Hendrik Wüst startet fabelhaftes Anti-Islamismus Spiel
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Unter Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat das Land Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit dem landeseigenen Verfassungsschutz ein Spiel zur Prävention islamistischer Radikalisierung veröffentlicht. Im Zentrum des Spiels steht ein deutscher Konvertit namens Bilal, der sich im Internet radikalisiert. Spieler müssen sein Verhalten beobachten und Hinweise auf seine Radikalisierung sammeln. Unter Muslimen in Deutschland löst das Spiel heftige Kritik aus. NIUS hat das neue Spiel getestet.

Das Logo des neuen Spiels des Landes NRW
Detektiv spielen, um Finn zu finden, der jetzt „Bilal“ heißt
„Wer ist Bilal?“ – so lautet der Titel des Spiels, das das Land NRW in Kooperation mit dem Verfassungsschutz entwickelt hat. Ziel ist laut einer Pressemitteilung der Landesregierung die „Prävention von islamistischer Radikalisierung und Desinformation“ sowie die „Stärkung von Medienkompetenz insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen“. 420.000 Euro soll das Spiel laut TRT in der Entwicklung gekostet haben.
Die Oberfläche des Spiels ist einem Smartphone nachempfunden. Gleich zu Beginn empfängt der Spieler eine Textnachricht von der Mutter eines Jungen, der scheinbar verschwunden ist. Sein Name ist Finn.

Im Spiel wirft man einen Blick auf Finns Social-Media-Profil. Hier soll man Hinweise auf seinen Sinneswandel finden.
Finn wird zu Bilal und radikalisiert sich
In der Nachricht berichtet die Mutter, dass sich Finn seit ihrem gemeinsamen Umzug immer mehr zurückzieht und sich neuerdings intensiv mit dem Islam und seiner bosnischen Herkunft auseinandersetzt. Er soll sich bereits mit historischen Ereignissen wie den Gräueltaten in Srebrenica beschäftigt haben, liest zunehmend den Koran und versucht, sein Umfeld nach strikten Regeln zu kontrollieren. Das führte so weit, dass Finn seiner Mutter vorschreiben wollte, wie sie sich zu kleiden hat.

Sein ehemaliger bester Freund Konstantin ist für Finn nur noch ein Ungläubiger.
Das Spiel lässt die Spieler Hinweise auf seine Radikalisierung sammeln, etwa in Finns Zimmer: Ein ausgedrucktes Foto seines Freundes Konstantin ist mit „Kafir“ (Ungläubiger) beschriftet, ein anderes Foto einer Bekannten mit „mutabarrijat“, einem Begriff für Frauen, die sich nicht verhüllen. Finn bricht den Kontakt zu alten Freunden ab, isoliert sich und nimmt die Identität Bilal an – ein Wandel, den Spieler Schritt für Schritt nachvollziehen.
Kriitk am Spiel größer als gedacht

Eine Rezension zu „Wer ist Bilal?“ im App-Store
Doch das Spiel scheint nicht allen zu gefallen. In den sozialen Netzwerken unterstellt ein User dem Spiel „Islamhass“ und schreibt: „In diesem ekelhaften ‚Spiel‘ wird der Versuch unternommen, den Islam zu dämonisieren. Keine Religion ist so nah an Gott und so fehlerfrei und widerspruchsfrei wie der Islam. Das ist der Grund, weshalb der Islam die am schnellsten wachsende Religion der Welt ist, auch unter Jugendlichen in Deutschland.“ Auch auf Instagram brach nach der Veröffentlichung des Spiels eine Welle der Empörung aus. Viele Nutzer attestierten den Machern des Spiels Islamophobie.
Innenminister Reul (CDU): App leiste „Schutz für unsere Demokratie“
Innenminister Herbert Reul sagt zum neuen Anti-Islamismus-Spiel: „Radikalisierung passiert nicht plötzlich, sondern Schritt für Schritt. Sie beginnt häufig im Netz über Chats, Videos und Games, oft unbemerkt. Genau da müssen wir dagegenhalten. Mit dem neuen Spiel heben wir unsere Präventionsarbeit auf das nächste Level. Junge Leute erleben, wie Extremisten online vorgehen und sehen, wie deren Narrative funktionieren. Sie lernen, Manipulation früh zu erkennen und Stopp zu sagen. Wenn wir Jugendliche stark machen mit Selbstbewusstsein, Medienkompetenz und einem klaren Wertefundament, dann ist das der beste Schutz für unsere Demokratie.“
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