugendrechte, um nach eigener Angabe Jugendlichen zu helfen, „die Gefahr laufen, mit den Regeln der Gesellschaft in Konflikt zu geraten bzw. als Betroffene von Gewalt Unterstützung suchen“.
Bis vor Kurzem war Ebbing zudem als Schatzmeister der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) tätig, die von dem Grünen-Politiker Volker Beck geleitet wird. Am Donnerstag kündigte er seinen Rücktritt an, der zum Freitag wirksam wurde. In einer Pressemitteilung der DIG hieß es, der Schritt erfolge unter Verweis auf „persönliche und gesundheitliche Umstände“. Die Gesellschaft betonte, dass ihr die vorherige Verurteilung Ebbings unbekannt gewesen sei.
In einer Distanzierung erklärte die DIG: Sexueller Missbrauch sei „ein schweres Unrecht“, welches die „zentralen Werte unserer Rechtsordnung“ verletze und allem widerspreche, „wofür die Deutsch-Israelische Gesellschaft e.V. steht“. Die Organisation, die sich für die Stärkung der Beziehungen zwischen Deutschland und Israel einsetzt, will nun ihre internen Strukturen überprüfen.
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