Bürgerin, Psychologe und Rhetorik-Coach erklären: „Herr Scholz, deshalb sind Sie so unbeliebt!“
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Mit Olaf Scholz (SPD) ist laut dem neuesten ZDF-Politbarometer zum ersten Mal in seiner Amtszeit die Mehrheit Deutschlands unzufrieden. 51 Prozenz der Befragten gaben an, mit der Arbeit des Bundeskanzlers unzufrieden zu sein – zufrieden sind 43 Prozent.
Caterina Künne zählt zu den 51 Prozent. Und das, obwohl der Kanzler im Februar ihre Bäckerei in Hannover besuchte und Bienenstich aß. „Er war freundlich und hat auch verstanden, dass die Energiekrise ein Problem ist“, erinnert sie sich im Gespräch mit NIUS. Dennoch fühlt sich die Bäckereiinhaberin von der aktuellen Regierung und insbesondere vom Kanzler nicht verstanden.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sitzt während seines Besuchs im Werk der Neapco Europe GmbH (Automobilzulieferer) in Düren in einem B-EON Elektrofahrzeug.
Bei „Hart aber fair“ (ARD) machte Künne ihrem Ärger Luft. Sie kritisierte den aktuellen Kurs der Regierung. Auf die Frage des Moderators Luis Klamroth, ob sie an das Versprechen des Kanzlers glaube, dass genügend Energie im Winter vorhanden sein werden, antwortete sie: „Nein!“ Daraufhin gab es Gelächter aus dem Publikum. Künne, eine Frau aus der Mitte der Gesellschaft, spricht das aus, was viele Deutsche denkt. Sie weiß, was die Menschen in diesem Land bewegt und umtreibt.
Das Feedback nach der Talkshow sei überwältigend gewesen, sagt sie nach der Talkshow. Künne: „Die Leute haben mich begeistert angesprochen. Ich habe über 60 Mails aus ganz Deutschland bekommen.“

Es fehle an Führung und Präsenz des Kanzlers, so die Mittelständlerin. Auch klare Worte suche man bei Olaf Scholz vergebens. „Er hält sich zurück. Man hat das Gefühl, dass sich die Regierung nur streitet und nichts passiert“, sagt die Hannoveranerin.
Das reservierte Auftreten des Kanzlers ist gefährlich
Aus Kommunikationssicht ist das fatal, findet Rudolf Wald. Der Rhetorik-Coach sagt: „Anstatt die Gegenargumente seiner Gesprächspartner direkt und inhaltlich zu konfrontieren, scheint er häufig auszuweichen und nicht direkt auf den Punkt zu kommen“.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD, r), spricht mit Marco Buschmann (FDP), Bundesminister der Justiz, vor Beginn der Sitzung des Bundeskabinett im Kanzleramt.
Und weiter: „Ein reserviertes Auftreten kann zwar Seriosität und Nachdenklichkeit vermitteln, läuft aber Gefahr, als Mangel an Selbstvertrauen oder Entschlossenheit interpretiert zu werden.“
Könnte vielleicht eine „Rede an die Nation“ der Beliebtheit des Kanzlers helfen? Nein! Das werde nichts an den schlechten Umfragewerten des Kanzlers ändern, sagt Ahmad Mansour.

Ahmad Mansour ist Psychologe und Extremismus-Experte.
Der Psychologe und Extremismus-Experte: „Genau das würde noch mehr Menschen verunsichern. Scholz muss die Ängste der Bürger ernst nehmen und in den direkten Dialog treten.“ Die Probleme der Menschen müssten angesprochen werden. Es fehle an Diskus.
Lesen Sie auch: Die Methode Scholz: Wie der Kanzler sagt, dass er nichts sagt
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