„Ich bin kein Weichei“: Außenminister Wadephul wird bei Fraktionssitzung emotional
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Wadephul ist in den letzten Tagen ohnehin schwer unter Druck geraten. Offenbar wird er nun auch von seinen Parteikollegen angegangen. In der Fraktionssitzung am Dienstag soll es zu Auseinandersetzungen gekommen sein, auf die Wadephul emotional reagierte und konterte: „Ich bin kein Weichei!“
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) steht im Kritik-Kreuzfeuer, auch aus seiner eigenen Fraktion. Erst vor kurzem sorgte der Minister für Aufregung, als er während seines Besuchs in Damaskus sagte, dass syrische Flüchtlinge vorerst nicht nach Syrien heimkehren können, da ein würdevolles Leben in ihrer Heimat nicht möglich sei. In der Fraktionsrunde am Dienstag legte der 62-Jährige nach und behauptete: „Syrien sieht schlimmer aus als Deutschland 1945“.
Trotz Wadephuls Position hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) klargestellt, dass die Bundesregierung konkrete Rückführungen vorbereitet. „Wir sind dabei, Rückführungen nach Syrien vorzubereiten“, sagte Dobrindt am Montag zum Auftakt einer Kommunaltagung in Mannheim. „Die Basis ist der Koalitionsvertrag. Da ist das formuliert.“ Am Montag hatte sich dann Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) für rasche Rückführungen nach Syrien ausgesprochen. „Es gibt jetzt keinerlei Gründe mehr für Asyl in Deutschland, und deswegen können wir auch mit Rückführungen beginnen.“

Innenminister Dobrindt und Bundeskanzler Merz scheinen sich bei der Rückführung von Syrern – zumindest in Worten – einig.
„Ich bin kein Weichei“
Nun wirkte Wadephul bei der Fraktionssitzung am Dienstag persönlich betroffen. Laut dem Stern-Journalisten Julius Betschka sagte Wadephul: „Ich bin kein Weichei“. Und: Er werde nicht von seinem „Haus geführt.“ Letztere Aussage könnte sich auf den Vorwurf beziehen, dass Wadephul sich von seinen Ministeriumsbeamten – teilweise aus Zeiten der Ampelkoalition – zu einer „eher linken“ Außenpolitik hinreißen lasse.
Ein Abgeordneter ordnet die Emotionalität Wadephuls ein: „Das war sein Anne-Spiegel-Moment.“ Im Sommer 2021 reiste Spiegel, damals Umweltministerin in Rheinland-Pfalz, rund zehn Tage nach der Flutkatastrophe zu einem vierwöchigen Familienurlaub nach Frankreich. Später entschuldigte sie sich in einer emotionalen Videobotschaft. Der Deutschlandfunk beschrieb das so: „Ihr Blick huscht hin und her, vereinzelt bricht ihre Stimme ab, sie scheint den Tränen nahe.“

„Die Grüne trat kurz nach ihrem emotionalen Video als Ministerin zurück. Dass das nun auch im bei Wadephul passiert, glauben aber die wenigsten. Auch weil Merz Wadephul vor seiner Selbstdemontage in der Sitzung verteidigt hatte & seine Arbeit in Nahost lobte“, ordnet Betschka auf X ein.
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