Job kündigen fürs Bürgergeld?! Arbeitsminister Heil warnt vor etwas, was es angeblich gar nicht gibt …
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Die Erhöhung des Bürgergeldes sorgt dafür, dass Menschen kündigen, weil sich Arbeit kaum noch lohnt ...
Wovor Experten gewarnt hatten und was im politischen Berlin als Märchen abgetan wurde, scheint so real zu sein, dass Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) nun offiziell davor warnt: „Keine gute Idee“, sagte Heil im ARD-Talk hart aber fair.

Heil diskutierte unter anderem mit Michael Hüther vom Institut der Deutschen Wirtschaft.
Die ehemalige Verschwörungstheorie ist längst Realität
Heil weiter: „Jemand, der so bescheuert ist, wegen des Bürgergeldes zu kündigen, der kriegt erstmal kein Bürgergeld, der kriegt erst einmal eine Sperre beim Arbeitslosengeld.“ Heil alarmiert: „Wir sollten den Leuten nicht einreden, dass das eine gute Idee ist, wegen des Bürgergelds zu kündigen.“
Heils Befürchtungen sind aber längst Realität.
Die Unternehmensberaterin Ronja Ebeling berichtete in derselben Sendung. „Da erzählt mir ein Bäckermeister, der in den letzten neun Monaten fünf Kündigungen erhalten hat aufgrund der Anhebung des Bürgergelds, dass es gerade im Mittelstand viele Leute gibt, die sagen: Lohnt sich nicht mehr so richtig“.
Ebelings anekdotischer Bericht aus dem Bäckerhandwerk bestätigt Umfragen aus anderen Wirtschaftsbereichen. So hatte etwa der Bundesinnungsverband des Gebäudereinigerhandwerks (BIV) seine Mitgliederbetriebe nach eben diesem Phänomen gefragt. Ergebnis: Mehr als zwei Drittel der Reinigungsbetriebe hatte bereits Kündigungen vorzuliegen mit der Begründung Bürgergeld. Auch Spediteure klagen über ähnliche Entwicklungen.
So sehen die Zahlen aus
Ab dem 1. Januar 2024 wird das Bürgergeld von 502 auf 563 Euro bei einem alleinlebenden Single steigen (plus 12 Prozent). Eine vierköpfige Familie kommt derzeit auf 2311 Euro Stütze im Monat (Regelsatz, Miete etc.).
Im kommenden Jahr werden es 211 Euro mehr sein, wie die FAZ berechnet – also mehr als 2500 Euro netto im Monat. Der Mindestlohn steigt um lediglich 3,4 Prozent von 12 Euro auf 12,41 Euro – das wären 1585,59 Euro netto für einen alleinerziehenden Vater. Erst durch Kindergeld und staatliche Zuschüsse beim Wohnen hat die Arbeiter-Familie am Ende mehr Geld als die Bürgergeld-Famlie. Stolze 2,48 Euro pro Arbeitsstunde, wie die Hans-Böckler-Stiftung berechnet hat.
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