„Inklusive Landwirtschaft“ und „Gendergerechtigkeit“: Diese Bauern-Projekte in der ganzen Welt finanziert der deutsche Steuerzahler
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Für die Bauern in Deutschland sieht es düster aus. Die Bundesregierung muss sparen und will den Landwirten die Agrardiesel-Subventionen streichen. Damit sollen knapp 450 Millionen Euro eingespart werden.
Die Entwicklungshilfe aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bleibt hingegen im Haushalts-Chaos unangetastet. Im Ausland verteilt man weiterhin Millionen für landwirtschaftliche Projekte. Bauern in der ganzen Welt freuen sich über deutsches Steuergeld. NIUS liefert einige Beispiele, von denen es zahlreiche weitere gibt:
So überweist die Bundesregierung seit Oktober 2022 und bis Ende 2026 knapp 209 Millionen Euro für das „Globale Programm für Landwirtschaft und Ernährungssicherung (GAFSP)“, das keinem konkreten Land zugeordnet ist. Zusätzlich stellt die Behörde bis 2025 rund 100 Millionen Euro für den „Klimabeitrag an das globale Landwirtschafts- und Ernährungssicherungsprogramm (GAFSP)“ bereit. Das Geld geht in beiden Fällen zunächst an die Weltbank, von wo aus die Finanzmittel verteilt werden.

Ein Reisfarmer in Uganda. Auch hier soll die „kleinbäuerliche Landwirtschaft“ bis Ende 2025 mit rund 1,46 Millionen Euro gefördert werden.
In zahlreiche afrikanische Länder fließen Millionen Entwicklungshilfe
Wie aber sieht es in einzelnen Ländern aus? Wo profitieren Bauern und die Landwirtschaft von deutschen Steuermitteln?
Die Bundesregierung will bis Juni 2026 insgesamt rund 43 Millionen Euro nach Niger überweisen, um das „Programm ländliche Entwicklung und produktive Landwirtschaft – Ernährungssicherung und Kleinbewässerung“ zu finanzieren. Ein ähnliches Projekt im westafrikanischen Land hatte den deutschen Steuerzahler von 2019 bis 2022 bereits 29 Millionen Euro gekostet. Doch damit nicht genug. Für ein weiteres Programm zur Förderung der produktiven Landwirtschaft sind bis Ende 2024 ebenfalls 19,7 Millionen Euro eingeplant.
Im Libanon soll unterdessen eine „lokale Landwirtschaft für die krisenbetroffene vulnerable Bevölkerung in elf Zielgemeinden“ entstehen. Bis Ende 2024 sind hierfür 28,4 Millionen Euro vorgesehen.
Auch in Äthiopien darf man sich freuen: Hier soll die Landwirtschaft nach dem Willen der Bundesregierung neu ausgerichtet werden. Das Ministerium für Entwicklungshilfe verspricht bis November 2025 rund 910.000 Euro für eine „inklusive Landwirtschaft“ in der Region Oromia. „Klimaangepasste Landwirtschaft und nachhaltiges Wassermanagement“ in Äthiopien sind der Ampel-Koalition bis September 2024 rund 385.000 Euro wert. Auch der Boden des Landes am Horn von Afrika soll „durch die energetische und stoffliche Nutzung landwirtschaftlicher Reststoffe“ verbessert werden. Kostenpunkt: 18,4 Millionen Euro bis Ende 2026. Immerhin 15 Millionen Euro sind bis 2025 „für Fonds zur Steigerung der Produktivität durch Innovation in der Landwirtschaft“ eingeplant.

Herzensprojekte: Bundesarbeitsminister Heil und Bundesentwicklungsministerin Schulze besuchen einen Bauern auf einer Plantage in Westafrika.
Während die Bauern in Deutschland um die Einkommen bangen, förderte das Ministerium von April 2019 bis zum 31. Dezember 2023 auch in Ägypten Innovationsprojekte zur „Einkommenssteigerung von Kleinbauern“ mit 7 Millionen Euro. Zudem finanziert man seit Ende 2018 bis November 2024 „Verbände der ökologischen Landwirtschaft in Ägypten“ mit 1,98 Millionen Euro.
In der Provinz Malanje in Angola jubeln die Landwirte: Hier wird die „kleinbäuerliche Landwirtschaft“ bis 2025 mit 540.000 Euro gefördert. Auch in Uganda soll die „kleinbäuerliche Landwirtschaft“ bis Ende 2025 mit rund 1,46 Millionen Euro gefördert werden. Dennoch dürfte man angesichts der Summen neidisch nach Madagaskar blicken. Hierhin transferiert die Bundesregierung bis Juli 2025 für die „Anpassung landwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten an den Klimawandel“ insgesamt 11,2 Millionen Euro deutsches Steuergeld.
Nach Armenien fließen bis Ende 2024 immerhin 550.000 Euro für „Integrierte Mehrebenen-Kapazitätenförderung für klimaangepasste Landwirtschaft im ländlichen Raum in Tavush, Shirak und Lori Marz“.
Gendergerechtigkeit in Südamerika
In Südamerika steht hingegen alles im Zeichen der Gendergerechtigkeit. Der Steuerzahler kommt für ein Programm zur „Förderung der ökologisch-landwirtschaftlichen Produktion und Vermarktung unter dem Aspekt der Gendergerechtigkeit im Departement Tarija, Bolivien“ mit 349.000 Euro bis August 2024 auf.
„Female Empowerment“ heißt hingegen das Stichwort in Südafrika. Seit März 2022 und bis Ende Januar 2024 finanziert das Ministerium von Svenja Schulze (SPD) die „Verbesserung von Einkommen und Ernährung durch Stärkung einer diversifizierten, klimafreundlichen Landwirtschaft in von Frauen geführten Kooperativen“ mit 179.250 Euro.
In der ZDF-Sendung Markus Lanz wurde auch Grünen-Chefin Ricarda Lang auf skurrile Beispiele aus der Entwicklungshilfe angesprochen, darunter etwa „eine halbe Million für ökofeministische Entwicklungsalternativen in Südafrika“. Die Grünen-Politikerin beharrte jedoch darauf: „Das sind Dinge, von denen wir sehr konkret profitieren.“ Dies seien eben keine Dinge, die rein national gesehen werden.
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